Luxus-Aktien mit Langfristpotenzial: Burberry und LVMH

Burberry konnte sich vom insgesamt schwachen Luxusgütermarkt nicht abkoppeln. Der Umsatz stagnierte im vergangenen Geschäftsjahr und betrug 2,5 Mrd. £.

Besonders das 2. Halbjahr verlief enttäuschend: In Europa musste Burberry Einbußen hinnehmen, weil aufgrund der Terror-Anschläge weniger chinesische Touristen kamen.

Der Gewinn ging unter dem Strich um 7,9% auf 310 Mio. £ zurück.

Unternehmen reagiert sofort auf Umsatz-Einbußen und ergreift entsprechende Maßnahmen

Burberry hat bereits eine Reihe strategischer Maßnahmen ergriffen, um sich für die Zukunft optimal aufzustellen. So wurden in New York, Seoul und Tokio neue Flagship-Stores eröffnet.

Durch die Etablierung von Burberry als einzige Kernmarke möchte das Unternehmen die Kundenbindung stärken.

Schon jetzt ist Burberry eine der 5 bekanntesten Luxusmarken der Welt. Die Social Media Kanäle des Unternehmens haben mehr als 40 Mio. Follower.

Um die Beliebtheit in Gewinn für die Aktionäre umzuwandeln, wird unter dem Eindruck des schwachen Marktumfeldes ein Sparprogramm aufgelegt. In den nächsten 3 Jahren sollen so 100 Mio. £ eingespart werden. Zudem wird die Vertriebs-Struktur angepasst.

Die Margen werden sich verbessern

Während die Einzelhandels-Umsätze, die ohnehin bereits den Löwenanteil des Umsatzes ausmachen, im laufenden Geschäftsjahr 1-stellig wachsen sollen, wird der Großhandel weiter zurückgefahren.

Wir erwarten durch diese Maßnahme eine deutliche Verbesserung der Marge, weil eine Handelsstufe ausgeschaltet wird. Dank liquider Mittel von mehr als 700 Mio. £ ist zudem die Kasse für Investitionen gut gefüllt.

Auch die Dividende dürfte in Zukunft steigen. Wir erwarten eine weit überdurchschnittliche Kursentwicklung und stufen Burberry mit 5 Sternen ein.

Unternehmens-Porträt

Burberry Group plc wurde bekannt durch die gleichnamige Modemarke. Das einprägsame Karo-Muster ist weltweit bekannt.

Neben dem direkten Vertrieb in konzerneigenen Ladenlokalen verdient der Konzern v. a. durch den Großhandel und das Lizenz-Geschäft. Neben Lederwaren, Kleidung, Uhren und Schmuck werden auch Kosmetik und Parfüm vertrieben.

LVMH: Der Markt für Luxusgüter bleibt v. a. in Asien angespannt

Davon kann sich auch Branchen-Primus LVMH nicht abkoppeln. Trotzdem konnte der Umsatz im 1. Quartal um 3,6% auf 8,6 Mrd. € gesteigert werden. Zum Gewinn wurde keine Angabe gemacht.

Überraschenderweise stagnierte der Umsatz in der wichtigsten Sparte, dem Verkauf von Kleidung und Lederwaren, die 15 starke Marken wie Louis Vuitton und Christian Dior vereint.

Eine Preiserhöhung im vergangenen Jahr führte zu geringeren Absatzzahlen. Die anderen Bereiche konnten jedoch allesamt zulegen.

Besonders dynamisch entwickelte sich das Uhren- und Juwelier-Geschäft

Viele andere Konzerne berichteten in diesem Bereich zuletzt über Absatz-Probleme. LVMH konnte neue Marktanteile gewinnen und erzielte ein Umsatz-Wachstum um 7% auf 774 Mio. €.

Regional betrachtet lieferte vor allem der asiatische Markt weiterhin durchwachsene Ergebnisse ab. Lediglich in Japan lief das Geschäft rund.

Wachstum kommt hingegen aus den USA und aus Europa. Der französische Heimatmarkt bildet allerdings eine Ausnahme, da aufgrund der Terror-Anschläge viel weniger Touristen nach Frankreich kommen. Möglicherweise kann die Fußball-EM für neuen Schwung sorgen.

LVMH setzt auf die Strahlkraft der Marken und lässt sich die Pflege des Images einiges kosten. 2015 sind die Marketing-Ausgaben für die rund 70 Marken noch einmal kräftig gestiegen und betrugen 13,8 Mrd. €. Die Investitionen werden sich auszahlen.

Unternehmens-Porträt

Die LVMH-Gruppe (Louis Vuitton Moét Hennessy), weltgrößter Luxusgüter-Konzern, produziert und vertreibt:

  • Weine & Spirituosen (Hennessy, Pommery),
  • Mode- & Lederwaren (Louis Vuitton, Kenzo, Givenchy),
  • Parfüms & Kosmetika (Dior, Guerlain),
  • Schmuck & Uhren (TAG Heuer, Bulgari).

Über ausgesuchte Boutiquen, Shops und Einzelhandels-Ketten (Sephora, Le Bon Marche) werden weitere Haute-Couture-Artikel angeboten.

29. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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