Marktüberblick Rohstoffe: Die Gewinner kommen aus der zweiten Reihe

Bei der Betrachtung der Rohstoffmärkte stehen ganz klar die gängigen Namen im Fokus: Zuerst denken die Investoren an Gold und Silber – aber auch an Öl oder Kupfer. Aber die Bandbreite bei den Rohstoffen ist deutlich größer:

Vor allem gehören auch viele Agrargüter mit dazu – und die sind auch deutlich besser in der Wertentwicklung als die gängigen Rohstoffe.

Der Blick auf die 1-Jahres-Bilanz legt doch erstaunliche Ergebnisse offen: An der Spitze steht Bauholz mit einem Zuwachs von fast 28%.

Dahinter folgt mageres Schwein mit annähernd 21% und auch Baumwolle mit gut 19%. Der erste gängige Rohstoff ist dann Erdgas mit einer Preissteigerung von mehr als 15%.

Gold und Silber sucht man auf den vorderen Plätzen vergeblich. Silber ist sogar mit einem Verlust von über 35% einer der schlechtesten Rohstoffe der vergangenen 12 Monate. Nur noch Mais war mit rund 37% schlechter. Gold hat im Übrigen fast 25% an Wert eingebüßt.

Diese Ergebnisse verdeutlichen ganz klar: Rohstoffe sind eine sehr breit gefächerte Anlageklasse und hier kommt der richtigen Auswahl eine genauso große Bedeutung zu wie bei Aktien.

Aber genau diese Auswahl ist auch extrem schwierig – vor allem für Privatinvestoren. Wie soll man denn die Marktchancen für Bauholz bewerten?

Die Banken sind da auf jeden Fall einen Schritt weiter. So lange man als Investor einen steigenden Holzpreis erwartet, sind die Banken mit passenden Produkten zur Stelle.

Auch auf Bauholz können Sie direkt setzen. RBS bietet hier ein Indexzertifikat auf den Terminkontrakt für Holz an der Chicago Mercantile Exchange (CME) an.

Dieses Zertifikat bildet den Kontrakt direkt ab. Das Ergebnis war ein Plus von rund 25% in einem Jahr. Damit hat dieses Zertifikat den Preisanstieg beim Holz nahezu gleichförmig nachvollzogen.

Exotische Zertifikate für exotische Rohstoffe: Oft die falsche Wahl

Doch so etwas findet man eher selten. In der Regel hinken die Zertifikate der realen Entwicklung der Rohstoffe an den Börsen hinterher.

Dahinter stecken die versteckten Rollkosten: Bei einem Open End Zertifikat müssen die Positionen eben regelmäßig in neue Kontrakte gerollt werden. Und diese Kosten beeinflussen die Performance negativ.

Daher ist es zwar schön zu sehen, wenn exotische Rohstoffe wie Holz oder Baumwolle aktuell eine tolle Performance aufweisen. Als Investor verbergen sich dahinter aber hohe Marktrisiken, die nur schwer abzuschätzen sind.

Und Gewinner gibt es auf Jahressicht auch bei den ganz normalen Rohstoffen: Der Preis für das Rohöl der US-Sorte WTI hat hier um gut 14% zugelegt.

Das ist auch nicht schlecht und die Entwicklung des Ölpreises ist auf jeden Fall besser zu kalkulieren als die weitere Entwicklung beim Holz oder der Baumwolle.

26. September 2013

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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