MBB: Eine gute und eine schlechte Nachricht

In den vergangenen Jahren habe ich bereits einige Male an dieser Stelle über die mittelständische und inhabergeführte Beteiligungs-Gesellschaft MBB berichtet.

Sowohl das Unternehmen als auch die MBB-Aktie haben sich in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt.

So kommt die Aktie beispielsweise in den vergangenen 3 Jahren auf ein Plus von mehr als 300%.

Jahrelang positive Nachrichten – Nun auch einmal schlechte

Nachdem MBB über eine sehr lange Zeit nur gute bis sehr gute Nachrichten veröffentlicht hat, gab es in der vergangenen Woche zur Abwechslung auch einmal eine schlechte Nachricht:

Das Management passte die Ergebnis-Prognose für das laufende Jahr nach unten an. Statt 2,16 € Gewinn je Aktie werden nun 2,00 € je Aktie erwartet.

Auslöser war nach Firmen-Angaben das starke organische Wachstum bei der MBB-Tochter Aumann im 3. Quartal.

Dieses hat sich negativ auf den Gewinn von Aumann – und damit auch auf den von MBB – ausgewirkt hat

Kluger Zukauf bei MBB-Tochter Aumann

Soweit die schlechte Nachricht…

Die gute Nachricht ist, dass die mit Abstand größte MBB-Tochter Aumann, die seit diesem Jahr ebenfalls börsennotiert ist, 100% der Gesellschafts-Anteile an der mittelständischen USK Karl Utz Sondermaschinen GmbH (“USK”) von den Familien-Gesellschaftern erworben hat.

USK ist laut Konzern-Meldung ein nachhaltig profitabler Spezialist für Automatisierungs-Lösungen.

Der beschäftigt am Firmenssitz in Limbach-Oberfrohna über 300 Mitarbeiter und wird den Wachstumskurs von Aumann mit seinen Entwicklungs-, Konstruktions- und Montage-Kapazitäten weiter unterstützen.

2016 hat das Unternehmen einen Umsatz von knapp 70 Mio. € erzielt.

Darüber hinaus hat USK jahrzehntlange Erfahrung in der Herstellung von Automatisierungs-Lösungen für führende Automobil-Hersteller und deren Zulieferer.

Weiterhin bietet der Betrieb Unternehmen anspruchsvolle Spezialmaschinen und Produktions-Linien in den Bereichen Elektronik, Erneuerbare Energien und Medizintechnik.

USK-Technologien befinden sich in diesen Branchen weltweit verlässlich im Einsatz.

Meine Einschätzung

Ich kann nach Analyse der neuen Zahlen den deutlichen Kursrückgang bei MBB nach der Prognose-Kürzung nicht verstehen.

Ebenso wenig verstehe ich die teilweise geführten Diskussionen um das optisch hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei MBB.

Denn der geringere Gewinn in diesem Jahr ist Investitionen in mehr Umsatz und mehr Gewinn in den kommenden Jahren geschuldet.

Und was die KGV-Diskussion angeht:

Eine KGV-Bewertung ergibt aus meiner Sicht bei Beteiligungs-Gesellschaften wenig Sinn. Stattdessen sollte man sich den NAV (Netto-Inventar-Wert) anschauen.

Dieser liegt aktuell bei rund 130 € je MBB-Aktie. Das bedeutet:

Rechnen Sie den Wert aller Beteiligungen von MBB und das vorhandene Kapital zusammen und teilen die Summe durch die Anzahl der MBB-Aktien, so kommen Sie auf den genannten Wert.

Daher ist es für mich wenig verständlich, dass eine MBB-Aktie nach der -Wwieder für deutlich unter 100 € zu haben ist.

26. Oktober 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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