Machen Sie es wie die Banker: Leihen Sie Banken kein Geld!

Banken vertrauen Banken nicht. Banker leihen ihren Kollegen selbst über Nacht kein Geld mehr. Das sollte Sie warnen und – Sie sollten es genauso machen wie die Banker:

Leihen Sie den Banken kein Geld mehr

Denn wenn Banker Banken so stark misstrauen, dass sie den Kollegen ihr Geld selbst über Nacht nicht mehr anvertrauen, bedeutet das: Da liegt was im Argen.

Wenn Banker Banken so stark misstrauen, dass sie den Kollegen ihr Geld selbst über Nacht nicht mehr anvertrauen, dann sollten Sie dieses eine Mal den Bankern trauen und den Banken auch kein Geld mehr leihen. Denn die Banken werden am besten wissen, wie es um ihre Branche steht.

Banken untereinander haben selbst kein minimales Vertrauen mehr

Typischerweise ergeben sich bei Banken durch die laufenden Tagesgeschäfte nach Geschäftsschluss Überschüsse oder Minusbeträge. Diese gleichen die Banken normalerweise aus, indem die Bank mit den Überschüssen der Bank mit dem Minusbetrag eine entsprechende Summe über Nacht leiht. Dafür wird ein Zins gezahlt.

Dieses Vorgehen setzt bei der verleihenden Bank ein Mindestmaß an Vertrauen voraus, dass sie ihr Geld am anderen Morgen wieder zurückbekommt. Dieses ist auch ein kleines Vertrauenssignal, das an die Kunden ausgesandt wird.

Jetzt ist es wieder so, wie auf dem Höhepunkt der Bankenkrise des Jahres 2008: Immer mehr Banker parken ihr überschüssiges Geld über Nacht lieber bei der Europäischen Zentralbank (EZB), anstatt es anderen Banken zur Verfügung zu stellen.

Einzig möglicher Grund: Die Bank mit dem Überschuss hält es für möglich, dass die Bank, der sie das Geld sonst über Nacht leihen würde, dieses am anderen Morgen nicht mehr zurückzahlen kann, weil sie pleite ist.

Kein Vertrauen = Warnsignal

Selbst minimales Vertrauen ist nicht mehr vorhanden. Ein Warnsignal an uns alle! Dieses sollten Sie ernst nehmen und Ihr Geld den Banken auch nicht mehr leihen. Zur Einordnung:

Mit Banken können Sie unterschiedliche Geschäfte tätigen.

Girokonto, Spargelder etc. sind sicher

Da sind die Einlagen auf dem Girokonto, Tagesgeldkonto, Sparbuch und vergleichbare Gelder. Diese sind im rechtlichen Sinne keine Geldverleihung an die Banken und sind durch entsprechende Sicherheiten (Einlagensicherungsfonds etc.) geschützt. Da gibt es keinen Grund, etwas zu ändern.

Ganz anders hier:

Zertifikate = Inhaberschuldverschreibungen = Geld der Bank leihen

Zertifikate, Optionsscheine, K.o.-Scheine, CFDs, Bonus-Zertifikate und wie die von Banken emittierten Papiere (Derivate) auch immer heißen, haben alle eines gemeinsam: Es sind Inhaberschuldverschreibungen – und das heißt:

Bei Inhaberschuldverschreibungen leihen Sie der Bank (dem Emittenten) Geld und erhalten dafür ein Versprechen (Gewinn aus dem Derivat). Aber:

Ist die Bank insolvent, ist Ihr Geld weg. Ob das Derivat am Abend zuvor noch +30%, +100% oder auch +500% im Gewinn stand, spielt keine Rolle. Die Bank kann nicht mehr zahlen. Ende, aus, Feierabend – Ihr Geld ist weg.

Unwahrscheinlich? Ja. – Unmöglich? Nein!

Dass dieser Fall eintritt, ist unwahrscheinlich. Aber ich würde keinen Euro darauf setzen, dass dieser Fall nie eintritt. Da halte ich es wie die Banker untereinander: Ich traue den Banken nicht.

Einmal kann ich aus vollster Überzeugung sagen: Machen Sie es wie die Banken

Das hätte ich in den letzten Jahren nie für möglich gehalten, dass ich sagen kann: Ich stimme den Bankern voll und ganz zu und empfehle sogar dringend, so zu handeln wie die Banken.

Deshalb meine Empfehlung: Leihen Sie den Banken keinen Cent, nichtmals über Nacht. Das tun die Banker untereinander ja auch nicht.

Konkret: Kaufen Sie keine Zertifikate, Optionsscheine, K.o.-Scheine, CFDs, Bonus-Zertifikate und wie die von Banken emittierten Papiere (Derivate) auch immer heißen. Denn hier leihen Sie den Banken Geld und damit haben Sie das Risiko, Ihr Geld nie mehr wieder zu sehen.

Die Lösung ist ganz einfach: Handeln Sie das Original, die Optionen. Diese werden nicht von Banken emittiert und kennen dieses Totalverlustrisiko wegen Insolvenz einer Bank oder eines Wertpapierhauses nicht.

Zum guten Schluss: Am 12.10.1492, also heute vor genau 519 Jahren, landete Christoph Kolumbus in Amerika. Seitdem gilt er als Entdecker Amerikas. Diese Landung und die folgende Kolonisierung Amerikas gilt als eines der bedeutendsten Ereignisse der Geschichte. Kolumbus hat allerdings zeitlebens geglaubt, er sei, wie geplant, nach „Hinterindien“ gelangt.

Humorvoll könnte ich sagen: Heute zahlen es uns die US-Rating-Agenturen zurück durch ständige Abwertung europäischer Staaten und Banken, wohl um von ihrem eigenen Elend abzulenken. Wäre Kolumbus in Hinterindien gelandet, wäre das nicht passiert.

Die Entdeckung Amerikas war also Zufall. Das zeigt:

Wichtigste Ereignisse der Weltgeschichte und im Leben sind oft auch Zufallsprodukte. Dieses gilt es im Alltag und besonders an der Börse zu berücksichtigen. So ist z.B. die mögliche nächste Bankenpleite nicht planbar. Deshalb meine Empfehlung: Lernen Sie aus der Geschichte. Leihen Sie den Banken kein Geld: Kaufen Sie keine Zertifikate, Optionsscheine etc.  Handeln Sie stattdessen das Original: die Optionen.

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

12. Oktober 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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