Lynas: Der nächste australische Seltene-Erden Produzent

Speziell in den vergangenen Tagen ist das Segment der Seltenen Erden Aktien stark durcheinander gewirbelt worden. Eine Aktie im Fokus war dabei Lynas Corp aus Australien. Dem heftigen Absturz folgte ein unglaublicher Anstieg von knapp 40% an einem Tag. Was war da los und warum ist Lynas gerade jetzt wieder ein interessanter Wert?

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2010/11 hat Lyans eine Erhöhung des Nettoverlustes um mehr als 30% auf 57,3 Mio. AUD gemeldet. Dafür war jedoch hauptsächlich die Produktionsaufnahme in der Mount Weld Mine verantwortlich. Dort wird jetzt seit Mai das erste Konzentrat produziert.

Damit ist aber auch klar, dass sich Lynas derzeit vom fortgeschrittenen Explorer zum Produzenten entwickelt.

Die Börse hat jedoch zunächst einmal hauptsächlich den gestiegenen Verlust und die zuletzt gefallenen Preis für die Seltenen Erden gesehen und die Aktie mächtig abgestraft. Das ist jedoch völlig überzogen, denn Lyans Corp bringt derzeit die erste neue Lagerstätte außerhalb Chinas in die Produktion. Damit ist das australische Unternehmen deutlich weiter, als alle anderen Explorer aus diesem Segment.

Lynas hat eine große Ressource und startet aktuell mit der Produktion

Grundsätzlich ist es so, dass die Lynas-Aktie in den meisten Seltene Erden Indizes stark vertreten ist. Das ist auch nicht verwundelrlich. Mit dem Mount-Weld-Projekt in Australien besitzt Lynas auch eines der größten Seltenerdvorkommen außerhalb von China.

Dazu ist das Projekt noch extrem hochgradig, was folgende Zahlen eindrucksvoll verdeutlichen: So beträgt die Ressource in der gemessenen Kategorie 1,2 Millionen Tonnen mit einem Grad von 15,6 Prozent SEO. Beim Mount-Weld-Projekt wird aktuell mit einer Produktionsmenge von 10.500 Tonnen SEO kalkuliert.

Das entspricht ungefähr der Hälfte der Menge, die beim kalifornischen Mountain-Pass-Projekt von Molycorp als Jahresproduktion zunächst angestrebt wird.

Interessant ist bei diesem Projekt der Cut-Off-Grade von 2,5 Prozent SEO. In der Praxis heißt das: Mineralisierungen von weniger als 2,5 Prozent werden nicht mehr in die Ressource mit eingerechnet. Bei vielen anderen Projekten gehören solche Konzentrationen schon zu den höchsten Werten.

Dafür ist es aber auch nicht so einfach, die Seltenen Erden beim Mount-Weld-Projekt zu fördern. Das hat 2008 dazu geführt, das Lynas die Arbeiten am Projekt einstellen musste, weil eine notwendige Finanzierung nicht auf die Beine gestellt werden konnte.

Das Material der Mount-Weld-Mine wird in die eigene Weiterverarbeitungsanlage nach Malaysia transportiert. Dort sollen in einer ersten Phase 11.000 Tonnen SEO pro Jahr produziert werden. In der zweiten Ausbaustufe ist dann eine Erweiterung auf bis zu 22.000 Tonnen möglich.

In dieser fortgeschrittenen Phase hat Lynas auch schon feste Lieferverträge abgeschlossen. Neben sieben bestehenden Verträgen gibt es ebenfalls noch eine Absichtserklärung („Letter of Intent“) mit einem weiteren Unternehmen. In der Summe bringen es allein vier Verträge zusammen auf ein Volumen von rund 500 Millionen AUS-Dollar.

Zudem gibt es mit Siemens eine erste Vereinbarung zum Aufbau eines Joint-Ventures zur Produktion von Neodym-Hochleistungsmagneten.

Mit dem Start der kompletten Produktion Ende 2011 ist Lynas Corp das erste Unternehmen außerhalb Chinas, das mit der weltweiten Vermarktung beginnt. Dieser strategische Vorteil wird derzeit a den Finanzmärkten ignoriert – noch ist vielleicht besser zu sagen.

30. September 2011

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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