McDonald’s-Aktie nimmt ihr Allzeithoch ins Visier

McDonald’s wird mehr und mehr zum Immobilienkonzern. Trotz weiterhin rückläufiger Umsätze verdient der US-Konzern prächtig. (Foto: Yaoinlove / Shutterstock.com)

Zu Beginn dieser Woche hat McDonald’s mit seinen Geschäftszahlen für eine positive Überraschung gesorgt. Die Fastfood-Kette hat im ersten Quartal mehr verdient als erwartet.

McDonald’s übertrifft die Erwartungen

Der Burgerbrater hat in den ersten drei Monaten des Jahres wieder mehr Gäste in seine Restaurants gelockt. Die vergleichbaren Umsätze in den seit über einem Jahr geöffneten Filialen legten um 5,5% zu. Auf dem hart umkämpften Heimatmarkt wuchsen sie immerhin um 2,9%.

Insgesamt erzielte McDonald’s einen Umsatz von 5,14 Mrd. Dollar. Das sind knapp 10% weniger als ein Jahr zuvor, aber mehr als erwartet. Analysten hatten Erlöse von 4,97 Mrd. Dollar prognostiziert. Warum die rückläufigen Umsätze im Fall von McDonald’s keineswegs negativ sind, erfahren Sie gleich.

Auch beim Gewinn schnitt McDonald’s besser ab als gedacht. Der Nettogewinn verbesserte sich um 14% auf 1,38 Mrd. Dollar. Der Gewinn je Aktie stieg um 17% auf 1,72 Dollar je Aktie. Analysten hatten nur 1,67 Dollar erwartet.

Franchising ermöglicht deutlich höhere Margen

Beim Blick auf die Umsatzentwicklung könnte man meinen, McDonald’s sei in einer Krise. Seit 2012 ging der Jahresumsatz von rund 28 Mrd. Dollar auf 22,8 Mrd. Dollar im vergangenen Jahr zurück. Und auch im ersten Quartal 2018 setzte sich der Trend rückläufiger Umsätze fort.

Dies ist jedoch nicht das Ergebnis einer schwachen Geschäftsentwicklung. Hier steckt Kalkül dahinter. Während der Umsatz schrumpfte, stieg der operative Gewinn seit 2012 von 8,6 auf 9,5 Mrd. Dollar. Hintergrund: Immer mehr Restaurants werden nicht von McDonald’s selbst geführt, sondern von Franchise-Nehmern. Seit 2012 stieg die Quote der von Franchise-Nehmern geführten Filialen von 81% auf knapp 92%. Erklärtes Ziel des Unternehmens ist eine Quote von 95%.

McDonald’s wird mehr und mehr zum Immobilienunternehmen. Der US-Konzern kassiert Pachteinnahmen, eine üppige Franchisegebühr und ist am Umsatz beteiligt. Das Ergebnis sind deutlich höhere Gewinnmargen. Gleichzeitig wird das unternehmerische Risiko größtenteils an die Franchise-Nehmer ausgelagert.

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Dividende steigt seit über 40 Jahren

Um die Menschen auch künftig in die Restaurants zu locken, erfindet sich McDonald’s immer wieder neu. Neben Essenslieferungen startet der Konzern beispielsweise in Deutschland ein neues Konzept: Gäste können sich ihre Burger individuell zusammenstellen und sich per Tischservice an den Platz bringen lassen. Bis Ende 2019 soll der Großteil der deutschen McDonald’s-Restaurants entsprechend umgestaltet sein.

Gerade für Dividendenjäger bleibt die Fastfood-Kette eine Bank. Seit 1976, als der Konzern seine Aktionäre erstmals am Gewinn beteiligte, wurde die Dividende in jedem Jahr angehoben – im Schnitt um 20% pro Jahr. Aktuell beträgt die Dividendenrendite 2,5%.

Aktie nimmt ihr Allzeithoch ins Visier

Auch aus charttechnischer Sicht ist die McDonald’s-Aktie einen Blick wert. Nach der Zahlenvorlage zog der Kurs kräftig an und kletterte zwischenzeitlich klar über die bei rund 164 Dollar verlaufende 200-Tage-Linie, an der die Notierung in den vergangenen Wochen mehrfach nach unten gedreht hatte.

 

Kann sich der Kurs diesmal über dem Gleitenden Durchschnitt etablieren und den Widerstand bei 166 Dollar überwinden, wäre dies ein Befreiungsschlag. In diesem Fall steht zunächst ein Angriff auf das Allzeithoch bei 179 Dollar an. Wird auch diese Hürde genommen, sind auf mittlere Sicht Kurse jenseits der runden 200-Dollar-Marke realistisch.


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Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.