Manz: Trotz kommender Übernahme-Offerte in 3 Wochen knapp 30% Minus

Im Übernahme-Geschäft ergeben sich für Privatanleger große Gewinnchancen. Wie immer am Aktienmarkt ist aber auch die Anlage-Strategie „Übernahme“ nicht risikolos. Besonders wichtig bei der Auswahl passender Übernahme-Kandidaten ist es, dass Sie nicht blind irgendwelchen Gerüchten hinterherjagen.

Denn dafür werden zu viele falsche Gerüchte gestreut. Ist ein Gerücht im Aktienkurs eingepreist und löst sich dann in Luft auf, wird sich das im Kurs bemerkbar machen.

Auch sollte überprüft werden, welche Gewinnchancen überhaupt bestehen, wenn sich Gerüchte als wahr entpuppen. Ist ein Deal bereits zu großzügig eingepreist, nützt auch ein Übernahme-Angebot nichts mehr.

Worauf Sie achten sollten

Die größte Gefahr lauert bei Übernahme-Kandidaten, die unter großem Druck stehen. Wenn ein Deal die einzige Aussicht auf einen Gewinn ist, haben Sie sich für den falschen Kandidaten entschieden.

Achten Sie auf den fundamentalen Rahmen. Fragen Sie sich, wie wahrscheinlich eine Übernahme ist, wann damit zu rechnen ist und wie ihre Investition aussieht, wenn der Deal nicht stattfindet.

Fragen Sie sich auch, was dafür spricht, dass der Markt eine Übernahme in der Bewertung des Kandidaten noch nicht ausreichend berücksichtigt haben soll. Die Beantwortung dieser Fragen hilft Ihnen gute Übernahme-Kandidaten zu finden.

Übernahme-Kandidat Manz: Erst sattes Kursplus….

Nicht nur bei Übernahme-Gerüchten, auch bei Übernahme-Fakten ist Vorsicht geboten. Bestes Beispiel ist der Maschinenbauer Manz. Das Unternehmen wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein Übernahme-Angebot von Shanghai Electric erhalten.

Bekannt wurde das Mitte Mai. In Erwartung einer schönen Übernahme-Prämie griffen einige Spekulanten daraufhin zu. In kurzer Zeit stieg der Kurs um 18% auf 42 Euro. Dass Manz operativ in 2015 Verluste schrieb und das Unternehmen mehrmals für Hiobsbotschaften sorgte, hielt die Übernahme-Spekulanten nicht ab.

…dann Bestellstopp eines Großkunden…

In diesem Jahr sollte bei Manz alles besser werden. Das Unternehmen rang um Vertrauen und stellte signifikante Umsatz- und Ergebnis-Steigerungen in Aussicht. Leider erhielt die Hoffnung auf eine Rückkehr zu einem deutlich besseren Geschäftsverlauf vorgestern einen Dämpfer.

Manz musste bekannt geben, dass ein wichtiger Kunde ein Großprojekt vorerst gestoppt hat und der Vorstandschef Dieter Manz befürchtet nun, dass die Jahresziele deswegen nicht erreicht werden könnten.

…und dann Kurssturz

Die Aktie reagierte auf Neuigkeit mit deutlichen Abschlägen. Heute Nachmittag kostet das Papier rund 30 Euro. Wer auf einen gewinnbringenden Deal spekuliert hat, liegt nach 3 Wochen fast 30% im Minus.

Besonders prekär: Das Analyse-Haus Equinet gibt zu bedenken, dass der Auftragsstopp mit dem Einstieg des chinesischen Großaktionärs in Zusammenhang stehen könnte. Wenn das stimmen sollte, wirft das die Frage auf, ob es vielleicht noch andere Kunden gibt, die den Einstieg des ebenfalls nicht gutheißen.

Manz ist klarer Übernahme-Kandidat. Dass sich daraus allerdings automatisch eine Gewinnchance ableitet, ist falsch.

14. Juni 2016

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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