Medikamente: So sparen Sie bares Geld — ohne Risiken

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Fenistil, Aspirin, Allergietabletten sind aktuell gefragt wie nie. Was tun, wenn das MHD abgelaufen ist - wegwerfen oder weiterverwenden? (Foto: Jirapong Manustrong / Shutterstock.com)

Kühlendes Gel gegen Sonnenbrand und Insektenstiche, Kopfschmerztabletten, Augentropfen und Desinfektionsmittel: Bei der extremen Hitze, die derzeit herrscht, ist es gut, wenn Sie die wichtigsten Arzneimittel in Ihrer Hausapotheke vorrätig haben.

Aber was tun, wenn diese Medikamente abgelaufen sind? Wirklich wegwerfen? Oder gibt es eine Möglichkeit, sie trotzdem weiter zu verwenden?

Weiterverwenden? ‑ Besser nicht!

Arzneimittel weiterzuverwenden, empfiehlt sich nicht, sagt eine Sprecherin der unabhängigen Patientenberatung in Deutschland. Denn anders als bei Lebensmitteln haben Sie keine Möglichkeit zu überprüfen, ob ein Medikament noch gut ist. Das können nur spezialisierte Labore herausfinden.

Bestenfalls lässt nur die Wirkung nach, weil der enthaltene Wirkstoff sich nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums abbaut. Schlimmstenfalls aber ist das Medikament schädlich, etwa weil beim Abbau Zerfallsprodukte entstehen, die die Gesundheit beeinträchtigen.

Bei Salben, Gels und Sprays kommt noch etwas hinzu: Die erhöhte Keimbelastung nach Anbruch. Hier gibt es also zwei Ablaufdaten: Zum einen das Mindesthaltbarkeitsdatum bei geschlossenen Packungen. Zum anderen die Aufbrauchfrist, die zu laufen beginnt, sobald die Tube, das Fläschchen oder die Spraydose angebrochen ist.

Schreiben Sie sich also das Anbruchsdatum auf. Am besten mit einem wasserfesten Stift direkt auf die Packung. Halten Sie sich dann an die auf der Packung angegebene Anbruchsfrist.

Wie lange die Salbe, das Gel oder sonstige Medikament danach verwendet werden darf, steht auf der Packung. Dann kann nichts passieren. Bei Sprays sollten Sie den Sprühkopf möglichst nicht mit den Fingern berühren. Auch das verhindert eine Verkeimung.

Besonders vorsichtig sollten Sie bei Augensalben und -tropfen sein. Das Auge hat keine eigene Immunabwehr und ist daher besonders empfindlich gegen krankheitsauslösende Bakterien.

Eine Verpackung nach Einzelportionen mag Ihnen teuer erscheinen. Aber medizinisch ist es die bessere Lösung. Denn die entsprechenden Augentropfen enthalten dann keine Konservierungsstoffe und sind für das Auge besser verträglich.

Arzneien vor Hitzebelastung schützen

Aktuell müssen Sie besonders aufpassen. Denn längst nicht alle Medikamente ertragen die hohen Temperaturen, die in Deutschland herrschen. Schauen Sie also in Ihrer Hausapotheke nach, und lagern Sie Empfindliches notfalls im Keller oder Kühlschrank. Medikamente einzufrieren empfiehlt sich allerdings nicht. Die Wirkung kann verloren gehen.

Welche Temperaturen die einzelnen Arzneimittel vertragen, steht meist auf der Packung. Falls Sie keinen Verweis darauf finden, gilt: Bei 25 Grad Celsius ist meistens Schluss. Es verbietet sich, die Hausapotheke in der prallen Sonne oder im stark erwärmten Dachgeschoss aufzubewahren.

Spartipps für den Arzneikauf

Geld sparen können Sie trotzdem, indem Sie konsequent überlegen, in welchen Mengen Sie das jeweilige Medikament brauchen. Da mag eine billige Großpackung Ihnen noch so eine große Ersparnis versprechen:

Sie sparen wenig oder gar nichts, wenn Sie die Tabletten innerhalb der Haltbarkeitsfrist nicht vollständig aufbrauchen. Überlegen Sie sich also, wie viel Sie realistischerweise tatsächlich benötigen. Dadurch lässt sich viel Geld sparen.

Gerade beim Vorratskauf von Medikamenten sind Online-Apotheken wie Deutsche Internet Apotheke, DocMorris, ZurRose etc. zudem empfehlenswert. Besonders die freiverkäuflichen Medikamente, die Sie besonders oft brauchen, sind dort meist deutlich günstiger. Achten Sie aber durch Sammelbestellungen darauf, dass die Versandkosten nicht alle Ersparnis wieder zunichte machen.

Schauen Sie außerdem darauf, nicht unbedingt das teure Originalprodukt einer bekannten Marke zu kaufen. Kaufen Sie beispielsweise lieber ASS-Tabletten statt Aspirin. Beiden enthalten den gleichen Wirkstoff, nämlich Acetylsalicylsäure.

Bei vielen Medikamenten gibt es diese meist deutlich günstigeren Nachahmerprodukte. Suchen Sie also bevorzugt nach den Wirkstoff. So kommen Sie kostengünstig und medizinisch gut versorgt durch den Sommer.


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Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst (MBA) ist Wirtschafts- und Finanzjournalistin und schreibt vorwiegend Ratgebertexte. Sie hat mehrere Bücher zu den Themen Börse, Geldanlage, Immobilien, Recht & Steuern sowie Kommunikation verfasst. Daneben arbeitet sie als Dozentin an der Business School Alb-Schwarzwald, die zur Steinbeis Hochschule Berlin gehört.