Mayr-Melnhof: Ein solider österreichischer Mittelständler

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Heute stelle ich Ihnen mit Mayr-Melnhof einen traditionsreichen österreichischen Mittelständler vor. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Für gewöhnlich konzentriere ich mich an dieser Stelle auf familiengeführte Mittelständler aus Deutschland. Doch auch unsere deutschsprachigen Nachbarländer haben einige interessante Mittelständler zu bieten. Einer davon ist das österreichische Traditionsunternehmen Mayr-Melnhof, das ich Ihnen heute vorstellen möchte.

Mayr-Melnhof ist einer der größten Hersteller von Karton auf Recyclingpapierbasis und ein führender Produzent von Faltschachteln. Im Fokus der Geschäftstätigkeit der Mayr-Melnhof-Gruppe steht die Herstellung und Verarbeitung von Karton. Die Geschäftstätigkeit der Gruppe stützt sich auf zwei Divisionen.

„MM Karton” verarbeitet Karton – in erster Linie Recyclingkarton. „MM Packaging“ produziert Faltschachteln und umfasst seit 2005 auch „MM Graphia“. Dieser Bereich war bis dahin eigenständig und produzierte Verpackungen für Zigaretten und hochwertige Süßwaren. Nachdem Sie einen Überblick über die geschäftlichen Aktivitäten von Mayr-Melnhof bekommen haben, stelle ich Ihnen jetzt das aktuelle Zahlenwerk vor.

Die jüngsten Quartalszahlen im Überblick

Vor wenigen Tagen hat Mayr-Melnhof seine Zahlen für das 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2017 gemeldet. Das Unternehmen konnte im abgelaufenen Quartal den Umsatz um 1,5% von 576 auf 584,5 Mio. Euro steigern, der Nettogewinn ging allerdings um 6,3% von 39,4 auf 36,9 Mio. Euro zurück.

Angesichts der starken Ergebnisentwicklung im 1. Halbjahr 2016 werden auch die Zwischenergebnisse zum ersten Halbjahr 2017 unter dem Vergleichswert des Vorjahres liegen, so das Management von Mayr-Melnhof.

Belastet wurde das Ergebnis im 1. Quartal 2017 vor allem von einem Anstieg der Rohstoffkosten, teilte das Unternehmen im Rahmen der Zahlenvorlage mit.

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Die Kapazitäten beider Divisionen konnten trotz verhaltener Nachfrage und anhaltend hoher Wettbewerbsintensität gut ausgelastet werden. Die Packagingdivision habe eine hohe Ertragskraft verzeichnet, demgegenüber sei das Ergebnis der Kartondivision durch einen erneuten Anstieg der Altpapierpreise belastet gewesen.

„Entsprechend ist die Weitergabe der gestiegenen Inputkosten über höhere Verkaufspreise nun erste Priorität, mit dem Ziel, das langfristige Ertragsniveau in beiden Segmenten fortzusetzen“, so das Unternehmen.

Ausblick für das laufende Jahr

Zum Ausblick für das laufende Jahr hieß es weiterhin, dass anhaltend hohe wettbewerbsintensive Rahmenbedingungen die Margen weiter unter Druck hielten. Dem werden jedoch gezielte Maßnahmen zur Kostensenkung und Entwicklung von neuem Geschäftsvolumen entgegengesetzt.

Hohes Augenmerk bleibe wie bisher auf weiteres Wachstum durch Übernahmen. Ziel für 2017 bleibe, bestmöglich an das herausfordernde Niveau von 2016 anzuschließen. Unter dem Strich bedeutet das, dass es in diesem Jahr sehr wahrscheinlich beim Gewinn keinen Zuwachs geben wird.

Meine Einschätzung: Da es aus meiner Sicht kurz- bis mittelfristig aussichtsreichere Mittelständler im deutschsprachigen Raum gibt, habe ich die Mayr-Melnhof-Aktie in meinem Börsendienst „Mittelstands-Depot“ vor einiger Zeit mit schönem Gewinn verkauft.

Für langfristig orientierte Anleger, die auch mit etwas kleineren Renditen leben können, bleibt der zuverlässige Dividendenzahler jedoch ein solides Basis-Investment.


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.