Manz-Aktie: Angeschlagener Maschinenbauer bekommt Schützenhilfe aus China

Die letzten Quartale waren für Manz-Aktionäre wahrlich kein Zuckerschlecken.

Der Konzern steckte irgendwo im Niemandsland zwischen Restrukturierung und Sanierung fest.

Probleme in der Solarsparte, verbesserungswürdiges Controlling und ein langsamer als erwartet anlaufendes Batterie-Geschäft machten dem schwäbischen Familien-Unternehmen schwer zu schaffen.

Der Aktienkurs fiel innerhalb von gut einem Jahr von über 90 € (Frühling 2015) bis auf 22,55 € zu Beginn dieses Jahres bevor eine Stabilisierung einsetzte.

Jetzt scheint sich das Blatt zu wenden. Denn mit dem Einstieg des chinesischen Maschinenbauers Shanghai Electric ist zumindest der kurzfristige Druck erst einmal raus.

Rückläufige Umsätze und steigende Verluste

Diese wenig zufriedenstellende Situation konnten Sie bei Manz in den vergangenen Jahren beobachten.

Verdiente die Firma in 2011 bei 356,9 Mio. € gerade noch einen hauchdünnen Gewinn von 1,5 Mio. € können Sie vielleicht erahnen, wie sich die Bilanz mit nachlassendem Wachstum entwickelte.

Bei 253,8 Mio. € Umsatz erzielte Manz das 4. Verlustjahr in Folge. Seit 2012 verbrannte der Spezialmaschinen-Bauer stolze 165 Mio. €.

Shanghai Electric pumpt 53 Mio. € in Manz                                               

Die Nachricht in der vergangenen Woche dürfte wieder Hoffnung bei den Manz-Anlegern geweckt haben. Denn der chinesische Maschinenbauer Shanghai Electric greift den Schwaben mächtig unter die Arme.

Im Rahmen einer angebotenen Kapitalerhöhung haben die Chinesen 1,5 Mio. Aktien (rund 65% der insgesamt angebotenen Aktien) erworben. Damit hält der chinesische Konzern jetzt 19,7% aller Aktien des angeschlagenen Konzerns.

Shanghai Electric hatte sich mit Manz-Gründer und -Vorstandschef Dieter Manz verbündet, der zusammen mit seiner Frau 27,3% der Anteile hält. Sie hatten ihre Bezugsrechte für die neuen Aktien an die Chinesen verkauft.

Insgesamt fließen Manz mit der Kapitalerhöhung, also der Ausgabe neuer Aktien, 75,6 Mio. € frischer Mittel zu.

Kommt ein Übernahme-Angebot?

Die Familie Manz will im nächsten Schritt ihre Anteile mit denen der Chinesen bündeln, zusammen kämen sie dann auf deutlich mehr als 30%.

Das würde wiederum ein Pflichtangebot an die übrigen Aktionäre nach sich ziehen. Danach soll Shanghai Electric auf mehr als 30% der Anteile kommen.

Firmenchef Dieter Manz begrüßt die Chinesen als langfristigen Anleger und erhofft sich auch operativ große Unterstützung.

Sollte es ein Pflichtangebot geben, hat der Konzern-Lenker bereits signalisiert, dass er so viele Aktien abgeben würde, dass Shanghei Electric auf 30,1% kommen wird.

Batterie-Geschäft wird immer wichtiger

Dabei wird sich zeigen, wohin die strategische Reise geht. Manz sieht die Zukunft des Unternehmens im Batterie-Bereich. Besonders die zunehmende Elektro-Mobilität könnte hier für Phantasie sorgen.

Zumindest die akute finanzielle Bedrohung des Konzerns ist jetzt erst einmal abgewendet. Nach Rückführung von Verbindlichkeiten dürfte die Netto-Finanzposition des Konzerns mit rund 10 Mio. € wieder im positiven Bereich liegen.

Die Gewinnzone wird aber laut Analysten frühestens in 2017 wieder erreicht.

Die nächsten Wochen werden Ihnen zeigen, was der chinesische Investor mit den Schwaben vorhat.

Anleger sollten eher abwarten. Denn auf Grund der wenig visiblen Geschäfts-Entwicklung und der zuletzt schwachen operativen Entwicklung drängt sich noch kein Einstieg auf.

Der aktuelle Kurs von 39 € notiert zudem bereits deutlich über dem Niveau von einem möglichen Pflichtangebot, dass bei rund 36 € liegen dürfte (Durchschnittskurs der vergangenen 3 Monate).

31. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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