Mattel soll Hasbro-Offerte zurückgewiesen haben

Mattel soll den Hasbro-Vorstoß zurückgewiesen haben. Bleibt der Bieter dran? Und was macht eigentlich Disney diesbzgl.? Hier mehr dazu: (Foto: cjmacer / Shutterstock.com)

In der Vorwoche sorgten Übernahme-Gerüchte um den Barbie-Hersteller Mattel für einen Run auf die Aktie des Übernahme-Kandidaten.

Das Papier schoss über 20% in die Höhe und notiert inzwischen sogar noch höher.

Dies zeigt, dass nicht wenige Investoren die Chance auf einen Deal im vermutlich inzwischen 3. Anlauf als groß erachten.

Doch während die Zuversicht am Aktienmarkt nach den ersten Gerüchten weiter zugenommen hat, sprechen neue Übernahme-Berichte eher gegen einen Deal.

Mattel: Übernahme-Angebot zu niedrig und zu riskant

US-Medien-Berichten zufolge soll Mattel den Übernahme-Vorstoß vom Spielzeugwaren-Rivalen Hasbro als unzureichend zurückgewiesen haben.

Es blieb dabei leider unbekannt, welchen Preis Hasbro in der 1. Runde anbot. Analysten nannten mögliche Preise in einer Bandbreite von 25 Dollar bis über 40 Dollar.

Der Preis soll nicht der einzige Grund gewesen sein, warum Mattel kein Interesse an dem Angebot hatte.

Der Übernahme-Kandidat soll auch große Bedenken haben, dass ein Deal von den Wettbewerbs-Behörden die Freigabe erhalten würde.

Zwar gilt unter der liberaleren Trump-Administration ein Übernahme-Ok als möglich, doch wäre dies nach wie vor alles andere als ein Selbstläufer.

Gutes Timing: Mattel in der Krise – Hasbro oben auf

Hasbros Timing für einen Übernahme-Versuch ist zeitlich gut gewählt.

Während der Bieter nämlich auf erfolgreiche 5 Jahre mit Kursverdreifachung zurückblickt, hat die Mattel-Aktie im gleichen Zeitraum 60% verloren.

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2015 und 2016 wurde noch spekuliert, dass die beiden einen Zusammenschluss unter Gleichen anstreben könnten, inzwischen ist Hasbro an der Börse aber fast doppelt so viel wert wie Mattel.

Und es sieht auch nicht so aus, als wenn sich an dem Kräfteverhältnis so schnell etwas ändern würde.

Denn Mattel hat bei Vorlage der Zahlen zum 3. Quartal mitteilen müssen, dass das Umsatzziel wohl nicht erreicht werde. Die Dividende für die Aktionäre wurde gestrichen.

Kritiker werfen dem Management vor, dass es zu alt sei, um den heutigen Spielwarenmarkt zu verstehen.

Eine vernünftige Digital-Strategie habe das Unternehmen auch nicht. Hasbro sei da wesentlich innovativer, was auch der Grund für ein besseres Standing bei den Lizenz-Gebern sei.

Chance-Risiko-Verhältnis weiterhin ungünstig

In meinem Beitrag vom vergangenen Dienstag hatte ich Ihnen geschrieben, dass es noch zu früh sei, um auf eine Mattel-Übernahme zu setzen.

Seitdem hat sich die Aktie um weitere 0,80 Dollar verteuert, obwohl das Hasbro-Übernahme-Szenario einige Kratzer bekommen hat.

Grund dafür könnten Spekulationen sein, dass eine Mattel-Übernahme Disney auf den Plan rufen könnte.

Während ein Zusammenschluss von Mattel und Hasbro für die Lizenz-Geber offensichtlich nachteilig ist, sollte dieser Übernahme-Spekulation jedoch nicht eine zu große Chance eingeräumt werden!

Bislang waren Investoren immer gut beraten, wenn ihnen von einer Mattel-Übernahme-Spekulation abgeraten wurde. Diesmal könnte es genauso sein.

Zumindest aktuell ist es aus meiner Sicht noch zu früh, um auf einen Deal zu setzen. Denn wenn die Übernahme-Chance sich verflüchtigt, dürfte die Mattel-Aktie die jüngsten Gewinne wieder abgeben.


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.