Luxusmarkt ist hoch bewertet

Die gestiegene Zuversicht in der Luxusbranche spiegelt sich auch in den hohen Bewertungen der Unternehmen wider. (Foto: andersphoto / Shutterstock.com)

Der globale Luxusmarkt ist 2017 mit einem Wachstum von 5% auf den Wachstumspfad zurückgekehrt.

Der Markt für persönliche Luxusgüter wird mit 262 Mrd. € ein neues Rekord-Marktvolumen erreichen. Das Wachstum ist breit gestreut und umfasst viele Regionen. Es wird sowohl vom lokalen Konsum als auch von Touristenkäufen angetrieben. Insbesondere die Chinesen haben zur Konsumlust zurückgefunden. Auf dem Heimatmarkt setzten sie 15% mehr um. Aber auch im Ausland konsumieren die Chinesen mehr. Ihr Anteil am globalen Konsum von Luxusartikeln wird in diesem Jahr laut einer Studie von Bain & Company (B&C) 32% betragen.

Wachstum ist robust und breit gestreut

Hongkong und Macau kehrten nach einer längeren Schwächephase in die Wachstumszone zurück. Japan, beflügelt von einem günstigen Wechselkurs, wuchs um 4%. Europa zeigte sich stark erholt und legte um 6% zu. Die Anschlagsserien sind in den Hintergrund gerückt.

Mit einem Umsatz von 87 Mrd. € im Einzelhandel hat Europa die Spitzenposition für Luxusartikelverkäufe zurückerobert. Die Region Amerika (Nord- und Südamerika) wurde mit 84 Mrd. € auf Platz 2 verwiesen. Während das Geschäftsumfeld in den USA weiterhin schwächelt, gehören Kanada und Mexiko zu den Gewinnern.

Online-Kanal gewinnt an Bedeutung

Luxusartikel, allen voran Accessoires und Mode, werden zunehmend online gekauft. Die Online-Verkäufe schnellten um 24% in die Höhe. B&C schätzen, dass bis 2025 rund 25% der Luxusartikel online und 75% in Filialen gekauft werden. Mode, Schönheitsartikel und Uhren werden am häufigsten gekauft. Die Kategorien Schuhe, Schmuck und Taschen, wachsen hingegen am schnellsten. B&C geht davon aus, dass der Markt in den kommenden 3 Jahren um 4 bis 5% zulegen kann und bis 2020 ein Volumen von 295 bis 305 Mrd. € erreichen wird.

Hohe Bewertungen deckeln das Kurspotenzial

Die gestiegene Zuversicht in der Luxusbranche spiegelt sich in den Bewertungen unserer Titel wider. Obwohl unsere Unternehmen überwiegend auf einen guten bis sehr guten Geschäftsverlauf blicken können, haben wir mit Ausnahme von Kering nicht mehr als 3 Sterne in der Aktien-Analyse vergeben. Aus unserer Sicht ist das Kurspotenzial durch die hohen Bewertungen begrenzt. LVMH steuert auf ein neues Rekordjahr zu. Die Marke Louis Vuitton setzt ihren beeindruckenden Erfolgskurs fort.

Mit Dior Couture und Rimowa wurde das Markenportfolio um starke Marken erweitert. Richemont profitiert stark vom Comeback der Uhrenbranche. Umsatz und Margen wurden deutlich gesteigert. Der Umbau und die Verjüngung des Managements wurden abgeschlossen, und der Ausbau des Online-Vertriebskanals rückt in den Fokus der Unternehmenstätigkeit.

Swatch spürt seit dem Sommer eine stark anziehende Nachfrage. CEO Hayek sieht den Konzern vor einem massiven Aufschwung. Tapestry, ehemals Coach, hat sich durch die Übernahme von Kate Spade für 2,4 Mrd. $ zu einem Mehrmarken-Konzern gewandelt, was durch die Namensänderung zum Ausdruck gebracht werden soll. Die Repositionierung der Kernmarke Coach macht gute Fortschritte.

Burberry tritt in eine Phase der Stagnation ein. Der Konzern schärft sein Profil und will sich künftig ausschließlich auf den Luxusbereich konzentrieren. Erst ab 2020 soll die Neuausrichtung zu einer spürbaren Geschäftsbelebung führen. Kering hat trotz des hohen KGVs 4 Sterne in der Aktien-Analyse erhalten, da die hohe Bewertung aus unserer Sicht durch die starke Umsatz- und Gewinndynamik gerechtfertigt ist. Die Luxusmarken Gucci und Yves Saint Laurent verkaufen sich wie geschnitten Brot. Die Marke Puma ist wieder angesagt.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.