Luxus-Konzern vor Neuausrichtung

Wenn es um edle Taschen und Accessoires geht, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Farben, Formen und natürlich auch das Label spielen für Kunden eine große Rolle und lassen zu jeder Saison andere Produkte unwiderstehlich erscheinen.

Auch wenn Anleger eher nüchtern vorgehen und sich auf Fakten stürzen, sind Luxusgüter doch ein spannendes Feld. Unternehmen, die starke Marken und ein gutes Image haben, können auch punkten.

Wie ist das bei Coach? Coach wurde 1941 in New York gegründet und betätigt sich schwerpunktmäßig als exklusiver Designer, Hersteller und Einzelhändler für Leder-Handtaschen und Accessoires.

Zur Produktpalette gehören aber auch Schuhe, Schmuck, Kleidung, Reisetaschen und Sonnenbrillen. Mit dem Markteintritt in Europa und Asien wird die internationale Expansion vorangetrieben.

Schwaches Geschäft in den USA

Coach befindet sich mitten in einer Umstrukturierungsphase. Das verdeutlicht auch der Blick auf die Geschäftszahlen. 2015 war ein Übergangsjahr für Coach. Der Umsatz reduzierte sich um 12,8% auf 4,2 Mrd $. Der Gewinn ging um 19,5% auf 402 Mio $ zurück.

Bisher war Coach stark auf den US-Markt ausgerichtet. Noch immer werden 59% der Umsätze in Nordamerika erzielt. Die starke Abhängigkeit rächt sich, denn im abgelaufenen Geschäftsjahr musste Coach herbe Rückgänge in Höhe von 20% in den USA verkraften. Jetzt soll das internationale Profil geschärft werden, um den Anschluss in Europa und Asien zu finden.

Guter Anfang, doch Anleger sollten abwarten

Zudem verfolgt Coach ein rigoroses Sparprogramm. Im vergangenen Jahr wurde der Personalbestand um 1.400 auf 15.800 Stellen reduziert. Der eingeschlagene Weg wird fortgesetzt. Im kommenden Jahr rechnet Coach für den Konzernumbau noch einmal mit Sonderbelastungen in Höhe von 50 Mio $.

Gleichzeitig wurde das Produktportfolio überarbeitet. Seit dem Kauf von Stuart Weitzmann im Mai gehört ein Luxushersteller von Damenschuhen zum Unternehmen. Die Marke passt gut in das bisher von Handtaschen geprägte Sortiment. Zudem positioniert sich Coach stärker im Luxussegment.

Im 1. Quartal 2016 stabilisierten sich die Umsätze bereits. Die Einnahmen betrugen 1,0 Mrd $ und lagen damit ungefähr auf Vorjahresniveau. Der Gewinn sank jedoch um 19,1% auf 96,4 Mio $. Wir erwarten jedoch, dass Coach bald von der Neuausrichtung profitieren wird.

In den kommenden 6 bis 12 Monaten gehen wir von einer durchschnittlichen Kursentwicklung aus. Positiv wiegt auf jeden Fall die Dividendenrendite von 4%. Gelingt die Neuausrichtung und klettern die Umsätze in Europa und Asien, kann Coach bald interessant werden.

21. Januar 2016

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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