McDonald’s: Schnellimbisskette stärkt sich mit Zukauf in Israel

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Burgerriese McDonald's mit größter Übernahme seit 20 Jahren. Mit dem Deal hält die Künstliche Intelligenz Einzug in die Frittenbude. Das israelische Start Up Dynamic Yield ist in der Branche kein Unbekannter. (Foto: 8th creator / shutterstock.com)

Mit dem Schnellimbissgigant McDonald’s wagt sich ein seltener Gast ins Geschäft mit Fusionen und Übernahmen. Im größten Zukauf seit 20 Jahren will die Fast Food-Kette das israelische Start Up Dynamic Yield schlucken. Der Zukauf ist ein Zeichen dafür, dass sich auch in der vermeintlich langweiligen Welt der Restaurants zukünftig so einiges ändern wird.

Den Anlegern scheint der Deal zu gefallen. Die Aktie schloss mit einem Plus von knapp 1% stärker als der Gesamtmarkt und notiert nur noch ganz knapp unter ihrem bisherigen Rekordhoch. Damit kann sich die jüngste Kursentwicklung durchaus sehen lassen. Auf Sicht von einem Jahr ging es um 18% nach oben, auf Fünfjahressicht können sich Anleger auf einen Zugewinn von immerhin 94% freuen. Für Sie zum Vergleich: Der marktbreite S&P 500 Index zeigte mit einem Plus von 7% respektive 52% eine deutlich geringe Aufwärtsdynamik.

Erste Übernahme seit Jahren

Jetzt wartet der Imbiss-Riese mit einer spannenden Nachricht auf. Der US-Konzern wird die israelische Technologiefirma Dynamic Yield für mindestens 300 Millionen Dollar. Das ist der größte Zukauf seit 20 Jahren. Damals schluckte McDonald’s den Rivalen Boston Market für rund 175 Millionen Dollar, den sie später wieder weiterveräußerten. Kurz vorher erwarb der Konzern auch einen 90%-Anteil an der mexikanischen Schnellimbisskette Chipotle Mexican Grill, bevor die Beteiligung in 2006 wieder abgestoßen wurde.

Künstliche Intelligenz im Restaurant

Der Zukauf in Israel zielt hingegen nicht auf einen Wettbewerber ab, sondern soll die Menüauswahl in den Restaurants revolutionieren. Die Technologie von Dynamic Fields soll McDonald’s helfen, die Inhalte der Menüboards mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) zu optimieren. Beispielsweise sollen dem Kunden personalisierte Menüvorschläge gemacht werden. Mögliche Einflussfaktoren sind etwa das Wetter, die Tageszeit oder auch die Frequenz in den Filialen.

Während der Stoßzeiten könnten so den Kunden vermehrt die Gerichte empfohlen werden, die schneller zubereitet werden können. Das wiederum erhöht den Durchsatz und Umsatz pro Filiale.

Testbetrieb erfolgreich beendet

Mit dem Deal wird deutlich, dass auch im traditionellen Schnellimbissgeschäft Technologie immer wichtiger wird. Laut dem Vorstand Steve Eastbrook wird Technologie ein kritisches Element sein, um die Wachstumspläne von McDonald’s zu erreichen. Sie müssen wissen: Eastbrook gilt als besonders technolgieaffin und hat beispielsweise auch Selbstbedienungsschalter und digitale Menüanzeigen bei der Imbisskette eingeführt.

Vor dem Kauf hat der Konzern die israelische Firma auf Herz und Nieren geprüft. Die auf künstlicher Intelligenz basierende Technologie wurde in mehreren US-Filialen erfolgreich getestet.

Erster Start an den Drive-In-Schaltern

Zunächst soll die Technologie 2019 an den Drive-In-Schalter in McDonald‘s Filialen in den USA angewandt werden. Später gibt es den globalen Rollout. Auch für alle digitalen Touchpoints, wie beispielsweise die Selbstbedienungsschalter und die McDonald‘s App, soll die Technologie bereitgestellt werden.

Unterdessen soll die Firma ihre Eigenständigkeit behalten und weiter seinen illustren Kundenkreis bedienen. Bisher konnte die Gesellschaft Kunden gehörten wie Ikea, Urban Outfitters, Bild und Media Markt gewinnen.

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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Der gewiefte Börsen-Profi Jens Gravenkötter verdankt seinen Erfolg nicht zuletzt seinem Wissen aus seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und seinem Studium der Volkswirtschafslehre.