MDax: Bilfinger vor möglicher Aufspaltung

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Der im MDax notierte Baudienstleister Bilfinger steht möglicherweise vor einer Aufspaltung. Lesen Sie jetzt die Hintergründe. (Foto: 360b / shutterstock.com)

Der im deutschen Nebenwerteindex MDax notierte Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger meldete ganz aktuell, dass das Unternehmen Angebote für die zentralen Bestandteile seiner Immobiliensparte Building and Facility bekommen habe.

Diese Angebote wollen die Mannheimer nun prüfen. An der Börse kam diese Nachricht jedenfalls gut an. Denn: Die Bilfinger-Aktie konnte in einem schwachen Gesamtmarkt als einer von ganz wenigen MDax-Titeln sogar leicht zulegen.

Ein Verkauf würde die Zerschlagung von Bilfinger bedeuten

Sollte es tatsächlich zum Verkauf zentraler Bestandteile der Immobiliensparte von Bilfinger kommen, würde das die komplette Zerschlagung des Bilfinger-Konzerns bedeuten. Was im ersten Moment vielleicht etwas martialisch klingt, wäre für Bilfinger-Aktionäre jedoch sehr wahrscheinlich mit positiven Konsequenzen verbunden.

Es liebäugeln verschiedene Interessenten mit einer Übernahme der Bereiche Building, Facility Services und Real Estate und haben Angebote abgegeben, teilte Bilfinger in der vergangenen Nacht mit.

Nachdem von unterschiedlichen Seiten lose Interessensbekundungen für die genannten Bereiche bei Bilfinger eingegangen waren, hatte das Unternehmen Berater beauftragt, um den Markt einzuschätzen und entsprechende Gespräche zu begleiten. Daraufhin seien dann konkrete Angebote bei Bilfinger eingegangen.

Eine abschließende Entscheidung über einen Verkauf und die damit einhergehende Änderung der 2-Säulen-Strategie von Bilfinger gebe es nach Angaben des Unternehmens bis dato allerdings noch nicht. Sollte der Verkauf erfolgen, hätte er in jedem Fall deutliche Folgen für die strategische Ausrichtung von Bilfinger.

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Dies könnte ein Vorteil für Bilfinger werden. Die Sparte Building and Facility, die jetzt möglicherweise verkauft werden wird, erzielte zwar im Jahr 2014 eine Jahresleitung von knapp 2,7 Mrd. Euro – erwirtschaftet allerdings vergleichsweise kleine Margen. Daher stand dieses Geschäftsfeld schon öfters in der Kritik und es gab in der Vergangenheit bereits Stimmen, dass Bilfinger sich besser von diesem Geschäft trennen solle.

Dafür hat der Immobilienbereich in jüngster Zeit – im Gegensatz zu den Bereichen Industrie und Energie – ein solides Wachstum erzielt und sich so zu einer Art Stabilitätsanker entwickelt.

Weitere Details zur möglichen Bilfinger-Aufspaltung

Nach dem Umbau vom Baukonzern zum Dienstleister verfolgte Bilfinger zunächst eine 3-Säulen-Strategie (Industrie, Energie und Immobilien). Nach einer Reihe von Gewinnwarnungen wurde aus der ursprünglichen 3-Säulen-Strategie jedoch eine 2-Säulen-Strategie. Wenn jetzt tatsächlich große Teile der Immobiliensparte verkauft werden sollten, bliebe im Prinzip nur noch eine Säule übrig.

An der Börse wurde die Nachricht – wie schon erwähnt – positiv aufgenommen. Schließlich könnte sich dadurch die Gewinn-Marge des Baudienstleisters verbessern und der Verkauf würde jede Menge frisches Geld in die Kassen von Bilfinger spülen.

Ob und wenn ja wie der Verkauf der Bilfinger-Immobilienparte von statten geht, erfahren Sie an dieser Stelle, sobald es etwas neues zu berichten gibt.


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.