Medigene: Was ist denn hier los?

Fast 60% Kursgewinn hat die Medigene-Aktie im vergangenen Monat hingelegt.

Nach jahrelanger Seitwärts-Bewegung auf niedrigem Niveau hatte sich hier einiges Erholungs-Potenzial angesammelt; dieses hat sich nun explosionsartig entladen.

Für spekulative Anleger bleibt dieser hochvolatile Wert interessant.

Unternehmens-Portrait

Die bei München ansässige Medigene AG entwickelt Medikamente zur Therapie von Krebs- und Autoimmun-Erkrankungen.

Dabei setzt das Unternehmen auf personalisierte, T-Zell-gerichtete Immuntherapien.

Aktuell verfügt Medigene über drei Immuntherapie-Plattformen, die in der Lage sind, unterschiedliche Tumor-Arten und unterschiedliche Krankheits-Stadien zu behandeln.

Insbesondere die sogenannte TCR-Therapie von Medigene gilt als Hoffnungsträger und ähnlichen Ansätzen der Konkurrenz überlegen.

Alle Medikamente befinden sich derzeit noch in der Entwicklungs-Phase, weshalb Medigene noch rote Zahlen schreibt und dies noch eine ganze Weile so bleiben dürfte.

Gerade bei kleinen Biotech-Firmen wie Medigene werden die Aktienkurse sehr stark von Neuigkeiten beeinflusst.

In den vergangenen Monaten profitierte die Medigene-Aktie diesbzgl. gleich doppelt:

Auslizensierung der TCR-Therapie sorgt für Fantasie bei den Anlegern

Ende September gab es schon einmal einen deutlichen Kurssprung für die Aktie: Damals gab Medigene eine Kooperations-Vereinbarung mit dem US-Biotech-Konzern bluebird Bio Inc. bekannt.

Beide Unternehmen arbeiten seitdem bei der Forschung und Entwicklung von T-Zell-Rezeptor (TCR)- Immuntherapien gegen vier Zielmoleküle zusammen.

Sollte die Zusammenarbeit erfolgreich laufen, winken Medigene hohe „Meilenstein-Zahlungen“ von bis zu 1 Mrd. US-Dollar auf Sicht mehrerer Jahre.

(Wieder-)Aufnahme in den TecDAX

Anfang Dezember folgte die nächste positive Nachricht:  Medigene kehrt in den Technologiewerte-Index TecDAX zurück.

2010 verlor die Medigene-Aktie diesen Platz nach einem drastischen Kursverfall.

Jetzt ersetzt Medigene die Aixtron-Aktie im TecDAX, die wegen des kräftig gesunkenen Anteils frei handelbarer Aktien die Kriterien für einen Verbleib nicht mehr erfüllte.

Die Aufnahme in den TecDAX hat Medigene sicherlich einige Aufmerksamkeit beschert, ist jedoch normalerweise noch kein ausreichender Grund für einen derartigen Kursanstieg.

Aber wenn eine Aktie so viele Jahre von den Anlegern „links liegen“ gelassen wird, kann selbst eine relativ unbedeutende Nachricht ein Kursfeuerwerk auslösen – so wie bei Medigene geschehen.

Nur für spekulative Anleger geeignet

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie es weitergeht?

Langfristiges Potenzial für weitere Kurssteigerungen besitzt die Aktie allemal. Dafür sorgt die Aussicht auf 1 Mrd. Lizenz-Zahlungen in den nächsten Jahren.

Sollte es tatsächlich dazu kommen, wären die jüngsten Kursgewinne bei Medigene nur ein kleiner Vorgeschmack auf die Gewinne, die noch folgen.

Allerdings ist es bis dahin ein weiter Weg.

Viele solche Vereinbarungen brachten kleinen Biotech-Unternehmen in der Vergangenheit keinen Cent ein, weil das vereinbarte Forschungsziel nicht erreicht wurde.

Was in einem solchen Fall mit dem Aktienkurs passiert, können Sie sich denken.

Auf eines sollten Sie sich bei der Medigene-Aktie auf jeden Fall gefasst machen:

unglaublich hohe Kursschwankungen – und zwar in beide Richtungen. Wenn Sie also in Medigene investieren wollen, dann bitte nur mit kleinem Einsatz!

5. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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