McDonalds-Aktie: Wie der Fast-Food-Riese seine Geschäfte ankurbeln will

Beim Blick auf den Chart der umsatzstärksten Burgerkette weltweit dürften im Moment höchstens die Langfrist-Anleger vor Freude strahlen.

Denn während im 20 Jahreszeitraum bis 2011 traumhafte Kursgewinne von deutlich über 1.000% erzielt wurden, tritt der Kurs seither auf der Stelle.

In den letzten 5 Jahren kommt die Aktie gerade mal auf ein Kursplus von 25% und wurde damit um Längen von dem marktbreiten S&P 500 Index geschlagen (+75%).

Der Grund lag auf der Hand: Denn der Burger-Riese kämpft seit einigen Jahren mit rückläufigen Geschäften.

Verschärfter Wettbewerb durch innovative Fast-Food-Läden und der Fokus auf eine gesündere Lebensweise sorgten für deutliche Bremsspuren.

Jetzt überarbeitet der US-Konzern sein Konzept und will mit seinen Expansions-Plänen gezielt angreifen.

Home Delivery ist das neue Zauberwort

Der Trend ist ungebrochen. Home Delivery, also die Essens-Lieferung zum Kunden nach Hause, spielt eine immer größere Rolle im Essverhalten in Deutschland.

Hiervon will auch die US-Burgerkette profitieren. Denn wer seine Speisen über Online-Bestell-Plattformen anbietet und per Bote liefert, kann sich zusätzliche Kundengruppen erschließen.

Lieferstart im 1. Quartal 2017

Zurzeit laufen noch Tests in München, Köln und Osnabrück, um die genauen Abläufe zu optimieren. Aber bereits im 1. Quartal des kommenden Jahres soll der Bringdienst auf weitere Standorte ausgerollt werden.

Damit folgt McDonalds dem Erzrivalen Burger King, der bereits bei mehr als 100 Restaurants in Deutschland einen Lieferdienst anbietet. Das entspricht rund 15%  der Burger King-Läden in Deutschland.

Dass es McDonalds ernst mit seiner größten Änderung des Geschäftsmodells seit dem Markteintritt in Deutschland vor 45 Jahren meint, sehen Sie beim Blick auf die Partnerwahl.

Denn mit Foodora und Deliveroo hat sich die Burgerkette mit 2 der wachstumsstärksten Partner verbündet. Allerdings müssen Kunden einen Mindestbestellwert von 15 € erreichen, sonst wird nicht geliefert.

Zwar will die Burgerkette keine Liefergebühr verlangen, die Burger und Fritten dafür aber teurer verkaufen. Außerdem soll es vorerst nur ausgewählte Produkte zum Bestellen geben.

Expansion entlang der Autobahn

Zugleich soll das Filialnetz entlang der Autobahnen deutlich erweitert werden:

Nach bisher 4 neuen Restaurants, die aus der Partnerschaft mit Tank & Rast hervorgegangen sind, sollen jetzt ab 2017 eine niedrige 2-stellige Zahl neuer Filialen hinzukommen.

In den kommenden 5 Jahren sollen rund 100 Filialen der Marke McDonald’s an den Autobahnen in Deutschland eröffnet werden.

Knappheit bei Immobilien als Bremsklotz

Dabei hat der Fast-Food-Konzern auch in den Städten ambitionierte Wachstums-Pläne.

Sollten genug attraktive und bezahlbare Flächen gefunden werden, so könnten bis zum Jahr 2023 nochmals 1/3 mehr Filialen in deutschen Städten hinzukommen.

Zugleich setzt McDonalds auf eine tiefgreifende Renovierung der bestehenden Restaurants.

Ein individuellerer Service, Bestell-Terminals und Möglichkeiten der elektronischen Bezahlung sollen mehr Kunden in die Läden locken.

Rückläufige Umsätze, aber hohe Gewinnmarge und steigende Dividenden

Die Geschäfts-Entwicklung zeigt, dass sich der Fast-Food-Konzern in den vergangenen Jahren schwer getan hat.

Der Jahres-Umsatz lag zuletzt mit 25,41 Mrd. Dollar spürbar unter dem 2013er-Niveau von 28,10 Mrd. Dollar.

Auch wenn die Gewinnspanne zuletzt mit 17,82% unter den Rekordmarge der Vergangenheit lag (20,55% im Jahr 2010), scheffelte der Konzern immerhin Profite in Höhe von 4,5 Mrd. Dollar.

Davon konnten auch die Anleger profitieren:

In den zurückliegenden 10 Jahren kletterte die Dividende von 1 Dollar auf 3,76 Dollar je Anteilsschein. Das entspricht immerhin einer jährlichen Steigerung von 14%.

7. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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