Manche halten diese Aktie für eine Flasche

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Schwache Zahlen haben Krones zugesetzt. Doch gibt es auch Hoffnung? Wir haben für Sie analysiert! (Foto: K. Thalhofer/AdobeStock)

Wer spezialisiert ist, kann zum Besten in seiner Klasse aufsteigen. Vergleichen Sie doch mal die Leistung eines Nordischen Kombinierers mit einem Spezialspringer. Oftmals liegen einige Meter dazwischen und das, obwohl sich der Kombinierer neben dem Skispringen „nur“ auf das Langlaufen konzentrieren muss. Oder auch in der Leichtathletik! Bestes Beispiel ist der Zehn- oder Siebenkampf. Wer Allrounder ist, muss Abstriche machen.

Diese Abstriche hat Krones nicht gemacht. Wie sich das Unternehmen spezialisiert hat und was wir von der Aktie halten, erfahren Sie in unserer Analyse.  Der Spezialmaschinenbauer hat sich in den vergangenen Jahren zum Weltmarktführer für Getränkeabfüll- und Verpackungsanlagen entwickelt. Das Leistungsspektrum reicht von der PET-Flaschenproduktion über die Abfüllung bis zur Versiegelung und Etikettierung. Zum Kundenkreis gehören Brauereien sowie Unternehmen der Nahrungsmittel-, Kosmetik-, Pharma- und chemischen Industrie.

Die Zahlen haben enttäuscht

Krones hat in den ersten 9 Monaten 7,3% mehr umgesetzt, aber 14,2% weniger verdient. Die Vorsteuermarge (EBT) ging von 6,7 auf 5,2% zurück und lag auf bereinigter Basis bei 6%. Beide Sparten sind gewachsen. Während die EBT-Marge im Geschäft mit Maschinen zur Produktabfüllung von 8,2 auf 6,2% gesunken ist, hat sich der Vorsteuerverlust in der Sparte Getränkeproduktion deutlich verringert.

Robust zeigte sich einmal mehr die Auftragslage: Der Auftragseingang stieg um 9% auf 2,94 Mrd € und der Auftragsbestand um 11,6% auf 1,49 Mrd €. Insgesamt aber haben die Zahlen enttäuscht. Belastungsfaktoren waren gestiegene Material- und Personalkosten sowie ein einmaliger Aufwand im Zusammenhang mit dem Aufbau eines neuen Produktionswerks in Ungarn.

Hinzu kamen die Verschiebung von Großprojekten, negative Währungseffekte sowie hohe Investitionen in die Digitalisierung, die Erweiterung der Produktpalette und der Ausbau der Präsenz in China und den USA. Die im Mai um 4,5% erhöhten Preise für alle Maschinen werden erst in diesem Jahr Wirkung zeigen.

Die Flasche ist eher halbleer, statt halbvoll

Vor diesem Hintergrund hat Krones seine Jahresziele nach unten angepasst. In Aussicht gestellt wurden nur noch ein Umsatzwachstum von 4% und eine bereinigte EBT-Marge von 6,5%. Zudem wird der Konzern die ursprünglich für 2020 geplante Marge von 8% erst 2021 oder 2022 erreichen.

Die tatsächliche Marge für 2018 schätzen wir auf 6% und den Gewinn auf 165 Mio €. Krones agiert zwar in einem attraktiven Markt mit jährlichen Wachstumsraten von 4 bis 5%. Der Preisdruck nimmt aber in einer sich eintrübenden Konjunktur zu. Das wirkt sich auf unserer Erwartung aus. Die Aktie ist leider nur Durchschnitt.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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