Maschinenbau-Aktien: Unsere Favoriten

Dürr Roboter Lackiereri RED – Dürr AG

Unsere Favoriten bleiben der Hersteller von Lackieranlagen Dürr sowie der Spezialist für Verkehrsinfrastruktur Schaltbau. (Foto: Dürr AG)

Dürr hat in einem schwierigen Umfeld solide Ergebnisse erzielt.

Der Umsatz ging zwar leicht zurück, der Gewinn kletterte jedoch um 23%. Auch der Auftragseingang lag mit 1,29 Mrd € rund 8% unter Vorjahresniveau. Die Book-to-Bill-Ratio beträgt aber immer noch gute 1,1.

Der Auftragsbestand erhöhte sich dagegen um 3% auf 2,4 Mrd €, sodass die Kapazitäten bis weit ins Jahr 2014 ausgelastet sind. Die Nettoschulden wurden abgebaut und verwandelten sich in eine Nettoliquidität von 43 Mio €.

Überraschend starke Nachfrage aus der Autoindustrie

Allein auf China, wo der Autoabsatz im 1. Halbjahr um 21% stieg, entfielen Aufträge im Wert von 477 Mio €, weil viele Hersteller Investitionen vorgezogen haben. Aber auch in den USA wird viel Geld in die Modernisierung der Produktion gesteckt.

Der allgemeine Maschinenbau bestellte dagegen wie erwartet weniger. Allerdings verzichtet Dürr bewusst auf margenschwache Aufträge. Die Jahresprognose wurde bekräftigt.

Der Konzern erwartet einen Umsatz von 2,4 bis 2,6 Mrd €, einen Auftragseingang von 2,3 bis 2,5 Mrd € und eine operative Marge von 7 bis 7,5%. Aufgrund eines deutlich besseren Finanzergebnisses dürfte der Nettogewinn ebenfalls höher ausfallen.

Um die Kapazitäten an das gestiegene Marktvolumen anzupassen, wird Dürr im laufenden Jahr 45 bis 50 Mio € investieren, vornehmlich in China, Mexiko, Polen und Japan. Selbst am Firmensitz in Bietigheim wird eine neue Montagehalle gebaut.

Dürr bleibt ein Qualitätsinvestment. Wir halten eine Anhebung der Jahresprognose im weiteren Jahresverlauf für wahrscheinlich.

Unternehmensporträt

Dürr ist der weltweit führende Anbieter von Produktionssystemen für die Automobilindustrie.

Das Angebot umfasst Lackierereien, Reinigung und Wartung der Anlagen, die Entwicklung innovativer Lackiertechnologien, komplette Systeme für die Fahrzeugendmontage sowie Fabrikplanung für die Automobilfertigung. Dürr ist in 23 Ländern vertreten.

Schaltbau kann sein hohes Wachstumstempo halten

Nach vorläufigen Zahlen stieg der Umsatz im 1. Halbjahr um 10%, der Gewinn pro Aktie um 33% und der Auftragseingang um 5,7% auf 213,4 Mio €.

Stift Kurse Geld – shutterstock_458336038 William Potter

Mehr Effizienz, höhere RenditeWer Unternehmen dabei hilft, besser zu werden, profitiert in der Regel selbst. So wie der Maschinenbauer Dürr. › mehr lesen

Die Book-to-Bill-Ratio liegt damit bei soliden 1,1. Der Auftragsbestand übertraf mit 248,8 Mio € den Jahresendstand um 8,3% und sorgt für eine gute Kapazitätsauslastung.

Vor allem die Segmente mobile Verkehrstechnik und Komponenten trugen zum Wachstum bei. Regional überzeugten Asien, Osteuropa und Nordamerika mit hohen Zuwächsen.

Zwar wirkte sich in China noch der Investitionsstau im Eisenbahnsektor negativ aus. Der Nachfragerückgang konnte aber durch eine verstärkte Bearbeitung des Bereichs der Metrosysteme ausgeglichen werden.

Wachstum im Ausland

Einen Erfolg feierte Schaltbau in Korea, wo man an einem Projekt für den Hochgeschwindigkeitsverkehr beteiligt ist.

Auch in Brasilien hat die Tochter Pintsch Bamag mit ihren innovativen Bahnsteigtürsystemen Fuß gefasst und sich so Wachstumschancen in Südamerika eröffnet.

Die erfreuliche Ertragsentwicklung schlägt sich positiv in den Bilanzrelationen nieder. Die Eigenkapitalquote liegt bereits bei rund 30%. Die im April bereits erhöhte Jahresprognose wurde bestätigt.

Danach soll der Umsatz um 7,5% auf 390 Mio €, das operative Ergebnis um 22% auf 35,9 Mio € und der Gewinn pro Aktie um 5% auf 3,24 € steigen.

Die Konzentration auf Nischenprodukte zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur wird auch langfristig für profitables Wachstum sorgen. Mit einem KGV von rund 11 ist die Aktie im historischen Vergleich noch nicht zu teuer.

Unternehmensporträt

Schaltbau ist in 3 Bereichen tätig: Mobile Verkehrstechnik umfasst Türsysteme für Bus und Bahn.

Stationäre Verkehrstechnik bietet Signal- und Schaltanlagen, Bahnübergangssysteme, Energieversorgungsanlagen für Bahnen sowie Kran-, Windkraft- und Industriebremsen an.

Der Bereich Komponenten steht für Steckverbinder und Schnappschalter. Zum Kundenkreis gehören Bushersteller, Bahnindustrie sowie der Maschinen- und Apparatebau.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.