Manz schockt seine Anleger zum wiederholten Mal

Der bis vor kurzem noch im TecDax notierte deutsche Spezialmaschinen-Bauer Manz hat seine Anleger am vergangenen Wochenende zum wiederholten Mal geschockt.

Die Manz-Aktie sackte im heutigen Handel wieder einmal im deutlich 2-stelligen Bereich ab.

Grund dafür war eine am zurückliegenden Samstag veröffentlichte Meldung. In dieser Meldung heißt es wörtlich:

„Die Manz AG wurde in der vergangenen Nacht von einem wichtigen Kunden darüber informiert, dass  der Kunde ein Großprojekt im Geschäftsbereich Energy Storage stoppt.“

Weiterhin heißt es in der Meldung, dass der Vorstand der Manz AG nun Gespräche mit dem Kunden führen wird, ob dieser Auftrag noch zu einem späteren Zeitpunkt erfüllt werden kann.

Daher könne der Vorstand der Manz AG eine endgültige Aussage darüber, ob es zu einer Auftragsverschiebung oder doch zu einer Stornierung des Auftrags kommt, derzeit nicht treffen.

Auch zu den Auswirkungen auf Umsatz und Ertrag des laufenden Geschäftsjahres könne das Unternehmen daher noch nichts sagen.

Jedoch hieß es:

„Es besteht insoweit das Risiko, dass die bisherige Erwartung der Gesellschaft, dass die Manz-Gruppe im Geschäftsjahr 2016 eine signifikante Steigerung des Umsatzes im Vergleich zu dem im Geschäftsjahr 2015 erzielten Umsatz (…)

sowie ein signifikant verbessertes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Vergleich zu dem im Geschäftsjahr 2015 erzielten EBIT (…) erzielen wird, nicht erreicht werden kann.“

Bei Weitem nicht der erste Schock für Manz-Aktionäre

Bei der Hiobsbotschaft vom zurückliegenden Wochenende handelt es sich bei Weitem nicht um den einzigen Schock, den Manz-Aktionäre in den vergangenen Monaten und Jahren erleiden mussten:

Schon im Jahr 2015 gab es zahlreiche Negativ-Meldungen von dem damals noch im TecDax notierten Spezialmaschinen-Bauer.

Hier ein kurzer Überblick: Ende Juni 2015 veröffentlichte Manz eine Gewinn-Warnung, auf die zunächst einige positive Meldungen folgten.

Ende Oktober musste das Unternehmen dann jedoch eine 2., noch heftigere, Gewinn-Warnung für das Geschäftsjahr 2015 veröffentlichen.

In diesem Jahr wurden zunächst wieder einige Positiv-Meldungen veröffentlicht, bis dann am vergangenen Wochenende eine erneute Hiobsbotschaft folgte.

Damit hat Manz in weniger als einem Jahr 3 Gewinn-Warnungen veröffentlicht und zudem in den Jahren 2015 und 2016 noch 2 Kapital-Erhöhungen durchgeführt, um frisches Geld einzusammeln.

Dieses Auf und Ab spiegelt sich auch sehr deutlich im Kurs der Manz-Aktie wider. Die Aktie notierte im Frühjahr 2015 nur knapp unter 100 € und heute bei rund 34 €.

Daran wird deutlich, wie der Markt die Aktie derzeit – nach 3 Gewinn-Warnungen und 2 Kapital-Erhöhungen in den vergangenen Monaten – bewertet.

Fazit: Nichts für schwache Nerven

Angesichts der sehr unglücklichen Unternehmens-Politik ist die Manz-Aktie aus meiner Sicht nichts für Anleger mit schwachen Nerven. Wenn Sie zu den konservativen Anlegern gehören, sollten Sie um diese Aktie einen Bogen machen.

13. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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