Machen Sie sich bereit für diesen Börsen-Dienstag!

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Morgen geht es wieder los. Heute waren Feiertage in USA und UK. Dienstag kommt also wieder Leben in die Märkte und das nicht zu knapp. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Heute lief der Tag noch verhalten. Wenn wir vom gescheiterten Misstrauensvotum in Österreich und seinem zukünftigen Ex-Kanzler Kurz einmal absehen. Die ruhigen Märkte hatten heute zwei Gründe: Ein Bankenfeiertag in UK und Memorial Day in den USA.

Das bedeutet: Ab morgen kommt wieder Stimmung in den Markt und dann werden die Tweets von Trump auch wieder bedeutender. Bislang durften wir nur vernehmen, dass er gute Gespräche über die Handelsbeziehungen mit Japan führt. Dort hält er sich gerade auf und ist der erste westliche Politiker, der sich mit dem neuen Kaiser trifft.

So sehr brauchen wir den US-Handel

Hier ist der Tageschart des DAX mit eingezeichnetem Handelsvolumen unter dem Chart. Sie sehen, wie wenig Volumen heute getradet wurde.

Der Durchschnitt in die blaue Linie. Heute haben wir gerade einmal ein Viertel des Durchschnitts erreicht. Ab morgen wird dann wieder aufgeholt, was heute alles nicht gehandelt werden konnte. Machen Sie sich deshalb auf mehr Volatilität gefasst!

Was macht der Euro nach der Wahl?

Das Währungspaar EUR/USD ist weiterhin im Abwärtskanal gefangen. Seit Anfang des Jahres kennen die Kurse übergeordnet nur eine Richtung. Aktuell hält die Unterstützung bei 1,11 noch dem Druck der Bullen stand.

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Durch die Europawahl gab es heute auch noch keinen spektakulären Impuls. Ob dieser morgen kommt, ist fraglich. Letztlich gab es bei der Wahl keine richtige Überraschung. Die Koalition in Deutschland wurde abgestraft. Die Grünen haben dafür ein wenig gewonnen. Auch in Frankreich musste sich Macron geschlagen geben und in UK ist die amtierende Partie deutlich abgewählt worden.

Unter dem Strich sind das aber alles Ergebnisse, die sich vorher schon abgezeichnet hatten. Auch deshalb rechne ich nicht mit einem großen Paukenschlag an den Märkten. Die Fraktion aus Pro-Euro-Parteien hat insgesamt am Ende immer noch die Mehrheit. Nur das Regieren wird aus dieser Konstellation etwas spannender.

Ähnlich sieht es auch hierzulande aus. In Bremen hat die SPD besonders schlecht abgeschnitten und wurde erstmals von der CDU überholt – wenn auch nur knapp. Die große Koalition in Berlin hat nach der Wahl wieder einmal die Chance, es zu verstehen, dass die Masse der Wähler unzufrieden ist und könnte daran etwas ändern.

Ohne die Wähler über 70 Jahren würde es für die ehemaligen Volksparteien richtig düster aussehen. So konnten die Grünen ihren Vorteil daraus schlagen – schließlich ist die Klimapolitik immer mehr im Gespräch. Jetzt müssten die Grünen noch noch grüne Politik machen und schon wären die Stimmen dort auch gut aufgehoben.

Glauben Sie jetzt, dass der österreichische Kanzler Kurz endgültig weg ist vom Fenster? Der wird wiederkommen, genauso wie Gutenberg in Deutschland. Das hat Merz vor kurzem erst bewiesen. Klar, es muss keiner Erfolg im zweiten Anlauf haben, aber es gibt sicherlich ein Wiedersehen.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.