Maschinenbau vor neuen Rekorden

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Eine überdurchschnittliche Kursentwicklung trauen wir Konzernen zu, die sich eine starke Position als Zulieferer der Autoindustrie erarbeitet haben. (Foto: Dürr AG)

Die deutschen Maschinenbauer bleiben optimistisch.

Aufgrund der starken Auftragslage rechnet der Branchenverband VDMA im laufenden Jahr mit einem Umsatzwachstum von 4% auf 233 Mrd. €. Schon im vergangenen Jahr ist die Branche um 4,4% gewachsen. Erfolgsgarant für den Maschinenbau bleibt der Export. Jahreszahlen liegen zwar noch nicht vor, in den ersten 9 Monaten zogen die Ausfuhren aber schon um 6,2% auf 124,4 Mrd. € an. Die größten Exportmärkte sind die USA und China. Auch in der Schweiz geht es aufwärts.

Viele Konzerne haben Teile der Produktion ins Ausland verlagert und setzen auf günstigere ausländische Zulieferer. Nach Angaben des Branchenverbands Swissmem stiegen schon in den ersten 9 Monaten die Umsätze um 8,2%, die Auftragseingänge um 1,1% und die Exporte um 3,3%. Im laufenden Jahr soll sich die Situation weiter verbessern.

Für Rückenwind sorgen die gute Konjunktur in den wichtigsten Absatzmärkten und der wieder etwas schwächere Schweizer Franken.

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Doch es gibt auch Probleme

Trotz der weltweit robusten Konjunktur hat der Maschinenbau mit verschiedenen Problemen zu kämpfen, die ein höheres Wachstum verhindern. Da sind zunächst die Sicherheitslücken der Intel-Prozessoren, die Ausfallzeiten bei den Maschinen und hohe Kosten nach sich ziehen könnten. Zweitens erfüllen sich nicht die Erwartungen in das Iran-Geschäft. Zwar wurden hohe Investitionen in die Öl-, Gas- und Stahlindustrie angekündigt, aber nicht umgesetzt.

Denn die Finanzierung ist nicht gesichert, weil viele europäische Banken nicht mit dem Iran zusammenarbeiten wollen. Schließlich belasten bürokratische Hürden wie die Entsenderichtlinie für Techniker sowie die Rente mit 63 den Maschinenbau. Immer mehr ältere Arbeitnehmer mit einer klassischen Berufsausbildung scheiden aus und sind schwer zu ersetzen. Der Fachkräftemangel wird sich verschärfen.

Unsere Favoriten

Eine weiterhin überdurchschnittliche Kursentwicklung trauen wir Konzernen zu, die sich eine starke Position als Zulieferer der Autoindustrie erarbeitet haben. Dazu gehören Georg Fischer, aber auch Dürr und Rheinmetall, die schon im Jahresverlauf ihre Jahresprognosen optimistischer formuliert haben. Zu den Favoriten gehören daneben Koenig & Bauer, Technotrans und Dr. Hönle, die ihre Abhängigkeit von der klassischen Druckindustrie erfolgreich verringert haben.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.