easyJet: Luftfahrt-Pionier für Preisbewusste

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Als 1. Fluglinie, die Tickets im Internet verkaufte, machte sich easyJet vor vielen Jahren einen Namen. Doch wie steht es um die Zukunft? (Foto: Giovanni G / shutterstock.com)

Der Herbst ist da, und viele von Ihnen werden sicher ein wenig sehnsüchtig auf den Sommer zurückblicken.

Doch nur, weil wir Oktober haben, müssen Sie noch lange nicht auf Sonne verzichten!

1. gibt es auch hierzulande noch vereinzelt Sonne und 2. sind warme Gefilde dank Billigfliegern wie easyJet in kürzester Zeit günstig zu erreichen.

Ein Trip nach Barcelona, Mallorca oder auch nach Nordafrika ist heutzutage kein Problem und auch spontan möglich.

easyJet im Kurzportrait

easyJet ist Europas Billigflieger Nr. 2. Mit einer Flotte von 257 Maschinen befördert das Unternehmen über 73 Mio. Passagiere.

Die Firma wurde 1995 von Stelios Haji-Ioannou, dem Großaktionär des Konzerns, gegründet.

Sie war außerdem eine der ersten Fluggesellschaften, die ihre Flugtickets über das Internet verkaufte.

Die aktuellen Zahlen

easyJet  hat ein schwaches 1. Halbjahr hinter sich, in dem man aufgrund der Pfundschwäche, der späten Osterferien und niedrigerer Ticketpreise einen Verlust von 192 Mio. £ einflog.

Nun lassen die Zahlen für das 3. Quartal den Konzern allerdings zuversichtlicher in die Zukunft blicken:

Die Zahl der beförderten Fluggäste stieg um 11% auf 22,3 Mio, die Kapazität wurde auf 24 Mio ausgebaut und die Auslastung hat sich um 1,1% auf 93,1% verbessert.

Je Fluggast wurde der Umsatz um knapp 5,9% erhöht. Konzernweit stieg der Umsatz um 16%.

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easyJet AktieIn der heutigen Ausgabe des Aktien Profils wird die easyJet Aktie analysiert. › mehr lesen

Bei der Kosten-Struktur profitiert die Fluglinie weiterhin von dem günstigen Treibstoff. Die Betriebs-Kosten je Sitzplatz sanken um 5,5%.

Klammert man den Effekt aus dem niedrigeren Kerosinpreis aus, wären sie hingegen um 1,6% gestiegen

Gestützt auf die guten Vorbuchungen und die steigenden Passagier-Zahlen hat easyJet die Prognose für den Vorsteuer-Gewinn auf 380 – 420 Mio. £ angehoben.

Vorbereiten auf den BrExit

Um auch nach dem BrExit Flüge innerhalb der EU anbieten zu können, hat easyJet einen wichtigen strategischen Schritt vollzogen:

Man hat sich mit einer Tochtergesellschaft eine österreichische Fluglizenz gesichert. Damit wurde vorgesorgt.

Es ist unklar, ob die britischen Fluglinien nach dem BrExit weiterhin uneingeschränkt Flüge zwischen der EU und Großbritannien anbieten können.

easyJet macht Aktionäre froh

Ungeklärt ist auch, wer ab 2018 den Chefposten einnimmt. CEO McCall wird ihre erfolgreiche Arbeit nicht fortsetzen und wechselt zum britischen TV-Sender ITV.

Wir haben unsere Umsatz- und Gewinn-Prognose nahezu unverändert gelassen. Mit einem KGV von 13,2 halten wir die Aktien für fair bewertet.

Die Dividendenrendite von aktuell 4,6% ist ein gutes Argument und spricht für die Aktionärs-Orientierung des Unternehmens.

Risiken bleiben der BrExit und der Preiskampf in der Branche. easyJet bleibt für uns jedoch nach wie vor eine gute Aktie.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.