Luxusbranche bleibt auf Wachstumskurs

LVMH Symbolbild Louis Vitton Laden RED_shutterstock_197901746_TonyF3112

Ich gehen davon aus, dass das globale Luxusgeschäft im vergangenen Jahr um 4 bis 6% zuleget hat und bis 2025 Zuwachsraten von 3 bis 5% in Aussicht stellt. (Foto: TonyF3112 / shutterstock.com)

Die Beratungsfirma Bain & Company sowie der italienische Luxusgüterverband Altagamma haben in einem Update ihre Prognosen für die Entwicklung des weltweiten Luxusgütermarkts weitgehend bestätigt.

Sie gehen davon aus, dass das globale Luxusgeschäft 2019 um 4 bis 6% auf ein Volumen von 271 bis 276 Mrd. € zulegen wird. Bis 2025 werden Zuwachsraten von 3 bis 5% in Aussicht gestellt. Die Kauflust der asiatischen Konsumenten ist der Haupttreiber dieser Entwicklung. Allen voran in China boomt der Luxusmarkt. Gemäß Bain wird der Markt für Premium-Luxusmarken in China 2019 um 20% wachsen.

Aber auch außerhalb Chinas werden für Asien Wachstumsraten von 10 bis 12% prognostiziert; ermöglicht durch die wachsende Mittelschicht beispielsweise in Vietnam, Philippinen und Indonesien. Für alle anderen Regionen geht die Studie von moderateren Zuwächsen aus. Für Europa wird lediglich ein Umsatzplus von 1 bis 3% für möglich gehalten.

Der Edel-Juwelier Tiffany wird übernommen

LVMH hat wieder zugeschlagen und landet einen weiteren Milliarden-Coup. Nachdem der Konzern 2011 den Edel-Juwelier Bulgari für 5,2 Mrd. $ übernommen hat, wird der Konzern das US-Traditionshaus Tiffany für 11,2 Mrd. $ kaufen. Es ist die größte Akquisition in der Unternehmensgeschichte. Mitte Oktober hatte LVMH die erste Offerte mit 120 $ je Aktie auf den Tisch gelegt. Nachdem das Angebot zweimal auf 135 $ in bar erhöht wurde, hat Tiffany eingelenkt und das Angebot akzeptiert. Der US-Juwelier hatte zuletzt mit einem etwas angestaubten Image zu kämpfen und konnte nicht im gleichen Maße wie die Konkurrenz die Umsätze steigern.

Neben dem Imageproblem hatte der Handelskonflikt zwischen den USA und China die Geschäfte belastet, da weniger chinesische Touristen die US-Filialen aufsuchten. Die Akquisition fügt sich bei LVMH gut ins Bild, da der zuletzt rückläufige Umsatzanteil in Nordamerika erhöht wird und man den Abstand zum Weltmarktführer im Bereich Schmuck und Uhren, Richemont, verringert. Tiffany dürfte von der Infrastruktur und Expertise LVMHs profitieren. Bereits bei Bulgari hat LVMHs Management bewiesen, wie es das Potenzial einer Marke heben kann. Bulgaris Umsatz wurde seit 2011 nahezu verdoppelt.

Das Luxushaus Hermès kommt neu in meine Beobachtungsliste

Der Ursprung des Luxusgüterunternehmens liegt in Deutschland. Es wurde 1837 von dem Deutschen Thierry Hermès in Paris gegründet. Zunächst handelte er mit hochwertigem Pferdegeschirr und Zaumzeug, später mit Pferdesätteln, die noch heute verkauft werden. Ab 1890 wurde das Sortiment um exklusive Koffer sowie Ledertaschen und ab 1920 um Handtaschen erweitert. Später kamen andere hochwertige Lederwaren, Seiden- und Kaschmirschals, Schuhe, Handschuhe, Schmuck, Uhren und andere Accessoires hinzu.

Die Marke Hermès steht in hohem Maße für Exklusivität. Beispielsweise kommt die teuerste Handtasche der Welt mit 338 Tsd. € aus dem Hause Hermès. Begehrte Handtaschen-Klassiker wie die Kelly Bag oder die Birkin Bag haben Kultstatus. Sie werden nur in sehr begrenzter Auflage produziert und haben mehrjährige Wartezeiten. Noch heute befindet sich der Konzern mehrheitlich im Familienbesitz, was den anderen Aktionären aber nicht zum Nachteil gereicht.

Der Aktienkurs hat sich in den vergangenen 10 Jahren mehr als versechsfacht. Ein Spiegelbild der starken Geschäftsentwicklung. Der Umsatz kletterte im gleichen Zeitraum um 180%; der Gewinn um knapp 300%. Nicht einmal in der Finanzkrise 2008/2009 gab es rückläufige Verkäufe und Gewinne. Einziger Nachteil: Die Unternehmensstärke und guten Zukunftsaussichten sind kein Geheimnis, entsprechend hoch ist die Bewertung.

LVMH Symbolbild Louis Vitton Laden RED_shutterstock_197901746_TonyF3112

Luxus als sicheres InvestmentLuxus-Konzerne profitieren vom wachsenden Wohlstand – und von klugen Entscheidungen. Wie wir LVMH heute sehen und was wir von der Aktie erwarten. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Volker Gelfarth. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz