Maschinenbauer Homag weiterhin auf Kurs

Der mittelständische Maschinenbauer Homag legte zuletzt solide Halbjahreszahlen vor und bietet weiterhin Potenzial für Anleger. (Foto: Eisenhans - Adobe.com)

Im März dieses Jahres habe ich letztmals an dieser Stelle über den deutschen Maschinenbauer Homag berichtet. Seither ist bei der Homag-Aktie nicht viel passiert. Operativ hat sich jedoch schon etwas getan.

Was sich operativ getan hat, erfahren Sie gleich. Zuvor möchte ich Ihnen noch in wenigen Sätzen erläutern, was Homag macht.

Homag ist der weltweit führende Anbieter von integrierten Lösungen für die Produktion in der holzbearbeitenden Industrie und dem Handwerk. Das Unternehmen verfügt über internationale Produktionswerke sowie Vertriebs- und Servicegesellschaften.

Homag ist mit rund 6.500 Mitarbeitern in über 100 Ländern präsent und hat einen geschätzten Weltmarktanteil von über 30%. Mit den Hightech-Maschinen und -Anlagen der Homag Group produzieren deren Kunden Wohn- und Büromöbel, Küchen, Parkett- und Laminatfußböden, Fenster, Türen, Treppen oder auch komplette Holzsystemhäuser.

Das Angebot reicht von der Einzelmaschine für den Handwerksbetrieb bis hin zu kompletten vernetzten Fertigungsstraßen für die hochindustrialisierte, individuelle Möbelfertigung.

Homag mit soliden Halbjahreszahlen

Homag konnte in den ersten 6 Monaten des laufenden Jahres beim Umsatz den hohen Vorjahreswert noch einmal übertreffen. Auch der Auftragseingang befand sich abermals auf hohem Niveau. Das Homag-Management erwartet darüber hinaus bei anhaltend hoher Auslastung einen positiven Verlauf des 2. Halbjahrs und rechnet mit einer steigenden Umsatz- und Ergebnisentwicklung.

Mehr Effizienz, höhere RenditeWer Unternehmen dabei hilft, besser zu werden, profitiert in der Regel selbst. So wie der Maschinenbauer Dürr. › mehr lesen

Der Auftragseingang von Homag erreichte im 1. Halbjahr dieses Jahres einen abermals hohen Wert von 701 Mio. Euro – reichte aber nicht ganz an den Rekordwert aus dem Vorjahr heran, als ein Plus von 33% erzielt wurde.

Der Auftragsbestand erreichte zum 30. Juni 2018 einen Wert von 658 Mio. Euro und lag damit um 18,3% über dem Vorjahreswert von 556 Mio. Euro. Der Umsatz kletterte von 598 auf 606 Mio. Euro. Der operative Gewinn (EBIT) kam auf 41,5 Mio. Euro und lag damit unter dem sehr hohen Vorjahreswert.

Ursächlich für den temporären Rückgang des operativen Gewinns waren neben der Einführung einer neuen Software und damit verbundenen Lieferengpässen auch anhaltend hohe Investitionen in die Digitalisierung, die Umsetzung des neuen Markenauftritts für die gesamte Produktpalette, Konzernumlagen an die Homag-Mutter Dürr und negative Wechselkurseffekte insbesondere aus Nordamerika.

Der hohe Auftragsbestand wird aus meiner Sicht für weiteres Wachstum sorgen und da es sich bei den Sonderbelastungen im 1. Halbjahr um Einmalaufwendungen gehandelt hat, wird zukünftig auch das Ergebnis wieder anziehen. Die Homag-Aktie bleibt auf dem aktuellen Niveau definitiv einen Blick wert.

Kommt es zu einer Komplettübernahme durch Großaktionär Dürr (bzw. zunächst zu einer Ankündigung eines Squeeze-out), sollte der Kurs sprunghaft steigen. Andernfalls dürfte die gute operative Entwicklung für weitere Kurssteigerungen sorgen.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.