Magna International: Überflieger der Autobranche

Trotz der schwierigen Situation für Autobauer geht es der Branche gut. Ein Unternehmen steht sogar noch besser da! (Foto: Grzegorz Czapski / shutterstock.com)

Die Autobranche befindet sich im Umbruch. Dass der Abgasskandal noch immer nicht vollends aufgeklärt scheint, zeigt, wie groß der Schlamassel ist, in dem eine ganze Branche steckt. Und das Schlimmste: Zum eigenen Unvermögen kommt auch noch eine technologische Revolution. Es spricht vieles dafür, dass wir bald in elektrisch und autonom unterwegs sind. Das eigene Auto verliert dann an Bedeutung.

Oder würden Sie sich einen teuren Boliden kaufen, wenn Sie ohnehin chauffiert werden und man von den vielen PS im Berufsverkehr sowieso nur die wenigsten auf die Straße bringen kann? Es gilt daher als ziemlich sicher, dass Mobilitätslösungen ein Teil der Zukunft sein werden. Während viele Unternehmen aus der Branche zittern, gibt es auch Firmen, die können der Zukunft positiv entgegen blicken. Eines dieser Unternehmen ist Magna.

Magna: Die Zahlen überzeugen

Magna International Inc. ist weltweit der zweitgrößte Autozulieferer. 325 Herstellungsanlagen und 96 Entwicklungszentren in 28 Ländern Amerikas, Asiens und Europas zeugen von der Kompetenz des 1954 von Frank Stronach gegründeten Unternehmens, das alle Teile vom Grundgerüst bis zum Außenspiegel sowie komplette Modelle entwickelt und produziert. Zunehmend ist Magna in lukrativen Nischen tätig.

2017 war ein weiteres großartiges Jahr für Magna mit einem Umsatzwachstum von 6,9% auf 38,95 Mrd $. Das Vorsteuerergebnis legte um 7,9% auf 3 Mrd $ zu und der Gewinn je Aktie um ein Siebtel auf 5,90 $. Auf die Komplettfahrzeuge von Magna Steyr in Graz entfiel allein im 4. Quartal ein Umsatz von 1,01 Mrd $, 129% mehr als im Vorjahr. In Graz befindet sich das einzige Werk, in dem der Konzern ganze Autos zusammenbaut.

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Hier gibt es nichts auszusetzen

2018 peilt Magna im Segment Komplettmontage 6,0 bis 6,4 Mrd $ Umsatz an. In Graz werden derzeit die Mercedes G-Klasse, der Jaguar E-Pace und der 5er BMW gebaut. Demnächst kommen noch der Jaguar I-Pace sowie Toyota Supra und BMW Z4 hinzu. Magna setzt auch auf autonomes Fahren und investiert 200 Mio $ in den US-Fahrdienstvermittler Lyft. Die beiden Unternehmen wollen gemeinsam Projekte schmieden.

Im Rahmen des Bündnisses sollen selbstfahrende Systeme finanziert, entwickelt und gefertigt werden. Gemeinsam soll die Einführung selbstfahrender Fahrzeuge beschleunigt werden, indem Lyft seine Technologie mit Automobilherstellern teilt. Magna will dabei vor allem von den Erfahrungen des Uber-Konkurrenten bei Mitfahrdiensten profitieren. Zu den autonom fahrenden Fahrzeugen, die im Lyft-Netzwerk in den kommenden Jahren eingeführt werden, hat Magna zudem die Möglichkeit, diese Technologien für ein breites Feld von Mobilitätsanwendungen global anzubieten.

2018 erwartet Magna einen Umsatz von 39,3 bis 41,5 Mrd $ und eine EBIT-Marge von mindestens 8%. Magna ist eine Top-Aktie. Zwar beträgt die Dividendenrendite nur 1,7%, doch weiß das Unternehmen anderweitig klar zu überzeugen! Greifen Sie zu!


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.