Medigene: Spekulativer SDAX-Aufsteiger

Durch die Indexumstellung rückt die Medigene-Aktie in den SDAX. Der Biotech-Wert ist aussichtsreich, aber riskant. (Foto: nednapa / shutterstock.com)

In gut einer Woche gibt es Bewegung in den Indexwelten der Deutschen Börse. Dass die Wirecard-Papiere in die erste Börsenliga aufsteigen, darüber habe ich bereits in der Vorwoche berichtet. Heute möchte ich Ihnen die Medigene-Aktie vorstellen, die sich über den Sprung in den SDAX freuen darf.

Aufstieg in den SDAX

Bei Medigene handelt es sich künftig um die einzige Biotech-Gesellschaft innerhalb des SDAX. Mit Umstellung der Deutschen Börse Indizes ab dem 24. September 2018 wird der Wert künftig in diesem Index vertreten sein. Der SDAX fungiert als Auswahlindex für kleinere Unternehmen, so genannte Small Caps und wird künftig von 50 auf 70 Aktienwerte vergrößert.

Unternehmensportrait

Die Medigene AG ist ein Biotechnologie-Unternehmen mit Hauptsitz in Martinsried bei München und entwickelt hochinnovative Immuntherapien zur Behandlung von verschiedenen Krebsarten und -stadien. Dabei konzentriert sich Medigene auf personalisierte, T-Zell-gerichtete Therapieansätze. Entsprechende Projekte befinden sich in der vorklinischen und klinischen Entwicklung.

Geschäfte laufen

Doch noch mehr interessiert – für die Kursaussichten – das fundamentale Geschäft. Und hier gab es zuletzt Meldungen, die aufhorchen ließen: Im August gab es die Bekanntmachung, dass das deutsche Biotechunternehmen für die Entwicklung einer neuartigen Krebsimmuntherapie mit Immunzellen (so genannten T-Zellen) einen weiteren Partner gefunden hat. So wird man zusammen mit der US-amerikanischen Firma Structured Immunity nach geeigneten T-Zell-Rezeptoren (TCR) für die Behandlung von Krebspatienten suchen. Weitere Partnerschaften und Kooperationen mit den Amerikanern seien möglich, hieß es weiter.

Diese Aktie ist eine (zu) heiße Biotech-ZockereiBei kleinen Biotech-Aktien sind hohe Kursbewegungen normal. Aber dieser Biotech-Wert toppt alles.  › mehr lesen

Und auch die zuletzt vorgelegten Zahlen können sich sehen lassen: Im zweiten Quartal konnte dank geringerer Kosten der Verlust reduziert werden. Das Minus beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging um fast ein Fünftel auf rund 3,04 Mio. Euro zurück. Das blieb nicht ohne Folgen für den Ausblick – inzwischen wird ein niedrigerer operativer Verlust als zunächst erwartet, in Aussicht gestellt.

Für diese Entwicklung war nicht zuletzt die Entwicklungskooperation mit dem US-Unternehmen Bluebird verantwortlich. Hierdurch konnte Medigene seine Erlöse um fast 20% auf 2,7 Mio. Euro steigern. Man darf also gespannt sein, wie sich jetzt die Zusammenarbeit mit der Firma Structured Immunity auswirken wird.

Charttechnik: Entscheidung steht noch aus

Aus Sicht der Charttechnik kämpft die Aktie gerade mit der 200 Tage-Durchschnittslinie, die bei rund 13,90 Euro liegt. Diese gilt als Indikator für den längerfristigen Trend. Mit einem Sprung über diese Hürde wäre der Weg bis zu einem Widerstand bei 15,50 Euro, der aus den Ständen des letzten Monats resultiert, frei.

Nur als spekulative Depotbeimischung geeignet

Wie andere kleine Biotech-Aktien bietet die Medigene-Aktie hohe Kurschancen – vor allem bei positiven Forschungsergebnissen. Demgegenüber steht allerdings auch ein deutlich überdurchschnittliches Risiko. Die Aktie eignet sich daher nur für mutige Anleger als spekulative Depotbeimischung.


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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.