MDax: Familien-Unternehmen Schaeffler denkt wieder an Zukäufe

Das im MDax notierte fränkische Familien-Unternehmen Schaeffler saniert sich weiter und denkt inzwischen sogar schon wieder an Zukäufe.

Der Autozulieferer, der während der Finanzkrise 2008 noch vor einem gigantischen Schuldenberg stand reduzierte diesen in den vergangenen Tagen weiter.

Vor wenigen Tagen hatte die IHO Holding, die der Familie Schaeffler nahesteht, die Bilanz des Auto-Zulieferers weiter entlastet.

Die IHO Holding hat ein an die Schaeffler AG gegebenes Darlehen in Höhe von 1,674 Mrd. € zurückgezahlt.

Zwischen der Eigentümer-Familie Schaeffler, die 75% der Anteile hält, und der AG besteht eine enge Verbindung:

Nach der Finanzkrise hatte der damalige Schaeffler-Finanzchef und heutige Vorstands-Vorsitzende Klaus Rosenfeld die hohe Schuldenlast des Konzerns auf die Familie und das Unternehmen aufgeteilt.

Schaeffler hatte sich insbesondere mit der Übernahme des größeren Konkurrenten Continental zu Beginn der Krise im Jahr 2008 verhoben und stand dadurch vor einem zwischenzeitlich sogar existenzbedrohenden Schuldenberg von rund 12 Mrd. €.

Schuldenlast und Verschuldungsgrad sinken

Durch die jüngste Darlehens-Tilgung durch die Familie Schaeffler sinkt der Schuldenberg der AG auf 3,2 Mrd. €.

Der Verschuldungsgrad, der das Verhältnis zwischen der Netto-Verschuldung und dem bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) anzeigt, sank dadurch von 2,0 auf ein Verhältnis von nur noch 1,3.

Die Netto-Verschuldung übersteigt das bereinigte EBITDA damit also nur noch um das 1,3-fache.

„Wir erreichen damit unser Verschuldungsziel von weniger als 1,5 deutlich früher als erwartet und steigern unsere finanzielle Flexibilität“, sagte Rosenfeld laut Mitteilung.

Er stellt in Aussicht, bis zum Jahr 2018 weitere 750 Mio. € an Schulden zu tilgen.

Auch bei den Rating-Agenturen ist Schaeffler wieder besser angesehen: Bereits die Aussicht auf eine Rückzahlung von Verbindlichkeiten bescherte dem Konzern eine Hochstufung der Bonitäts-Note durch Moody’s.

Zukäufe wieder im Bereich des Möglichen

So wichtig und notwendig die Schulden-Tilgung auch ist. Schaeffler-Chef Rosenberg denkt bereits wieder an Zukäufe:

„Für unsere strategische Ausrichtung ist es wichtig, dass wir uns in ausgewählten Bereichen technologisch verstärken und hier und da etwas zukaufen“, sagte er dem gegenüber dem „Handelsblatt“.

Dabei soll es vorwiegend um technologische Ergänzungen gehen und die Zukäufe sollen nicht auf ganz großem Niveau stattfinden.

Unternehmens-Insider sollen über Zukäufe in einem 3-stelligen Millionen-Bereich berichtet haben.

An der Börse kamen diese Nachrichten aus dem Hause Schaeffler gut an: Die Schaeffler-Aktie stieg in den vergangenen Wochen von knapp unter 12,50 € auf aktuell über 14 €.

Dennoch halte ich eine Investition in Schaeffler-Aktien für konservative Anleger aktuell noch nicht für ratsam.

19. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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