Makler: So erkennt man schwarze Schafe

Wenn Sie es als Käufer oder Verkäufer einer Wohnung mit einem Immobilienmakler zu tun haben, stehen Sie oft vor der Frage: Wie können Sie seriöse Vertreter dieses Berufsstands von den unzähligen schwarzen Schafen unterscheiden?

Wenn Sie es als Käufer oder Verkäufer einer Wohnung mit einem Immobilienmakler zu tun haben, stehen Sie oft vor der Frage: Wie können Sie seriöse Vertreter dieses Berufsstands von den unzähligen schwarzen Schafen unterscheiden?

Das Grundproblem: Jeder kann sich Makler nennen

Im Drei- Tages-Crash-Kurs bekommen die Anwärter die Dinge gelehrt, die nicht so sehr im Interesse des Kunden sind – nämlich Methoden, wie man mit tollen Argumenten jede Immobilie an den Mann bringt.

Während fast jeder Beruf über einen geregelten Ausbildungsgang verfügt, klafft beim Immobilienmakler eine gewaltige Lücke: Er braucht weder kaufmännische Kenntnisse noch handwerkliche Qualifikationen – von Hintergrundwissen zu Rechts- und Steuerfragen ganz zu schweigen.

Alles, was man braucht um Immobilienmakler zu werden, sind ein polizeiliches Führungszeugnis und eine amtliche Gewerbegenehmigung, die nach Vorlage eben dieses Zeugnisses erteilt wird. Ob der wackere Nachwuchsmakler zuvor Rechtsanwalt, Bauingenieur oder Maschinenschlosser war, ist den Behörden egal.

Mit fundiertem Hintergrundwissen wird hingegen gegeizt – und auch das hat Methode: Wer zu gut über die Nachteile seines Produkts Bescheid weiß, kann nicht mehr so überzeugend verkaufen. Es sei denn, er hat mit der bewussten Irreführung keine moralischen Probleme.

Und leider ist auch diese Spezies unter den Maklern vertreten. Das schadet natürlich der ganzen Branche – auch denjenigen, die mit Kompetenz und Sachverstand den Maklerberuf ausüben.

Viele schwarze Schafe

Entsprechend groß ist die Zahl der schwarzen Schafe, die sich am Immobilienmarkt tummelt. Mit großspurigen Werbeversprechen wie „Verdienen Sie schon im ersten Jahr 200.000 €!“ werden Nachwuchsverkäufer gelockt. Dagegen will die Bundesregierung angehen.

Kurse Laptop – shutterstock_532873330 phongphan

Anlagestrategie: Stop-Buy niedrig legen und günstig einsteigenAktien aus Europa sind günstig - KGV-Analyse zeigt die Einstiegsbedingung › mehr lesen

Unklar ist bislang noch, welche konkreten gesetzlichen Änderungen daraus resultieren werden.

Während eine Erweiterung des Widerrufsrechts bei Immobilienkrediten unter Insidern als wenig wahrscheinlich gilt, halten es einige Experten für möglich, dass bei fehlerhafter Beratung – insbesondere bei Treuhandgeschäften wie geschlossenen Immobilienfonds – Haftungsdurchgriffe auf die finanzierenden Banken erleichtert werden könnten.

  • präsentiert Ihnen dann nicht ein einzelnes Anlage- oder Finanzierungsmodell, sondern schlägt Ihnen Alternativen vor, damit Sie besser vergleichen und auswählen können,
  • lässt Ihnen genügend Zeit, damit Sie in aller Ruhe Ihre Entscheidungen treffen und bei Bedarf auch einen neutralen Fachmann zu Rate ziehen können,

Merkmale unseriöser Makler

Will  ein „Berater“ auf Ihre Kosten eine schnelle Mark machen, legt er die folgenden Verhaltensweisen an den Tag:

  • Er setzt Sie unter Zeitdruck, damit Sie Ihre Entscheidung möglichst schnell und unüberlegt treffen.
  • betreibt seine Arbeit nicht als nebenberufliches Hobby nach Feierabend, sondern als langfristig angelegten Hauptberuf,
  • Er versucht, Sie mit Verkaufsargumenten weich zu kriegen, anstatt Sie mit Fakten zu überzeugen.
  • bietet Ihnen nicht gleich sämtliche sinnvollen und weniger sinnvollen Finanzprodukte an, sondern erkundigt sich zuerst einmal nach Ihren finanziellen Möglichkeiten, Ihrer Lebensplanung und Ihrer Anlagestrategie,
  • Er rechnet nur mit optimistischen Zahlen, wenn es um die Darstellung der möglichen Rendite geht und verschweigt die Risiken.

Praxis-Tipp: In solchen Fällen sollten Sie unbedingt sowohl von dem betreffenden Vermittler als auch von seinen Produkten die Finger lassen!


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.