McAfee: IT-Sicherheitsfirma mit Comeback nach 10 Jahren Börsenabstinenz

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Der Sicherheitskonzern McAfee wagt das Börsencomeback. Die Begeisterung der Anleger hält sich aber noch in Grenzen. (Foto: Phongphan / Shutterstock.com)

Der Markt für Börsengänge hat in diesem Jahr wieder ordentlich Fahrt aufgenommen. Am vergangenen Donnerstag wagte mit dem Sicherheitskonzern McAfee ein Altbekannter sein Comeback an der Börse. Vor der Übernahme durch Intel vor 10 Jahren war der US-Konzern bereits an der Börse notiert.

McAfee im Portrait

McAfee mit Sitz im kalifornischen Santa Clara ist einer der Pioniere der IT-Sicherheits- und Antiviren-Branche. Vielen bekannt ist die Firma auch durch den umstrittenen Gründer John McAfee (75), mit dem die 1987 gegründete Firma aber abgesehen vom Namen längst nichts mehr zu tun hat. McAfee hatte sich bereits 1994 aus dem Unternehmen zurückgezogen und seine Anteile 1997 verkauft.

Im Jahr 2010 übernahm der Chip-Gigant Intel den Konzern, trennte sich aber sechs Jahre später von 51% seiner Anteile, die der Finanzinvestor TPG übernahm. Laut dem Emissionsprospekt gehören neuerdings auch Singapurs Staatsfonds GIC und die Private-Equity-Firma Thoma Bravo zu den Aktionären.

Börsengang spült 620 Millionen Dollar in die Kasse

Im Rahmen des Börsengangs hat der Sicherheitsspezialist 37 Millionen Aktien zu 20 Dollar das Stück bei Investoren platziert. Damit lag der Preis eher am unteren Ende der angepeilten Spanne von 19 bis 22 Dollar. Im Rahmen des IPOs wurden 6 Millionen Aktien von Altaktionären angeboten. Damit wurden also 620 Millionen Dollar von neuen Investoren eingesammelt, während Altaktionäre Kasse machten und 120 Millionen Dollar einstrichen.

McAfee wird beim Börsengang auf der Grundlage der im Prospekt aufgeführten ausstehenden Aktien mit etwa 8,6 Milliarden Dollar bewertet.

McAfee erreicht Gewinnzone

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres gingen bei McAfee Umsätze von 1,4 Milliarden Dollar durch die Bücher. Das entspricht einem Umsatzplus von 8,5%. Auch wenn das Wachstum keinen Anleger vom Hocker reißen dürfte, wenigstens gelang dem Antiviren-Konzern wieder der Sprung in die Gewinnzone. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 31 Millionen Dollar im ersten Halbjahr hängen. Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum häufte McAfee noch Verluste von 146 Millionen Dollar an.

Markt für Cybersicherheit gilt als hochattraktiv

Generell gilt der Markt für Cybersecurity unter Experten auf Grund der Wachstumsperspektiven als hochattraktiv. Einem Marktforschungsbericht von Grand View Research für das Jahr 2020 zufolge belief sich der globale Markt für Cybersicherheits-Software und -Dienstleistungen im Jahr 2019 auf geschätzte 157 Milliarden Dollar und wird bis 2027 voraussichtlich 300 Milliarden Dollar übersteigen.

McAfee selbst sieht einen adressierbaren Markt von 30,4 Milliarden Dollar im Jahr 2020. Das Unternehmen erwartet, dass sein gesamter adressierbarer Markt bis 2024 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 7,9% wachsen wird.

Corona treibt Angriffe auf die IT in die Höhe

Peter Leav, CEO von McAfee, sagte in einem Telefoninterview, dass das Unternehmen derzeit jede Minute 8.600 Bedrohungen identifiziert und dass die Zahl der versuchten Angriffe durch mobile Malware um 70% nach oben geschnellt ist. Enormen Schub hat die Anzahl der Angriffe durch die Corona-Pandemie erhalten: Da Mitarbeiter auf der ganzen Welt von zu Hause aus in oft weniger sicheren Netzwerken arbeiten, ist die Anzahl der Angriffe massiv nach oben geklettert.

McAfee will Wachstum durch Börsengang weiter ankurbeln

Zu den Wachstumsplänen des Unternehmens gehören neben der Konzentration auf den Erfolg seiner Device-to-Cloud-Plattform auch gezielte Zukäufe. Bereits in der Vergangenheit spielten Übernahmen für McAfee eine wichtige Rolle. Einige Beispiele waren Skyhigh (ein führendes Unternehmen im Bereich CASB), TunnelBear (ein VPN-Anbieter für Verbraucher), NanoSec, Lightpoint Security und Uplevel Security.

Entscheidend für die Aktie wird sein, ob McAfee nachhaltig Wachstumsraten im zweistelligen Bereich liefern kann und seine Profitabilität steigern kann. Daran scheinen die Anleger offenbar noch Zweifel zu haben, wie der verhaltene Börsenstart gezeigt hat.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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