Marktupdate Rohstoffe: Palladium stark – Platin weiter schwach

Sujet-Börsenkurse_mit_Lupe_und_Taschenrechner-Eisenhans-82110313

Die Diesel-Krise hat Auswirkungen auch auf den Edelmetall-Sektor. Während Palladiumweiter stark ist, verliert Platin weiter an Boden. (Foto: Eisenhans - Adobe.com)

Bei den Edelmetallen bleibt es weiterhin spannend – vor allen Dingen in der zweiten Reihe. Palladium setzte zuletzt den Höhenflug fort. Beim Platin ging es erneut nach unten. Zunächst zum Palladium. Hier ging es in der vergangenen Woche mit dem Preis um rund 3,5 % nach oben. Dabei bleiben die Analysten und auch Trader weiterhin positiv gestimmt für die weitere Entwicklung beim Palladium und das jetzt schon seit 13 Wochen.

Beim Platin hingegen ging es um knapp 3 % nach unten. Bei beiden Metallen spielen die klassischen Angebots- und Nachfragemechanismen eine wichtige Rolle. Palladium wird derzeit stärker nachgefragt als es am Markt vorhanden ist. Platin hingegen ist reichlich vorhanden und deshalb rutscht der Preis weiter ab. Der entscheidende Faktor hinter beiden Metallen ist die Automobilindustrie. Sowohl Palladium als auch Platin werden bei neuen Fahrzeugen eingesetzt und zwar in der Katalysatorentechnik.

Diesel-Krise setzt Platin unter Druck – und hilft Palladium

Und genau hier kommt auch die Dieselkrise zum Tragen. Platin als Katalysatormetall ist wichtig für die Produktion von Dieselfahrzeugen. Palladium hingegen wird bei klassischen Benzinkatalysatoren eingesetzt. Wie Sie sich denken können, sind die Produktionszahlen der Dieselfahrzeuge zuletzt deutlich zurückgegangen und damit auch die Nachfrage nach Platin. Gleitzeit findet zunächst einmal eine Verschiebung hin zu klassischen Benzinfahrzeugen statt. Der große Boom der Elektrofahrzeuge steht uns noch bevor.

Allerdings dürfen Sie hier auch die schon starken Marktbewegungen nicht außer Acht lassen. Stellen Sie sich vor: In China machten Elektrofahrzeuge zuletzt schon 6 % der Neuzulassungen aus. Das war der höchste Wert, der bislang für die neue Art der Mobilität erreicht worden ist. In Deutschland liegt der Anteil bei den Neuzulassungen noch bei unter 2 % – aber auch bei uns geht die Tendenz weiter nach oben.

Gold Symbolbild Barren_shutterstock_343993928_Africa Studio

Neue Gold-Prognose: 1.500 Dollar sind 2019 drinJetzt taucht eine neue Prognose zum Goldmarkt auf. Der Marktexperte E.B. Tucker erwartet einen Goldpreis von bis zu 1.500 Dollar im kommenden Jahr. › mehr lesen

Rohstoff-Branche setzt auch auf Zukunftsfähigkeit

Stichwort Zukunftsfähigkeit: Auch im Minensektor schauen die Produzenten nach modernen Methoden. In diesen Tagen meldete der Produzent Gold Fields eine wichtige Neuerung für die Granny Smith Mine in Australien. Dort soll jetzt eine der größten alternativen Energiequellen für eine Mine aufgebaut werden.

Solche Schlagzeilen warte ich eigentlich schon länger, denn viele Minen befinden sich in abgeschiedenen Regionen wo aber beispielsweise sehr viel Sonnenenergie vorhanden ist. Genau die will jetzt Gold Fields in Westaustralien nutzen. Zusammen mit der örtlichen Versorgungsfirma Aggreko will Gold Fields den Treibstoffverbrauch der Mine um 10-13 % senken. Umgerechnet entspricht das dem Verbrauch von bis zu 2.000 Fahrzeugen.

Hier sehen Sie schon, dass auch in der Branche über den Einsatz alternativer Energieträger nachgedacht wird, sondern sogar schon in der Praxis umgesetzt wird. Klar ist aber auch: Hier ist noch viel Luft nach oben.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.