Martin Schulz am Ende

Kaum zu glauben: Selbst innerhalb der CDU werden „Merkel muss weg“-Rufe immer lauter. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Man kann es nicht mehr hören, man kann es schon nicht mehr sehen: Jeden Tag lächeln dünnlippige Politiker in die Kameras und erklären Ihnen, wie sehr sie sich anstrengen, schnellstmöglichst eine handlungsfähige Regierung zu bilden.

Pustekuchen.

Denn aufgrund innerparteilicher Querelen kommt nun genau das ans Tageslicht, was viele schon immer predigen: zu allererst geht es um Posten und Pöstchen und nicht etwa um das Wählerwohl.

Schulz, Nahles, Scholz – Versager vor dem Herrn

Wir haben Ihnen aufgezeigt, wie der einstige SPD-Chef Martin Schulz sich selbst zerlegt hat, in dem er sein Wort brach:

Bestätigte er doch nach der verhunzten Bundestagswahl kein Amt mehr in einem neuen Kabinett Merkel annehmen zu wollen. Schon Wochen später gab er jedoch bekannt, Außenminister werden zu wollen.

Diese Lüge brachte ihn um das Vertrauen der Wähler und der eigenen Partei. Nun soll Andrea Nahles seine Nachfolgerin werden, nicht ohne Widerstand. Und G20-Versager Olaf Scholz soll Vizekanzler und Finanzminister werden.

Kaum zu glauben.

Auch bei der CDU geht es nur um Posten, Posten, Posten

Wir haben Ihnen ferner aufgezeigt, dass es auch in der CDU rumort. Denn in Wirklichkeit geht es auch bei den Christdemokraten nur um die Postenverteilung. Bekanntlich kassieren die Sozialdemokraten beim Zustandekommen einer GroKo u.a. das einflussreiche Finanzressort, das Außenamt sowie Arbeit und Soziales.

Und das, obwohl die SPD bei der letzten Bundestagswahl mehr als deutlich hinter der CDU zurücklag.

Die CDU sieht sich innerhalb der Regierung strukturell geschwächt

Und auch innerhalb der Union überließen die Christdemokraten der CSU-Schwesterpartei wichtige Ministerien, wie das Innenministerium, das Wirtschafts- und das Landwirtschaftsministerium.

Kein Wunder also, dass manch CDU-Politiker davon spricht, dass der eigene Einfluss innerhalb des Regierungsapparats strukturell geschwächt sei und an Einfluss verliere.

Der CDU-Aufstand gegen die eigene Politik

Der frühere Unions-Fraktionschef Friedrich Merz mahnt dahingehend, dass wenn die CDU diese Demütigung hinnehme, sie sich selbst aufgebe.

Paul Ziemiak, Vorsitzender der Jungen Union, verrät, dass die Unzufriedenheit an der Basis sehr groß sei. Es würde eigentlich an allen Stellen brodeln.

„Merkel muss weg?“

Ziemiak macht noch ein anderes Fass auf, das seiner Parteichefin und geschäftsführenden Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht passen dürfte:

Er fordert eine personelle Erneuerung der Parteiführung. Auch in Hinblick auf die im Falle einer GroKo zu vergebenden Minister- und Staatssekretärsposten.

Aus den eigenen Reihen wird Merkel mediale Abnutzungserscheinungen vorgeworfen

Konkreter wird der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch, der personelle Überlegungen nach der Legislaturperiode ohne Merkel fordert. Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk will ebenfalls einen Wechsel an der Parteispitze in absehbarer Zeit. Er spricht hinsichtlich Merkel von medialen Abnutzungserscheinungen.

Sie sehen also: Die Autorität der Kanzlerin ist nicht nur innerhalb der Partei erschüttert, sondern auch in ihrer Amtsführung als Regierungschefin.

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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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