LPKF AG: Bantleon platziert Aktienpaket

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LPKF-Großaktionär verkauft Anteile. LPKF-Aktie daraufhin zunächst unter Druck. Wie geht es weiter? (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die Aktie des deutschen Laserspezialisten LKPF aus Garbsen war in den vergangenen Tagen das Thema in diversen Börsenchats: Anfang der Woche kamen Gerüchte auf, dass der LPKF-Großaktionär Jörg Bantleon und sein Tochterunternehmen German Technology ihre Aktien verkaufen wollten. Daraufhin gab der Kurs der LKPF-Papiere deutlich nach.

Hatte der Kurs der LPKF-Aktie am Dienstag noch bei 24,85 Euro gelegen, führte die Ankündigung über den Ausstieg am Mittwoch zu deutlichen Verlusten. Kurz vor Mitternacht desselben Tages gab die Bantleon-Gruppe bekannt, dass sie ihr Aktienpaket erfolgreich an institutionelle Investoren verkaufen konnte.

Am heutigen Donnerstag starteten die LPKF-Papiere an der Börse zwar noch mit leichten Verlusten, konnten im Laufe des Vormittags aber wieder Boden gut machen.

Großaktionär platziert mehr als 7 Mio. LPKF-Aktien

Die schweizerische Bantleon-Gruppe sowie deren in Hannover ansässige Tochter, German Technology AG, waren mit insgesamt 28,6% der LPKF-Anteile größter Aktionär des niedersächsischen Laserspezialisten. Am Dienstag gab Jörg Schubert, Vorstand der German Technology bekannt, dass die Beteiligungsgesellschaft ihre LPKF-Anteile verkaufen will:

Wir haben LPKF auf dem Weg zu einem wieder wachsenden Technologie-Unternehmen unterstützt. Wir sehen uns aber nicht als langfristiger Begleiter für Industrieunternehmen. Deshalb haben wir uns entschieden, uns von LPKF und damit von unserer letzten industriellen Beteiligung zu trennen.

Am späten Mittwoch-Abend teilten die German Technology AG und Jörg Bantleon mit, dass sie ihre insgesamt 7 Mio. LPKF-Aktien erfolgreich an institutionelle Investoren veräußert haben.

LPKF im Portrait

Die LPKF Laser & Electronics AG ist ein international führender Anbieter von laserbasierten Lösungen für die Technologieindustrie. Die Lasersysteme der Niedersachsen werden für die Herstellung von Leiterplatten, Mikrochips, Automobilteilen, Solarmodulen und vielen weiteren Komponenten eingesetzt.

Die 1976 gegründete LPKF hat ihren Hauptsitz in Garbsen bei Hannover. Das Unternehmen ist mit Standorten in Europa, Asien und Nordamerika international vertreten. Darüber hinaus betreibt das Unternehmen ein weltweites Service-Netzwerk.

Anfang Mai gab die LPKF AG bekannt, dass sie im 1. Quartal 2020 einen Umsatz von 19,5 Mio. Euro erwirtschaftet hat. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet dies ein Minus von 46%. Der niedrige Quartalsumsatz führte außerdem zu einem negativen Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) in Höhe von 2,4 Mio. Euro.

Die Gründe hierfür lagen laut LPKF hauptsächlich am saisonalen Timing von Großaufträgen der beiden größten Kunden des Unternehmens und nur in geringen Ausmaßen an der COVID-19-Pandemie.

Im 2. Quartal erwartet LPKF einen Umsatz zwischen 28 und 33 Mio. Euro und ein positives Ergebnis von 1 bis 4 Mio. Euro. Für die folgenden Jahre rechnet LPKF weiterhin mit einem nachhaltigen, profitablen Wachstum in allen Geschäftsbereichen und bestätigt die im Februar gegebene Mittelfristprognose.

Weitere Aussichten

Dass es zu deutlichen Kursschwankungen kommt, wenn ein Großaktionär seine Anteile an einem Unternehmen veräußert, ist nichts Ungewöhnliches. Können die Aktien, wie es bei LPKF der Fall war, in einem Paket an Investoren verkauft werden, beruhigt sich der Markt in der Regel schnell wieder. Wenn die Wachstumspläne des Unternehmens aufgehen, dürfte die Aktie noch spürbar Luft nach oben haben.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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