Medienkonzern mit Cannabis-Fantasie

Stone Chimera and Eiffel Tower at sunset in Paris, France

Vivendi hat viele Beteiligungen und Geschäftsfelder. Nun soll auch Cannabis vermarktet werden. Was wir von der Aktie halten. (Foto: Givaga / Adobe Stock)

Was halten Sie von Medienkonzernen? Sicher, so pauschal lässt sich keine Antwort geben. Es gab allerdings Zeiten, da waren Aktien aus der Medienbranche eher verpönt bei Anlegern. Warum? Der digitale Wandel hat viele etablierte Verlagshäuser kalt erwischt. Selbst TV-Sender kämpfen teilweise noch immer mit den Veränderungen. Ein Unternehmen, das sich in diesen Tagen neu ausrichtet, ist Vivendi.

Das Unternehmen tanzt seit Jahren auf vielen Hochzeiten. Ein detaillierter Blick auf die Details ist daher umso wichtiger. Doch zunächst ein paar Details: Vivendi S.A. war an Marken wie SFR – zweitgrößter französischer Telekommunikationsanbieter (zu 100%) – Maroc Telecom Group (zu 53%), GVT, Canal+ Group und Zaoza (alle zu 100%) beteiligt und ist seit der Umstrukturierung (seit 2011) vor allem im französischen Pay-TV-Markt aktiv. Der Umbauprozess ist aber noch nicht abgeschlossen.

Was Vivendi mit Cannabis zu schaffen hat

Vivendi hat für das 1. Halbjahr gute Zahlen vorgelegt. Der Wachstumskurs konnte bestätigt werden. Der Umsatz stieg um 13,6% auf rund 7,4 Mrd €. Der Gewinn hat sich verdreifacht und lag bei 0,41 € pro Aktie. Besonders gut lief es bei der Universal Music Group. Hier konnten deutlich zweistellige Wachstumsraten verzeichnet werden. Dagegen schnitten die Canal+ Group und Havas bedeutend schlechter ab.

Doch gerade die gut laufende Universal Music Group soll Gerüchten zufolge verkauft werden. Mehrere Interessenten hätten sich bereits gefunden. Demnach möchte Vivendi die Tochtergesellschaft teilweise verkaufen und weiterhin zumindest einen strategischen Anteil an der Tochter halten. Die Geschäfte der Universal Music Group profitieren derzeit sehr stark von den Streaming-Diensten Spotify, Apple Music und Deezer.

Der geplante Teilverkauf der Universal-Tochter soll dann mit einem Börsengang verbunden werden, um noch mehr Geld einzusammeln. Das so eingesammelte Geld könne dann gezielt im TV-Geschäft eingesetzt werden. Ob an diesen Gerüchten wirklich etwas dran ist, ist unklar. Wir halten es zumindest für denkbar. Denn unbestritten ist, dass Vivendi den strategischen Ausbau im Mediengeschäft forcieren möchte. Die Konzerntochter Havas soll künftig die Vermarktung von medizinischem Cannabis übernehmen – ein neuer Milliardenmarkt, der gerade erst weltweit legalisiert wird.

Bleiben Sie mir unseren Analysen am Ball!

Insgesamt haben sich die Aussichten etwas verschlechtert. Wir wissen schlichtweg nicht, wie die Umstrukturierung konkret ausgeht. Aus diesem Grund nehmen wir trotz der soliden Bilanz Abstand vom Unternehmen. In der Medienbranche finden wir Springer aktuell attraktiver. Bei Vivendi lohnt es sich aber, am Ball zu bleiben – beispielsweise mit unseren regelmäßigen Analysen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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