März kann volatil werden: Gewinn-Chancen tun sich auf

Gestern ging es mal wieder leicht bergab mit den Märkten. Das mag der Vorbote von Tagen mit volatilen Kursen, also mit größerer Schwankungsbreite der Märkte, werden. Mehr Volatilität „übersetze“ ich mit gute Gewinn-Chancen.

Denn mit ein bisschen Glück bieten Ihnen die vermutlich kommenden Kursschwankungen der Märkte gute Kauf- beziehungsweise Verkaufskurse. Dazu am Ende dieses Kommentars mehr.

Der Hexensabbat kündigt sich an

In den kommenden gut zwei Wochen können Sie mit größeren Kursausschlägen rechnen. Denn am 20.03.2015 ist wieder der „große Verfallstag“, auch „dreifacher Verfallstag“ oder „Hexensabbat“ genannt. Im Vorfeld des großen Verfallstages sind volatile Kursentwicklungen typisch, typisch ist aber ebenso, dass diese keine neuen Trends auslösen.

Hexensabbat: Die Erklärung

Gegen Ende eines jeden Quartals kommt es an den Börsen zum Hexensabbat. Der Termin ist jeweils der dritte Freitag im März, Juni, September und Dezember.

Am Hexensabbat laufen an den Terminbörsen Optionen und Futures auf die Indizes wie zum Beispiel DAX, TecDAX und EuroStoxx sowie Optionen auf Aktien aus.

Der Hexensabbat fällt an allen wichtigen Börsen dieser Welt auf denselben Tag. Es verfallen also auch in den USA Optionen und Futures auf Indizes wie Dow Jones, Nasdaq, S&P500 und auf Aktien.

Hexensabbat: Kursschwankungen im Vorfeld gehören dazu

Im Vorfeld des Hexensabbats kommt es typischerweise zu großen, weder fundamental noch charttechnisch erklärbaren, Kursschwankungen. Hintergrund:

Hexensabbat: Fonds und Banken versuchen, Kurse zu ihren Gunsten bewegen

Großanleger wie z.B. Fonds, Hedgefonds und Investmentbanken halten typischerweise sehr große Bestände an Call-Optionen und Put-Optionen.

Am Hexensabbat werden diese Optionen abgerechnet und durch Glattstellung oder Kauf und Verkauf von Aktienbeständen ausgeglichen.

In den Tagen vor dem Hexensabbat versuchen institutionelle Anleger deshalb, die Kurse der Basiswerte ihrer Optionen (Aktien oder Indizes) durch Kauf und Verkauf an der Börse zu ihren Gunsten zu bewegen. Sie wollen damit günstige Kurse zur Abrechnung erreichen.

Keine neuen Trends durch Hexensabbat

Die durch den Hexensabbat verursachten Käufe und Verkäufe führen zwar oft zu großen Kursausschlägen, sie leiten aber selten einen Trend ein. Meist ist zu beobachten, dass sich die Kurse nach dem Hexensabbat wieder auf das Niveau von vor dem Hexensabbat einpendeln.

Typischerweise gibt es keine fundamentalen oder durch Nachrichten belegten Gründe für die Kursbewegungen im Vorfeld des Hexensabbats. Es scheinen „mystische Bewegungen“ der Kurse zu sein. Wegen dieser „mystischen“ Kursschwankungen hat der große Verfallstag seinen umgangssprachlichen Namen: Hexensabbat.

20.03.2015 ist wieder Hexensabbat

Das Auf und Ab bis zum nächsten großen Verfallstag müssen Sie deshalb auch unter dem Gesichtspunkt des Hexensabbats betrachten. Dazu 2 Tipps:

1. Messen Sie hohen Kursausschlägen vor dem Hexensabbat keine große Bedeutung bei. Sie sind durch den Hexensabbat begründet und kündigen keinen neuen Trend an. Das gilt z.B. auch für die moderaten Kursrücksetzer am gestrigen Tag.

2. Wenn Sie vor dem Hexensabbat Käufe oder Verkäufe von Optionen planen, versuchen Sie diese mit Limits durchzuführen, die deutlich niedriger (beim Kauf) oder höher (beim Verkauf) als der aktuelle Kurs an der Börse liegen (Abstauberlimits). Das muss nicht zum günstigen Kauf oder Verkauf führen, kann aber. Ein Versuch ist es wert.

Zum guten Schluss: Heute vor 337 Jahren, also am 04.03.1678, kam der italienische Komponist Antonio Vivaldi zur Welt. Wohl jedem sind seine „Vier Jahreszeiten“ bekannt. Vivaldi charakterisiert darin den Frühling, das Erwachen der Natur, mit dem Gesang der Vögel, dem Fließen des Wassers und dem leichten Wind, der durch die Blätter rauscht.

Bleibt die Hoffnung anzufügen, dass es wahr werden möge, was Vivaldi so meisterhaft mit Noten beschrieben hat. Ich wünsche Ihnen einen baldigen schönen Frühling

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

4. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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