McDonald’s und YUM! Brands – Fastfood kommt wieder in Schwung

McDonald’s hat im 1. Quartal deutlich mehr Kunden in seine Fastfood-Restaurants gelockt und weltweit deutlich mehr verkauft:

Die Verkäufe auf etablierter Ladenfläche – also ohne Neueröffnungen in den letzten 13 Monaten – legten um überraschend starke 4,0% zu.

Auf dem schwierigen Heimatmarkt, wo die Messlatte durch die erfolgreiche Einführung des ganztägigen Frühstücks im Vorjahr hoch lag, verbuchte McDonald’s ein Absatz-Plus von 1,7%.

Doch mit verschiedenen Sonderangeboten und neuen Varianten des Burger-Klassikers Big Mac, den es seit Januar etwa auch als XL-Ausgabe gibt, konnte McDonald’s punkten.

Zudem erfreut sich das inzwischen auch in Großbritannien und Kanada eingeführte All-Day-Breakfast, also Frühstücks-Angebote für den ganzen Tag, großer Beliebtheit.

McDonald’s holt im wichtigen Heimatmarkt wieder auf

Für McDonald’s ist aber der Erfolg auf dem Heimatmarkt wichtig, denn dort tut sich die Schnellrestaurant-Kette seit Jahren schwer:

Der Marktführer kämpft zum einen mit dem Trend zu gesünderer Ernährung.

Zum anderen wird man sowohl von gehobener Konkurrenz wie Shake Shack als auch von anderen Billiganbietern wie Burger King und Wendy’s in die Mangel genommen.

Durch die jüngsten Geschäfts-Zuwächse verdiente McDonald’s im Auftakt-Quartal auch deutlich besser: Der Gewinn legte um 8% auf 1,2 Mrd. $ zu.

Die Umsätze gingen um knapp 4% zurück, was allerdings daran lag, dass McDonald’s verstärkt Filialen an Franchise-Partner abgegeben hat.

Mit dieser Strategie nimmt der Konzern bewusst Einbußen beim Umsatz in Kauf, spart dafür aber Kosten und profitiert von Lizenz-Gebühren.

Insgesamt übertrafen die Zahlen die Erwartungen des Marktes.

Unternehmens-Porträt

McDonald’s betreibt mit 36.899 Einheiten in über 100 Ländern weltweit das zweitgrößte Netz von Schnellimbiss-Restaurants, von denen etwa 80% als Franchise-Firmen vergeben sind.

Die Fast-Food-Kette zählt dabei täglich mehr als 70 Mio. Restaurant-Besucher.

Zu McDonald’s gehören zahlreiche bekannte Gastronomie-Marken wie Aroma Café und Donatos Pizza.

Die strategische Neuausrichtung verhalf YUM! Brands zu einem guten Jahres-Auftakt

Der Umsatz ging zwar leicht auf 1,41 Mrd. $ zurück, aber das operative Ergebnis von YUM! konnte um 39% auf 484 Mio. $ verbessert werden.

Unterm Strich stieg der Gewinn um 44% auf 78 Cent je Aktie.

Besonders gut liefen die Geschäfte bei Taco Bell: Die Sparte steigerte ihren Umsatz auf vergleichbarer Fläche um 8%.

Pizza Hut musste dagegen im Heimatmarkt einen Rückgang der Same-Store-Sales um 7% hinnehmen.

Dies war eine weit schlechtere Entwicklung als bei den großen Wettbewerbern des Pizza-Segments, Domino’s Pizza (mit +10,2%) und Papa John’s International.

Die größte Pizza-Kette des Landes tut sich schon seit mehreren Jahren äußerst schwer den Wachstumskurs zu halten.

Und so will Yum! Brands der Marke Pizza Hut in den USA mit einer Investitions-Summe von 130 Mio. $ wieder Schwung verleihen.

YUM! Brands kommt wieder in Schwung

Im Fokus der Investitions-Offensive steht neben der Stärkung des operativen Geschäfts v. a. der Ausbau der digitalen Aktivitäten (E-Commerce).

Auch ein erhöhter Media-Etat ist vorgesehen; 25 Mio. $ sind es in diesem Jahr und nochmals 12,5 Mio. $ im Jahr 2018.

Auch sind zahlreiche der rund 7.600 Pizza-Hut-Läden renovierungsbedürftig und bei Weitem nicht mehr auf der Höhe des modernen Fast-Casual-Auftritts der Marke.

Mit der gleichen Strategie ist es YUM! Brands vor wenigen Jahren gelungen KFC wieder auf Kurs zu bringen.

Unternehmens-Porträt

Das Unternehmen wurde 1997 als TRICON Global Restaurants gegründet und 2002 in Yum! Brands umbenannt.

Heute betreibt der Konzern in Eigenregie und als Franchise-Geber über 43.600 Filialen in 135 Ländern und ist vor McDonald’s die weltgrößte Schnellrestaurant-Kette.

Zu den Marken gehören u. a.:

  • KFC (Kentucky Fried Chicken),
  • Pizza Hut
  • und Taco Bell.

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1. August 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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