Lufthansa Aktie im Sinkflug: Langwierige Schlichtung voraus

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Die Schlichtung zwischen Lufthansa und UFO gestaltet sich schwierig und könnte lange dauern. Anleger steigen aus, die Aktie sinkt. (Foto: Markus Mainka / shutterstock.com)

Das kann dauern: Die Lufthansa und die Flugbegleitergewerkschaft UFO haben sich auf ein Schlichtungsverfahren verständigt. Dabei haben beide Seiten jedoch tunlichst vermieden, sich auf irgendwelche Fristen oder Termine festnageln zu lassen. Man rechnet offenbar mit einem zähen und langwierigen Verfahren.

Das beginnt schon bei der Suche nach geeigneten Schlichtern. Bislang hat sich noch keine Persönlichkeit gefunden, die die schwierige Aufgabe der Vermittlung zwischen Arbeitnehmervertretern des Kabinenpersonals einerseits und der Airline andererseits übernehmen möchte.

Vorerst keine weiteren Streiks

Immerhin eine gute Nachricht gibt es aus Sicht der Passagiere: Während der Dauer der Schlichtung gilt eine umfassende Friedenspflicht, weitere Streiks sind damit bis auf Weiteres erst einmal vom Tisch. In der vergangenen Woche hatte ein zweitägiger Ausstand der Flugbegleiter zum Ausfall von rund 1.500 Flügen der Lufthansa geführt.

Mit Warnstreiks und Schwierigkeiten bei den Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern hat die Traditionsairline in den vergangenen Jahren immer wieder schmerzliche Erfahrungen machen müssen, vom Kabinenpersonal bis zur Cockpitbesatzung – etliche Arbeitnehmervertretungen riefen ihre Mitglieder bereits zur Arbeitsniederlegung auf, immer wieder blieben die Jets am Boden. Für die Lufthansa eine teure Angelegenheit, die sich nicht nur finanziell in den Bilanzen niederschlägt, sondern auch am Image der eigentlich grundsoliden und zuverlässigen Fluggesellschaft kratzt.

Für die Passagiere sind die Streiks immer wieder ärgerlich. Besonders als vor einigen Jahren Flieger während der Ferienzeit am Boden blieben, war der Frust groß. Zuletzt ging es hingegen am Drehkreuz in Frankfurt friedlicher zu: Durch die frühzeitigen Ankündigungen wussten die meisten Passagiere bereits im Vorfeld Bescheid und konnten rechtzeitig auf andere Flüge oder auch Bahnverbindungen umbuchen, das befürchtete Chaos blieb weitgehend aus.

Lufthansa Aktie: Aufgerieben zwischen Konkurrenten

Dennoch verdeutlicht der aktuelle Konflikt einmal mehr, in welcher Zwickmühle sich die Lufthansa seit geraumer Zeit befindet: Auf der einen Seite steht sie unter Druck von Seiten der konkurrierenden Billiganbieter in Europa, die vor allem die touristischen Reiseziele im Mittelmeerraum günstig anbieten und als Ferienflieger inzwischen bei vielen Passagieren höher in der Gunst stehen als die vergleichsweise teuren Lufthansa-Angebote.

Auf der anderen Seite sind mit den aufstrebenden Luxusairlines aus der Golfregion wie Emirates oder Qatar Airlines seit einigen Jahren Premiumkonkurrenten am Markt, die zum Teil einen deutlich höheren Luxusstandard anbieten als der ehemalige deutsche Staatskonzern.

Für die Lufthansa, die zu beiden Richtungen Kunden verliert, bleibt somit der Fokus vor allem auf Geschäftsreisende, die komfortabel, aber nicht unbedingt luxuriös um den Globus jetten wollen. Dass die Lufthansa aber neben dem harten Konkurrenzkampf immer wieder durch interne Konflikte mit ihren eigenen Mitarbeitern in die Schlagzeilen gerät, verschreckt zunehmend auch ihre Anleger.

Die Lufthansa Aktie befindet sich in diesem Jahr im Sinkflug und notiert auf Jahressicht zweistellig im Minus, wenngleich sie in den letzten Wochen wieder etwas Boden gutmachen konnte. Das Papier zählt 2019 insgesamt zu den schwächsten Werten in einem relativ starken Dax.

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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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