Maschinenbaubranche: Mehr Licht als Schatten

Das Umfeld für die deutsche Maschinenbaubranche hat sich in den vergangenen Monaten etwas eingetrübt.

Schwächeres Wachstum in China, weggefallene Aufträge in Russland sowie eine teils bestehende Investitions-Zurückhaltung machen dem Maschinenbau zu schaffen.

Doch auf der anderen Seite sind auch einige positive Einflussfaktoren für die Branche vorhanden, die aus meiner Sicht unterm Strich die Risiken überwiegen.

Welches diese positiven Einflussfaktoren sind und warum ich für diese Branche mehr Licht als Schatten sehe, erfahren Sie gleich.

Weiterhin werde ich Ihnen einen Maschinen- und Anlagenbauer vorstellen, der nach meiner Einschätzung besonders gut aufgestellt ist.

Wovon der deutsche Maschinenbau profitiert

Die Wirtschaft in Europa kommt – trotz der Griechenland-Krise – immer besser in Schwung und die positive Entwicklung in den USA setzt sich ebenfalls fort.

Hinzu kommt, dass der schwache Euro die Exporte außerhalb der Euro-Zone nach wie vor ankurbelt.

In den USA erhalten die Unternehmen, die auf deutsche Maschinen und Anlagen setzen, für einen US-Dollar fast 21% mehr als vor einem Jahr.

Dadurch ist der Einkauf in Europa nach wie vor günstig. Das kurbelt den Absatz deutscher Maschinen- und Anlagenbauer an.

Zwar stellen der russische Markt und ein sich abschwächendes Wirtschaftswachstum in China zweifelsohne Herausforderungen für die Branche dar, doch aus meiner Sicht sind die Perspektiven für den deutschen Maschinenbau trotz der Herausforderungen mittelfristig ungetrübt.

Ein positives Beispiel ist das Traditions-Unternehmen Krones:

Der im MDax notierte Hersteller von Getränkeabfüllanlagen hat zuletzt starke Zahlen für das 1. Halbjahr 2015 präsentiert und konnte zum einen stärker als der Markt wachsen und erhöhte zum anderen auch die Margenprognose für das laufende Jahr.

Der Anlagenbauer Krones kann besonders überzeugen

Hier die sehr überzeugenden aktuellen Krones-Zahlen: Der Umsatz stieg in den ersten 6 Monaten um 4,8% auf 1,5 Mrd. € und die Vorsteuermarge (EBT-Marge) verbesserte sich von 6,2 auf 6,9%.

Dadurch stiegt der Vorsteuergewinn (EBT) im Vergleich zum Vorjahr um 16,4% auf 104,1 Mio. €. Das Nachsteuerergebnis legte um 16,5% auf 72,7 Mio. € zu.

Der Gewinn je Aktie stieg um 17,2% von 1,98 auf 2,32 €. Zu diesen starken Zahlen trugen ein Kostensparprogramm und der schwache Euro bei, der den Export angekurbelt hat.

Aufgrund der starken Halbjahreszahlen, die besser ausfielen als erwartet, schraubte der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller die Erwartungen für das Gesamtjahr nach oben. Von jedem Euro Umsatz sollen statt 6,8 nun 7% als Vorsteuergewinn übrig bleiben.

Dies teilte das Unternehmen im Rahmen der Vorlage der Halbjahresbilanz mit. Ursprünglich hatte der Vorstand diese Marge erst mittelfristig in Aussicht gestellt.

Fazit: Diese Branche sollten Sie im Blick haben

Da sich im deutschen Maschinen- und Anlagenbau besonders viele Traditionsunternehmen tummeln, die z. T. sogar noch inhaber- oder familiengeführt sind, sollte Sie diese Branche aus meiner Sicht permanent im Blick haben.

Aktuell gilt dies dank der guten Rahmenbedingungen umso mehr. Halten Sie sich dabei jedoch an meine Empfehlung: Schauen Sie sich besonders genau an, in welche Unternehmen Sie investieren!

Denn: In einer Branche mit positiver Perspektive muss sich nicht automatisch jedes Unternehmen gut entwickeln. Ein Konzern, den ich positiv beurteile, haben Sie gerade kennengelernt.

27. Juli 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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