Luxus ist gefragt

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Schuhe und Juwelen standen 2018 bei den Luxus-Shoppern ganz oben in der Gunst, gefolgt von Handtaschen und Schönheitsprodukten. (Foto: Sergio Monti Photography / shutterstock.com)

Die Luxusbranche präsentierte sich im vergangenen Jahr in einer soliden Verfassung.

Der Markt für persönliche Luxusgüter erreichte ein Niveau von 260 Mrd. $ (+6%). Angetrieben wurde das Wachstum in erster Linie durch den lokalen Konsum, während die Luxusausgaben der Touristen stagnierten, was sich unter anderem durch die starken Währungen in den USA und Europa erklären lässt. Schuhe und Juwelen standen 2018 bei den Luxus-Shoppern ganz oben in der Gunst, gefolgt von Handtaschen und Schönheitsprodukten. Uhren verharrten auf dem Vorjahresniveau, und der Bereich Fashion war rückläufig.

7 Makro-Trends formen die Zukunft

Die Aussichten für den Luxusmarkt sind anhaltend gut. Bain & Company geht davon aus, dass der Markt bis 2025 zwischen 3 und 5% auf ein Volumen von 320 bis 365 Mrd. $ zulegen wird. 7 Makro-Trends werden die Zukunft der Luxusbranche entscheidend beeinflussen:

1. Der Anteil der chinesischen Konsumenten wird mittelfristig auf 50% (2018: 33%) klettern. 2. Die Onlinewelt wird das Luxusshopping-Erlebnis stärker durchdringen. Ein Viertel der Käufe soll bis 2025 online erfolgen. 3. Infolge des E-Commerce werden Filialnetzwerke reduziert werden. Filialen werden sich von reinen Verkaufspunkten zu Berührungspunkten (wie man es zum Beispiel von Apple kennt) wandeln. 4. Wachstumstreiber werden die jüngeren Generationen (Y und Z) sein. Sie werden für rund 55% der Käufe 2025 verantwortlich sein. Entsprechend müssen Unternehmen auf die neuen Shoppinggewohnheiten dieser Generationen reagieren.

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5. Kulturen und Subkulturen (Religionen, Ethnie) werden Konsumtrends stärker beeinflussen. 6. Die Wettbewerbsgrenzen werden fließender, und Unternehmen werden ihr Angebot stärker auf den einzelnen Konsumenten zuschneiden müssen. 7. Die durchschnittliche operative Marge ist auf 20% angestiegen. Um dieses hohe Niveau zu halten, müssen Marken auf den technologischen Wandel immer schneller reagieren und sich anpassen.

Wie schneiden unsere Unternehmen ab?

Kering (2309) bleibt unser einziger 5-Sterne-Wert in der Aktien-Analyse. Angetrieben von den Verkäufen der Marke Gucci wurden 2018 hohe zweistellige Zuwächse beim Umsatz auf vergleichbarer Basis (+26,3%) und bereinigtem Gewinn (+51%) erzielt. Der Jahresauftakt mit einem Umsatzplus von 21,9% im 1. Quartal spricht für ein weiteres Rekordjahr. LVMH ist ebenfalls auf Rekordkurs, hat aber nicht die Geschäftsdynamik wie Kering. Zudem ist das KGV historisch hoch.

Im Schmuckgeschäft mit der Marke Cartier laufen die Geschäfte für Richemont gut. Probleme bereitet dem Konzern der Übergang ins digitale Zeitalter. Die übernommenen Online-Plattformen belasten die Marge. Auf Basis des KGVs hat Swatch eine attraktive Bewertung. Die Geschäftsentwicklung wird aber durch den hohen Umsatzanteil in China (USA/China-Handelskonflikt) und die schwachen Exportzahlen der günstigen Uhrenmodelle gebremst. Der Handelskonflikt trübt auch Tiffanys Geschäfte aktuell.

Zuletzt konnten aber eine Rekord-Umsatzrendite und nach 4 Jahren ein neuer Umsatzrekord präsentiert werden. Bei Burberry stehen die Zeichen vorerst auf Stagnation, und Tapestrys Geschäftsentwicklung hat sich spürbar abgeschwächt. Mit Estée Lauder habe ich neu in die Aktien-Analyse aufgenommen, ein echtes Qualitätsunternehmen. Eine Umsatzrendite von mehr als 10%, eine Eigenkapitalrendite von mehr als 30% und seit vielen Jahren kontinuierlich steigende Umsätze und Gewinne sprechen für sich.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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