Lufthansa-Aktie: Trendwende voraus?

In den vergangenen Wochen stand die Deutsche Lufthansa – nicht zuletzt wegen des tragischen Absturzes des Flugzeugs der Tochter Germanwings – im Blickfeld. Zuletzt gab es diesbezüglich zahlreiche Diskussionen über die Entschädigungszahlungen. Doch die bevorstehende Neuausrichtung der Kranichlinie dürfte wieder zu positiven Nachrichten führen.

Neues Preissystem

So wird heute ein neues Preismodell verkündet werden, das sich an den bisherigen Billigfliegern orientiert. Demnach wird es schon in wenigen Wochen drei Economy-Tarife namens „Light“, „Classic“ und „Flex“ geben.

Das bedeutet, dass für bestimmte Angebote nur noch Handgepäck im Preis inbegriffen ist und Umbuchungen nicht mehr möglich sind. Nach der Vorstellung heute sollen die Tickets ab dem 1. Oktober buchbar sein.

Diese Maßnahme gilt als ein nahezu revolutionärer Schritt. Bisher galt ein – über Jahre hinweg – relativ einheitliches Tarifsystem als ein Merkmal der Marke Lufthansa. Lediglich bei den Billig-Töchtern wie beispielsweise Germanwings gibt es bereits abgestufte Tarife.

Immerhin soll es im Gegensatz zu den Billigfliegern weiterhin – bei jedem Ticket – kostenlose Getränke und Snacks an Bord geben. Auch die Business-Klasse soll für Geschäftskunden erhalten bleiben.

Lufthansa will eigene Tickets vermehrt verkaufen

Bereits in der vergangenen Woche gab es eine Änderung bei der Preisgestaltung. So gab Lufthansa bekannt, dass die Flugtickets ab September 16 Euro teurer sein sollen, sofern sie über ein globales Vertriebssystem (GDS) erstellt werden. Das ist bislang bei rund 70% der Tickets der Fall.

Mit diesem Schritt versucht der Konzern künftig möglichst viele Tickets selbst zu verkaufen. Damit könnte dann die eigene Ertragskraft gesteigert werden. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Lufthansa einen Umsatz von rund 30 Mrd. Euro. Demgegenüber stand aber nur ein Gewinn von 55 Mio. Euro.

Aus fundamentaler Sicht spricht somit einiges für den Kauf der Aktie: Mit einem KGV von unter 10 und einer Dividendenrendite von mehr als 5% ist dieser Wert auch aus diesen Gesichtspunkten als sehr interessant zu bewerten. Aus charttechnischer Sicht hat sich die Aktie in den letzten Monaten in einer Spanne zwischen 10 und 15 Euro bewegt.

Fundamental gute Voraussetzungen, aber ein Risikofaktor

Die fundamentalen Voraussetzungen für eine nachhaltige Trendwende stehen eigentlich recht gut: Die Fluggesellschaft profitiert vom (voraussichtlich) anhaltend niedrigen Ölpreis. Dies drückt die Kosten. Das neue Preissystem sollte zudem für steigende Erträge sorgen.

Die in Kürze bekannt gegebenen Quartalszahlen dürften – auch wegen der Kerosinpreise -recht positiv ausfallen. Es bleibt jedoch ein Risikofaktor: Ein Pilotenstreik kann weiterhin nicht ausgeschlossen werden, dies würde die Aktie zumindest kurzzeitig belasten. Falls Sie dies vermeiden möchten, warten Sie also vor dem Einstieg ein Ende des Tarifkonflikts ab.

27. Juli 2015

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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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