Lululemon-Aktie geht nach Übernahme-Hammer durch die Decke

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Der Sportklamottenhersteller Lululemon legt 500 Millionen für Start-Up Mirror auf den Tisch und will auf den boomenden "Heimsport-Trend" aufspringen. (Foto: gopixa)

Während auf Grund der Corona-Krise zahlreiche Aktien noch meilenweit von ihren Höchstständen entfernt sind, eilen die Papiere des US-Konzerns Lululemon von einem Rekord zum nächsten. Ein Plus von 126% seit dem März-Tief, +35% seit dem Jahreswechsel und mehr als 500% Kursgewinn innerhalb der letzten drei Jahre sind durchaus beeindruckend. Zuletzt wurde die Euphorie beim Sportklamottenhersteller Lululemon durch eine Mega-Übernahme befeuert. Für 500 Millionen Dollar will der Konzern den Fitness-Systemanbieter Mirror schlucken und damit sein Produktangebot deutlich ausweiten.

Lululemon im Portrait

Bevor ich auf den jüngsten Deal eingehe, möchte ich Ihnen die US-Firma Lululemon gerne näher vorstellen. Auch wenn der Börsenwert inzwischen auf über 38 Milliarden Dollar angeschwollen ist, dürfte die Fitness-Firma hierzulande nicht jedem bekannt sein.

Lululemon Athletica ist ein kanadischer Einzelhändler für Sportbekleidung. Lululemon wurde 1998 in Kanada als Einzelhändler für Yoga-Bekleidung gegründet und verkauft seine Produkte inzwischen international in 460 Läden sowie online. Das Unternehmen hat seine Produktpalette um verschiedene Sportbekleidungstypen erweitert, darunter Sporthemden, Shorts und Hosen sowie Lifestyle-Bekleidung und Yoga-Accessoires. Lululemon lagert fast seine gesamte Produktion aus, mit Lieferanten in Südostasien, Südasien, China und anderen Ländern. Nur etwa 8% seiner Produkte werden in Nordamerika hergestellt

Mehr Lifestyle als „nur“ Sportklamotten

In den vergangenen Jahren war der Konzern ausgesprochen erfolgreich. Dabei ging es nicht nur um die Vermarktung von Sportkleidung, sondern um die Vermittlung eines gesunden und bewussten Lebensstils. Wie gut die Produkte bei den Kunden ankamen, zeigt Ihnen ein Blick in das Zahlenwerk: Seit 2006 explodierten die Umsätze förmlich von 84 Millionen Dollar auf 3,97 Milliarden Dollar im zurückliegenden Geschäftsjahr. Auch bei den Gewinnen ging es deutlich von 1 auf inzwischen 646 Millionen Dollar vorwärts.

Lululemon legt halbe Milliarde Dollar für Start-Up auf den Tisch

Dass der Sportkonzern nicht nur organisch wachsen will, sondern auch über Zukäufe, zeigt eindrucksvoll der jüngste Deal: Für 500 Millionen Dollar will Lululemon die 2018 gegründete Firma Mirror schlucken. Mirror bietet interaktive Bildschirme und zugehörige Kurse sowie Übungsprogramme für die eigene Wohnung an.

Das Markenprodukt von Mirror, das wie ein Standard-Spiegel in voller Länge aussieht, wenn es nicht benutzt wird, wird für 1.495 Dollar verkauft. Käufer können auch in Raten von 42 Dollar pro Monat bezahlen.

Strategische Partnerschaft mündet in Komplettübernahme

Lululemon hatte im vergangenen Jahr erstmals in das Unternehmen investiert. Die strategische Partnerschaft mündete in die nun angekündigte vollständige Übernahme. Mit dem Deal baut der Konzern seine Produktpalette deutlich aus. In vielen seiner bestehenden Läden bietet die Firma schon seit längerem kostenlose Yoga-Kurse an. Im letzten Sommer wurde in Chicago auch ein Geschäft mit einem Fitnessstudio eröffnet.

Trend zur Heimfitness ungebrochen

Mit der Übernahme springt Lululemon auf den Heimfitness-Trend auf, der zuletzt durch die Corona-Krise extrem befeuert wurde. Heimfitness-Produkte wie Peloton-Fahrräder und das an der Wand montierte Gerät von Mirror haben an Popularität gewonnen, da die Coronavirus-Pandemie die Fitnessstudios zu Schließungen gezwungen hat. Im nächsten Jahr soll bei Mirror die Gewinnschwelle erreicht werden. Zudem soll mit der Übernahme der Verkauf der eigenen Sportkleidung deutlich angekurbelt werden.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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