Manz-Aktie stürzt nach erneuter Gewinnwarnung dramatisch ab

Bitter für Manz-Aktionäre: Nach der Kooperationsvereinbarung mit Adidas folgt eine erneute Gewinnwarnung. (Foto: Lenscap Photography / Shutterstock.com)

Der im TecDax notierte Maschinenbauer Manz schockte gestern nach Xetra-Börsenschluss seine Aktionäre mit einer erneuten Gewinnwarnung. Die Aktie brach daraufhin bereits nachbörslich deutlich ein. Der Abwärtstrend weitete sich im heutigen Handel dramatisch aus.

Die Manz-Aktie, die in diesem Jahr zeitweise in Schlagweite zur 100-Euro-Marke notierte, rutschte auf nur noch knapp über 42 Euro ab.

Die Gewinnwarnung im Detail

Für das Geschäftsjahr 2015 erwartet der Vorstand nunmehr einen Umsatz zwischen 200 und 210 Mio. Euro und einen operativen Verlust im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Die bereits zuvor im Sommer nach unten korrigierte Prognose sah noch einen im Vergleich zum Vorjahreswert von 305,9 Mio. Euro nur geringfügig rückläufigen Umsatz und ein verbessertes, jedoch negatives EBIT vor.

Weiterhin geht aus der Meldung vom gestrigen Tage hervor, dass der Vorstand als Konsequenz ein Restrukturierungsprogramm einleiten wird, dessen wesentliche Maßnahmen und damit verbundene Restrukturierungsaufwendungen bis Ende November 2015 vorgestellt werden sollen.

Wie bereits erwähnt, handelte es sich bei der Mitteilung vom gestrigen Tag bereits um die zweite Gewinnwarnung des laufenden Jahres. Manz-Aktionäre werden wenig erfreut sein. Vor allem, weil sich in diesem Jahr folgendes Muster zeigte: Erst veröffentlicht das Unternehmen eine positive Meldung, um dann eine Gewinnwarnung nachzuschieben.

Die Chronik des Auf und Abs bei Manz

Wie sich positive und negative Meldungen in diesem Jahr bei dem Maschinenbauer Manz abwechselten, zeigt die folgende Chronik:

Am 7. Januar meldete Manz mehrere Großaufträge im Volumen von rund 40 Mio. Euro, die das Wachstum im Bereich Battery beflügeln sollten. Zwar wurden keine Auftraggeber genannt, doch es wurde spekuliert, dass es sich dabei unter anderem um den US-Elektro-Autobauer Tesla handeln würde. Das Ergebnis: Die Manz-Aktie bekam einen ordentlichen Schub.

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Am 24. Februar folgte schließlich die Mitteilung, dass Manz im Geschäftsjahr 2014 einen Rekordumsatz erzielt hat und die operative Stärke dazu nutzen wolle, außerplanmäßige Abschreibungen im Bereich der Solarsparte durchzuführen. Das Ergebnis: Ein operativer Verlust in Höhe von 32,8 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2014.

Dann folgten im März 2 weitere positive Meldungen, die dazu führten, dass die Manz-Aktie in der Folge in Schlagweite zur 100-Euro-Marke notierte. Zu Jahresbeginn notierte die Aktie noch bei rund 57 Euro.

Ende Juni folgte dann die 1. Gewinnwarnung des laufenden Jahres und der zuvor bereits begonnene Absturz der Manz-Aktie verschärfte sich. Die Aktie rutschte auf rund 57 Euro ab und fand sich damit auf dem Niveau von Anfang Januar wieder.

Im Anschluss kletterte die Aktie aufgrund einiger positiver Meldungen wieder auf über 67 Euro, um dann auf heute noch knapp über 42 Euro abzustürzen.

Die jüngste Positivmeldung war eine Kooperation zwischen Manz und Adidas, die an den Börse bejubelt wurde und zu einem deutlichen Tagesplus für die Manz-Aktie führte. Doch nur 6 Tage später (gestern) folgte die heftige Gewinnwarnung. Die Folge (wie schon beschrieben): Der dramatische Absturz der Manz-Aktie.

Wer im Mai diesen Jahres bei Kursen von knapp unter 100 Euro eingestiegen ist, sitzt heute auf einem Buchverlust von rund 57%.

Fazit: Nichts für schwache Nerven

Angesichts der sehr unglücklichen Unternehmens-Politik ist die Manz-Aktie aus meiner Sicht nichts für Anleger mit schwachen Nerven. Wenn Sie zu den konservativen Anlegern gehören, sollten Sie um diese Aktie einen Bogen machen.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.