Medien werden „softer“

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Während klassische, analoge Medien deutlich rückläufig sind, dominiert das digitale Geschäft mit Daten, Internetportalen und sozialen Medien. (Foto: 360b / shutterstock.com)

Das Zitat des Netscape-Gründers „Software is eating the world“ (Software frisst die Welt) trifft die Entwicklung der Medienbranche sehr gut.

Während klassische, analoge Medien deutlich rückläufig sind, dominiert klar das digitale Geschäft – allen voran das Geschäft mit Daten, Internetportalen und sozialen Medien. Die großen Spieler im Markt wie Axel Springer, Alphabet oder auch Facebook liegen weit vor ihren Konkurrenten und konnten zuletzt neue Rekordergebnisse erzielen. Während Springer als einziger europäischer Zeitungskonzern die Digitalisierung zu seinem Vorteil genutzt hat, überzeugen Alphabet und Facebook mit einer monopolartigen Marktstellung und stark steigenden Einnahmen aus dem Werbegeschäft.

In der gleichen Kategorie spielt auch Tencent, die gerne als FANG-Aktie Chinas bezeichnet wird. Tencent ist das Pendant zu Facebook und WhatsApp in China und gleichzeitig einer der erfolgreichsten Online-Spiele-Publisher weltweit. Die Wachstumsraten sprechen für sich. Und die Erfolgsgeschichte hat gerade erst begonnen.

Der Aufstieg der Kleinen ist möglich

Doch der Markt ist groß genug, um Nischenanbietern attraktive Aufstiegschancen zu bieten. So hat die Holiday-Check Group erstmalig nachhaltige Gewinne geschrieben. Das Vermittlungsgeschäft über die Bewertungsplattform für Hotels und Kreuzfahrten boomt. Allein in 2018 wurden 1,2 Mio. Bewertungen auf HolidayCheck verfasst. Die Plattform ist damit eine attraktive Werbefläche für Reiseanbieter. HolidayCheck hat die Umstrukturierung in den letzten Jahren erfolgreich vorangetrieben. Die Erfolge folgen.

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Ähnlich gut hat sich auch die InterActiveCorp entwickelt. Mit Beteiligungen an der Match Group (Tinder), der Video-Plattform Vimeo und den ANGI Home Services konnte der Softwarekonzern erneut überdurchschnittliche Wachstumsraten erzielen. Jetzt müssen die Geschäfte nur noch profitabel werden.

Film & Fernsehen funktionieren heute anders

Wenn es um Filme und Streaming geht, ist Netflix aus der heutigen Unterhaltungswelt nicht mehr wegzudenken. Der Streaming-Anbieter überzeugt mit starken Wachstumsraten und einer breiten Abonnentenstruktur auf der ganzen Welt. Doch die Erfolgsgeschichte gerät ins Stocken. Die Konkurrenz wird immer aktiver und möchte einen Teil der enormen Wachstumsraten für sich gewinnen.

Neben Amazon Instant Video wird jetzt vor allem der Einstieg von Walt Disney die Machtverhältnisse im Streaming-Markt deutlich verändern. Weit abgehängt scheinen hier die alten Hasen ProSiebenSat.1 Media AG und die RTL Group zu sein. Beide TV-Konzerne haben den Umstieg auf das Streaming- Geschäft verpasst oder sind mit ihren Plattformen gescheitert. Jetzt wird über eine Partnerschaft im Streaming- Bereich nachgedacht, um nicht vollends den Anschluss zu verlieren und kundenfreundlichere Filmangebote zu schaffen.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.