Lufthansa Aktie: Airline muss erneut Tarifvertrag verhandeln

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Der Tarifvertrag hielt nicht einmal so lang wie die letzten Verhandlungen dauerten: Die Lufthansa Aktie steuert auf turbulente Zeiten zu. (Foto: Markus Mainka / shutterstock.com)

Dicke Luft bei der Lufthansa: Der Vorstand der Kabinengewerkschaft UFO hat in der vergangenen Woche den laufenden Tarifvertrag gekündigt – und zwar komplett.

Das heißt, die Kündigung betrifft nicht nur die Gehälter, sondern auch den Manteltarifvertrag, in dem die Arbeitsbedingungen geregelt sind. Bei Deutschlands größter Airline setzt man auf Verhandlungen: Erste Gespräche sollen zeitnah geführt werden.

Doch der letzte Tarifkonflikt bei der Lufthansa dürfte vielen noch gut in Erinnerung sein, immerhin liegt er nicht allzu lang zurück. Erst vor knapp 3 Jahren hatten sich die Tarifparteien auf einen Konsens verständigt – nach dreijährigen zähen Verhandlungen, inklusive erbitterten Streiks und Schlichtungsverfahren.

Neue Streiks zur Hauptreisezeit?

Streiks könnten auch ab diesem Sommer wieder drohen, denn die Stimmung zwischen Lufthansa und UFO-Vorstand war zuletzt angespannt. Die Airline fordert Rückzahlungen in Höhe von fast 1 Million Euro von der Gewerkschaft, unter anderem für mutmaßlich zu Unrecht bezogene Gehälter.

Konkret geht es um UFO-Chef Nicoley Baublies sowie einen weiteren Gewerkschaftsfunktionär, die seinerzeit in die besagten dreijährigen Tarifverhandlungen eingebunden waren und währenddessen ihrer eigentlichen Kabinentätigkeit nicht nachkommen konnten. Die Lufthansa argumentiert, es seien keine Anträge auf Freistellung von der Dienstpflicht gestellt worden, weder von der Gewerkschaft noch von den betreffenden Personen selbst.

Der Streit kocht seit einigen Wochen hoch, und angesichts der Erfahrungen beim letzten Mal müssen sich Fluggäste wohl erneut auf Arbeitsniederlegungen bei der Lufthansa einstellen. Immer wieder wurde tagelang gestreikt, die Lufthansa kam kaum aus den Schlagzeilen, zumal neben dem Kabinenpersonal auch die Piloten zwischenzeitlich die Arbeit niederlegten, um ihrerseits ihren tariflichen Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Die Friedenspflicht gilt aktuell noch bis Ende Juni, doch bis dahin ist wohl kaum mit einer neuen Einigung zu rechnen. Erste Streiks könnten demnach bereits im Juli beginnen – wenn die meisten Bundesländer Sommerferien haben. Zur Hauptreisezeit könnten Warnstreiks die Lufthansa besonders empfindlich treffen – und gerade deswegen aus Gewerkschaftssicht erst recht attraktiv erscheinen.

Lufthansa Aktie schwungvoll ins neue Jahr gestartet

So oder so dürften turbulente Monate auf Deutschlands größte Fluggesellschaft zukommen. Die Lufthansa Aktie immerhin hat seit Jahresbeginn neuen Auftrieb, um gut 12 Prozent konnte sie im Januar bereits zulegen. Allerdings notiert sie mit rund 22 Euro immer noch fast ein Viertel tiefer als noch vor einem Jahr.

Analysten sind dennoch zuversichtlich und bescheinigen dem Papier im neuen Jahr Aufholpotenzial: Die große Mehrheit der Experten empfiehlt die Lufthansa Aktie zum Kauf, die Kursziele liegen dabei überwiegend im Bereich zwischen 25 Euro (HSBC, Morgan Stanley) und 28 Euro (Commerzbank).

Allerdings gibt es auch skeptischere Stimmen, etwa von der Citigroup oder Barclays – Experten beider Banken haben im Herbst Daumen und Kursziel mit Blick auf die Lufthansa Aktie gesenkt. Zur Begründung verwiesen sie auf Schwierigkeiten bei Kosten und Umsatz, die sich im dritten Quartal abgezeichnet hatten – sowie die Risiken steigender Öl- und somit auch Kerosinpreise, die der gesamten Branche zu schaffen machen könnten.

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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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