MAX Automation mit versöhnlichem Ausblick

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MAX Automation veröffentlicht tiefrote Zahlen, erfüllt aber die Erwartungen und gibt einen versöhnlichen Ausblick (Foto: Jinning Li)

Am vergangenen Freitag hat die im Prime Standard notierte MAX Automation die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt. Der Konzernumsatz aus fortgeführten Geschäftsbereichen verbesserte sich auf 277,4 Mio. Euro und lag damit im oberen Drittel der von 270 bis 280 Mio. Euro reichenden Bandbreite, die vom Vorstand als Guidance für 2018 ausgegeben worden war.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) und vor Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen (PPA-Abschreibungen) übertraf mit 18,8 Mio. Euro leicht die prognostizierte Spanne von 16 bis 18 Mio. Euro. Die EBIT-Marge – bezogen auf die Gesamtleistung – verringerte sich auf 6,8% von 8,4%.

Trennung von der IWM-Gruppe

Dabei war das Jahr 2018 alles andere als ein einfaches Jahr, was auch von Andreas Krause, dem Finanzvorstand des Unternehmens, in der Pressemeldung bestätigt wurde. Trotzdem wurden die wichtigen Weichen für die weitere Entwicklung gestellt, insbesondere indem für die nicht länger zum Kerngeschäft zählenden Beteiligungen an den Gesellschaften der IWM-Gruppe und ELWEMA ein strukturierter Verkaufsprozess eingeleitet wurde.

Die Gesellschaften, die für den Bau von Sondermaschinen/Montageanlagen für Automotive-Kunden verantwortlich, wurden deshalb im nun veröffentlichten Konzernabschluss 2018 als aufgegebene Geschäftsbereiche gesondert ausgewiesen. Der Verkaufsprozess soll im Laufe dieses Jahres abgeschlossen werden. Nach der Trennung von den defizitären Aktivitäten will sich der Konzern auf drei neue Segmente fokussieren: Process Technologies, Environmental Technologies und Evolving Technologies, die die bisherigen zwei Bereiche Industrieautomation und Umwelttechnik ablösen sollen.

Unter dem Strich tiefrote Zahlen

Die aufgegebenen Bereiche waren auch verantwortlich dafür, dass unter dem Strich ein dickes Minus in den Büchern blieb. Denn das das Ergebnis nach Steuern lag mit -35,6 Mio. Euro tief im roten Bereich. Allerdings ist darin das Ergebnis der aufgegebenen Geschäftsbereiche enthalten, das für einen Verlustbeitrag von -47,1 Mio. Euro verantwortlich war, deutlich mehr als erwartet worden war.

Aufgrund des negativen Gesamtergebnisses wird der Verwaltungsrat der MAX Automation der ordentlichen Hauptversammlung am 17. Mai 2019 eine Aussetzung der Dividende für das Geschäftsjahr 2018 vorschlagen.

Book-to-Bill-Ratio im Expansionsmodus

Dennoch wird das Jahr 2019 vom Vorstand als Übergangsjahr qualifiziert. Eine derartige Einstufung verheißt für gewöhnlich wenig Gutes für die weitere Aktienkursentwicklung, zumal vom Vorstand nicht ausgeschlossen werden kann, dass die eingeleiteten Strukturmaßnahmen bei der IWM-Gruppe im ersten Quartal nicht doch zu weiteren Belastungen führen.

Dass die Aktie dennoch mit einem dicken Plus aus dem Handel ging, ist auf die erfreuliche Entwicklung des Auftragseingangs zurückzuführen, der gleich 30,8% auf nunmehr 325,4 Mio. Euro anwuchs. Die für die Einschätzung der weiteren Geschäftsentwicklung relevante Book-to-Bill-Ratio, also der Quotient aus Umsatz und Auftragseingang, liegt damit bei 1,17 und damit in einem Bereich, der zumindest weiteres Wachstum signalisiert.

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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.

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