MBB SE: Nach Aumann-Übernahme vor Neubewertung

Die MBB SE, eine inhabergeführte, mittelständische Beteiligungsgesellschaft aus Deutschland, hat Ende November die Übernahme von 75% der Anteile des Anlagenbauers Aumann bekannt gegeben.

Angesichts dieser Übernahme und der ebenfalls kürzlich veröffentlichten 9-Monats-Zahlen möchte ich heute erneut über MBB berichten

Die jüngsten Zahlen der MBB SE

Bevor ich gleich auf die jüngste Übernahme von MBB eingehe, möchte ich Ihnen zunächst einen Überblick über die aktuellen Zahlen geben: Die MBB SE erzielte in den ersten 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen Umsatz in Höhe von 186,6 Mio. Euro.

Im Vorjahr lag der Umsatz nach 9 Monaten bei 172,9 Mio. Euro. Damit verbesserte MBB den Umsatz im laufenden Jahr um 7,9%. Im 3. Quartal wurde dabei auch der Rekordumsatz des Vorjahres in Höhe von 61,7 Mio. Euro überschritten.

Ein im Vergleich verhaltenes Wachstum bei der MBB Fertigungstechnik, eines der 6 Beteiligungsunternehmen der MBB SE, wurde durch die sehr positive Entwicklung anderer Tochterunternehmen überkompensiert, die von den getätigten Investitionen profitieren konnten.

Mit einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen in Höhe von 17,4 Mio. Euro und einem Ergebnis von 1,36 Euro je Aktie nach 9 Monaten befindet sich MBB auf sehr gutem Weg, das für das Jahr 2015 gesteckte Umsatz- und Ergebnisziel in Höhe von 250 Mio. Euro bei einem Ergebnis von mindestens 1,75 Euro je Aktie zu erreichen.

Für 2016 geht das Management vor dem Hintergrund eines erfreulichen Auftragseingangs von einer Fortführung des organischen Wachstums aus.

Details zur Aumann-Übernahme

Kommen wir jetzt zu der bereits angesprochenen Übernahme: Ende November hat MBB verkündet, 75% des Anlagenbauers Aumann übernommen zu haben. Die Aumann Gruppe ist ein führender Anbieter für Spulenwickeltechnik und Elektro-Mobilität.

Die Kupferspulen, die Aumann herstellt, werden vor allem in Elektromotoren verbaut, die heutzutage in den unterschiedlichsten Lebensbereichen verwendet werden.

Nach Aussage von MBB-Chef und -Mehrheitsaktionär Dr. Nesemeier handelt es sich bei dieser Übernahme um die beste Übernahme, die MBB je getätigt hat. Die neue MBB-Tochter Aumann wird in diesem Jahr einen Umsatz von voraussichtlich 33 Mio. Euro erzielen.

Die Kapazitäten von Aumann sind bereits heute für das Geschäftsjahr 2016 komplett ausgelastet. Daher möchte die neue Mutter MBB dem Anlagenbauer in erster Linie dabei helfen, zu wachsen. Dies soll unter anderem mit Hilfe der MBB Fertigungstechnik gelingen. Denn die größte Tochter der MBB SE ergänzt sich laut Dr. Nesemeier perfekt mit dem neu erworbenen Anlagenbauer Aumann.

Aus meiner Sicht führt die Aumann-Übernahme dazu, dass MBB neu bewertet werden muss und die MBB-Aktie somit neues Potenzial besitzt. Zwar ist die MBB-Aktie in den vergangenen Wochen bereits sehr gut gelaufen, doch ist MBB nach wie vor im Vergleich zu seinen Wettbewerbern eher günstig bewertet.


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14. Dezember 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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