McDonalds-Aktie: Kehrtwende bei Strategie

Vollbremsung und Kehrtwende um 180 Grad – so lässt sich die neue Strategie zusammenfassen, mit der McDonalds zurück auf Wachstumskurs schwenken will.

In den vergangenen Jahren hat die Fastfood-Kette eine Menge versucht, um Ernährungs-Trends aufzugreifen.

Hochwertiger sollten die Zutaten werden, frischer und gesünder die Produkte; die Angebots-Palette wurde entsprechend erweitert.

Aber McDonalds-blieb in den Augen der meisten Kunden eben: McDonalds.

McDonalds: Back to the Roots

Das Image hat sich kaum gewandelt – trotz des teuren Umbaus der Filialen, wobei nach und nach flächendeckend McCafé-Bereiche integriert wurden; trotz der Salate und Wraps, mit denen man experimentiert hat und die nun wieder aus dem Sortiment fliegen sollen.

McDonalds steht bei den meisten Kunden eben nach wie vor nicht für qualitativ hochwertige, grüne Veggie-Produkte, sondern für kalorienreiches und ungesundes Fast Food.

Wenn das schon so ist und sich dieses zementierte Image nicht so einfach wandeln lässt, dann lautet das Motto eben ab jetzt:

Back to the Roots – zurück zu den Wurzeln des Erfolgs. So oder so ähnlich dürfte man sich das gedacht haben in den Entscheider-Etagen bei McDonalds.

Statt die Fühler in vergleichsweise exotische Gefilde auszustrecken, will man sich nun rückbesinnen auf das, wofür man ohnehin steht: Burger.

Die allerdings sollen nun vielfältiger und hochwertiger werden:

So ist geplant, Klassiker wie etwa den Big Mac in verschiedenen Größen anzubieten. Auch soll frisches Hackfleisch anstelle von Tiefkühl-Pattys zum Einsatz kommen.

Wachstums-Probleme beim goldenen M

Das Konzept könnte aufgehen, immerhin schießen auch in deutschen Großstädten seit einigen Jahren Burger-Bratereien wie Pilze aus dem Boden.

Sowohl einzelne Läden als auch Ketten wie „Hans im Glück“ erfreuen sich dabei großer Beliebtheit – ein Zug, auf den McDonalds nun wieder aufspringen könnte.

Das ist auch bitter nötig, denn seit einigen Jahren laufen dem goldenen M die Kunden davon.

Besonders schmerzhaft bekommt McDonalds das am US-amerikanischen Heimatmarkt zu spüren.

Doch auch Deutschland zählt zu den Top 5 Regionen für die Marke, auch hier gibt es ein wesentlich dichteres Filialnetz, als es Konkurrenten wie Burger King unterhalten.

Insofern ist damit zu rechnen, dass die vorerst für den US-Markt geplanten Veränderungen früher oder später auch in deutsche Filialen Einzug halten werden.

Mit Blick in die Zukunft sind digitale Bestell- und Bezahlmethoden, die hierzulande bislang eher vereinzelt getestet werden, ein großes Thema.

Auch ein Lieferdienst, wie ihn manch ein Konkurrent aktuell testet, könnte für McDonalds attraktiver werden.

McDonalds-Aktie profitiert von Trump-Rally

Aus Anlegersicht geht die Entwicklung bereits in die richtige Richtung: Die McDonalds-Aktie profitierte – wie viele Aktien von US-Unternehmen – massiv vom Wahlsieg Donald  Trumps.

Dieser ließ den bis dahin mauen Kurs in die Höhe schießen und hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Aktie sich auf Jahressicht um fast 10% verteuern konnte.

Analysten zeigten sich zuletzt vorsichtig optimistisch, mehrere Experten sprachen Kaufempfehlungen aus. Die Kursziele bewegen sich dabei im Bereich zwischen 136 und 139 US-Dollar.

Skeptischere Stimmen raten, das Papier zu halten und rechnen mit einem Kursniveau zwischen 120 und 130 US-Dollar. Zuletzt kostete die McDonalds Aktie rund 128 Dollar oder 120 €.

2017-03-16 McDonalds

17. März 2017

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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