LPKF Laser: Turnaround zögert sich weiter hinaus

Beim Laser-Spezialisten LPKF Laser zögert sich der Turnaround weiter hinaus; die Latte für die Gewinnschwelle wurde nach oben verlegt. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Hoch gelobt und tief gefallen – besser lassen sich die vergangenen 10 Jahre bei dem deutschen Laser-Spezialisten wohl kaum zusammenfassen.

Ein Blick auf den Kurs-Chart zeigt Ihnen, dass die Aktie wahrlich nichts für schwache Nerven ist:

War die Aktie Anfang 2009 noch für unter 1 € zu haben, mussten Sie für ein Papier Anfang 2014 schon  gut 20 € auf den Tisch legen.

Doch seither stottert es nicht nur operativ im Getriebe des Technologie-Konzerns.

Nach einer langen Talfahrt hat sich der Aktienkurs zwar wieder etwas berappelt, steht mit 8,30 € aber meilenweit von den alten Höchstständen entfernt.

Was sind die Gründe für die schwache Kurs-Entwicklung? Wie steht es um die mittelfristigen Perspektiven?

Und wie schätzen die Analysten momentan das Kurs-Potenzial des deutschen Nebenwerts ein?

LPKF Laser im Porträt

LPKF Laser & Electronics AG (die Abkürzung steht für ‚Leiterplatten-Kopierfräsen‘) ist ein deutscher Hersteller von Maschinen und Laser-Systemen zur Mikro-Materialbearbeitung.

Diese kommen in diesen Gebieten zum Einsatz:

  • der Elektronik-Fertigung,
  • der Medizintechnik,
  • der Automobil-Branche
  • und im Solar-Bereich.

Zentrales Element der Systeme ist ein Laserstrahl, der zur Bearbeitung von Oberflächen eingesetzt wird.

Kunden verwenden diese Technologie zum einen bei der Entwicklung und Bearbeitung von Leiterplatten.

Zum anderen setzen immer mehr Produzenten auf Laser-Aanlagen, die z. T. herkömmliche Produktions-Verfahren ablösen.

Umsatz-Schwund und Gewinn-Margen im Rückwärtsgang

Warum der Anleger-Liebling so in Ungnade gefallen ist, zeigt Ihnen ein Blick in die Geschäftszahlen:

Von 2008 – 2013 standen die Zeichen deutlich auf profitablem Wachstum. Immerhin schnellten die Erlöse von 45,4 auf 129,6 Mio. € in die Höhe.

Zugleich vervielfachten sich die Gewinne von 2,32 auf 15,07 Mio. €. Damit lag die Gewinn-Marge 2013 bei komfortablen 11,62%. Doch seither geht es abwärts:

Zuletzt lag der Jahres-Umsatz mit 91,1 Mio. € zwar wieder leicht über dem Vorjahr (87,26 Mio. €), aber den Sprung in die Gewinnzone verfehlte der Konzern in den vergangenen beiden Jahren.

Zuletzt musste LPKF Laser einen Jahres-Verlust von 8,8 Mio. € ausweisen.

Stabilisierung, aber weiterhin schwache Margen

In den ersten 9 Monaten erreichte der Konzern-Umsatz 71 Mio. € und stieg damit um 17%. Beim operativen Ergebnis (EBIT) konnte LPKF gerade so die Gewinnschwelle (0,1 Mio. €) erreichen.

Für Sie zum Vergleich: Im 1. Halbjahr stand noch einen Verlust von 2,7 Mio. € zu Buche.

Jahres-Prognose wird aufrecht erhalten

Für das Gesamtjahr zeigt sich die Konzernführung verhalten optimistisch: Der Umsatz könnte die obere Spanne der Prognose zwischen 92 und 100 Mio. € erreichen.

Bei der Vorsteuer-Marge dürften hingegen nur das untere Ende der Spanne (zwischen 1 – 5%) erzielt werden.

Negativ: Aufgrund der schlechter als zunächst erwarteten Entwicklung im Geschäftsbereich ElectronicsQuipment wird sich laut Firmenchef Kai Benz die Break-Even-Schwelle auf Unternehmens-Ebene wieder erhöhen

Für die Folgejahre will die Firma den Umsatz und das Ergebnis aber weiter steigern. Mittelfristig strebt der Firmenchef eine Vorsteuer-Gewinnmarge (EBIT) von mind. 10% an.

Analysten sehen kaum Potenzial in der Aktie

Die Analysten erwarten zwar den Turnaround für dieses Jahr und einen Gewinn je Aktie von 20 Cent für das kommende Geschäftsjahr.

Auf Grund der Bewertung – Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) über 40 – und der verbundenen Unsicherheiten liegt das durchschnittliche Kursziel mit 7,30 € aber gut 12% unter dem aktuellen Kursniveau.

Jetzt muss LPKF Laser zeigen, dass es dem Konzern als kleiner deutscher Nischen-Player gelingt, mit den hohen Auftrags-Schwankungen aus Asien und dem zunehmenden Preisdruck fertig zu werden.

Gelingt es allerdingsnicht, dürfte sich kein nachhaltiger Aufwärtstrend der Aktie ausbilden.


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© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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