Luftlöcher voraus!

Wann sind Sie das letzte Mal geflogen? Während der letzten Jahre ist das Flugzeug zu einer Alternative für Bahn und PKW geworden.

Bei Reisen über 500 km lohnt sich meist der Flieger. Grund ist natürlich auch der Preisverfall und die starke Konkurrenz.

Bei diesem Wettbewerbs-Druck gibt es jedoch immer auch Verlierer. Einer dieser Verlierer ist Air Berlin.

Die 1978 gegründete Air Berlin ist mit ihren Tochter-Gesellschaften Niki Luftfahrt und Belair die zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands. Mit 149 Flugzeugen werden rund 147 Destinationen bedient.

Air Berlin fliegt nicht nur auf innerdeutschen und europäischen Strecken, sondern steuert auch Urlaubsziele in Nordafrika, Asien und Amerika an. 2006 ging Air Berlin an die Börse.

Air Berlin fliegt weiter ins Minus

Air Berlin bleibt ein Sanierungsfall. Im 3. Quartal 2015 gab es zwar ein paar Hoffnungs-Schimmer für eine verbesserte finanzielle Leistungsfähigkeit, unterm Strich wird am Jahresende aber wieder ein stark rotes Minus stehen.

Der Umsatz konnte trotz der Strecken-Reduzierung auf dem Vorjahres-Niveau stabilisiert werden.

Ein höherer Gesamt-Umsatz je Sitzplatz-Kilometer und eine verbesserte Kapazitäts-Auslastung zeigten Wirkung.

Das operative Ergebnis wurde um 8,7% auf 81,4 Mio. € gesteigert. Auf Basis der ersten 9 Monate steht aber beim Netto-Ergebnis ein Minus von 209 Mio. €.

Werden Zubringer-Flüge für Etihad gestrichen?

Der Vorstands-Vorsitzende Pichler will den Konzern innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate in die schwarzen Zahlen führen.

Die neue strategische Ausrichtung:

der Ausbau von profitablen Langstrecken-Flügen in die USA und nach Kuba, die Drehkreuze Berlin und Düsseldorf stärken, das Flugangebot nach Mallorca erhöhen und die Zusammenarbeit mit den Partnern Alitalia und Etihad intensivieren.

Zusätzlich soll der Marktanteil bei den Firmen-Kunden innerhalb der nächsten 3 Jahre verdoppelt werden.

Entscheidend für Air Berlins Überleben wird aber die Frage sein, ob Air Berlin zukünftig weiterhin Gemeinschafts-Flüge mit dem Großinvestor Etihad anbieten kann;

eine elementare Voraussetzung für Etihads (auch finanzielles) Engagement, da Etihad auf Air Berlins Zubringer-Flüge zu Etihads Drehkreuz Abu Dhabi angewiesen ist.

Das Bundesverkehrs-Ministerium zeigte sich bis dato bedeckt. Das Eigenkapital-Polster ist aufgebraucht. Die Aktie erreichte ein neues Tief.

Finger weg!

Der Fall Air Berlin zeigt, wie sich finanzielle Abhängigkeit von einem Investor zur Sackgasse entwickeln kann.

Zwar kann Etihad Air Berlin am Leben erhalten, doch kann die  Airline aus Abu Dhabi den Berlinern auch jederzeit den Geldhahn zudrehen.

Nun kommt auch noch die ausstehende Entscheidung des Bundesverkehrs-Ministeriums hinzu. Lassen Sie von der Aktie besser die Finger!

13. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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