McDonalds: Ist der Vorsprung noch zu retten?

Bislang sind es erst zaghafte Gehversuche in wenigen Städten, aber McDonalds sieht das Potenzial:

Für die kommenden Jahre denkt der Fast-Food-Gigant darüber nach, das Lieferservice-Angebot auszubauen.

Fans der Burgerkette hatten schon lang darauf gehofft.

Inzwischen gibt es ihn wirklich, den Lieferdienst – zumindest in Osnabrück sowie jeweils einer Einzelfiliale in München und Köln, dort aber begrenzt auf einen relativ überschaubaren Radius; man testet noch…

Als Kooperations-Partner hat sich McDonalds Deliveroo und Foodora ins Boot geholt.

Die Dienste bieten Online-Bestellungen und Lieferservice für Lokale, die nicht im klassischen Pizzaservice-Segment angesiedelt sind. Das Geschäft boomt.

Burger King ist einen Schritt voraus

Konkurrent Burger King hat das bereits vor einiger Zeit erkannt und sein Liefernetz schon weiter ausgebaut:

Bei rund 100 der bundesweit etwa 700 Filialen kann man sich die Menüs bereits liefern lassen, weitere sollen folgen. Auch soll das Filialnetz dichter ausgebaut werden.

Insbesondere in Metropolen wie Köln oder München sollen zusätzliche Standorte eröffnen; bis 2023 soll die Zahl der Burger King Filialen deutschlandweit um 300 auf 1.000 anwachsen.

Damit würde man McDonalds gehörig auf die Pelle rücken. Die bislang unangefochtene Nr. 1 in dem Segment unterhält knapp 1.500 Restaurants, die zunehmend aufgehübscht werden.

So wurde bereits in den vergangenen Jahren nahezu flächendeckend der Bereich McCafé integriert, wo es neben allerlei Heißgetränken auch Kuchen und Kekse für die Kundschaft gibt.

Autobahn-Raststätten als Wachstumsmarkt

Neben dem Ausbau des Lieferangebots will McDonalds zudem künftig stärker in das lukrative Geschäft mit Autobahn-Raststätten investieren:

In den kommenden 5 Jahren sollen 100 neue Filialen eröffnen, in Kooperation mit dem Raststätten-Betreiber Tank & Rast. Gerade neben der Autobahn ist bislang oft eher Burger King anzutreffen.

Der Konkurrenzkampf wird also weiterhin rauer – und das nicht nur zwischen den beiden direkten Kontrahenten:

Zahlreiche Systemgastronomie-Ketten sind seit einigen Jahren in Deutschland auf dem Vormarsch; gerade Burgerbratereien schießen in letzter Zeit wie Pilze aus dem Boden.

Zwar sind die Burger etwa bei Hans im Glück etwas teurer als bei McDonalds oder Burger King, dafür erinnert das Ambiente der Filialen weniger an das typische Fast-Food-Image.

McDonalds-Aktie legt kräftig zu

Trotz der zunehmenden Konkurrenz am Burgermarkt gaben sich die Führungs-Etagen bei McDonalds und Burger King zuletzt jedoch zuversichtlich, was die Geschäftsentwicklung in Deutschland im zu Ende gehenden Jahr betrifft.

Beide Ketten konnten demnach wachsen.

Die McDonalds-Aktie verbucht zwar auf Jahressicht nur ein geringes Plus, konnte aber gerade in den vergangenen Wochen noch einmal kräftig zulegen.

Analysten gingen zuletzt mehrheitlich davon aus, dass das Ende der Fahnenstange hier noch nicht erreicht ist und sprachen überwiegend Kaufempfehlungen für das Papier aus.

Kursziel: bis zu 140 US-Dollar.

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10. Dezember 2016

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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